Zwei Schrottimmobilien im Essener Norden beschäftigen aktuell die Bezirkspolitiker von SPD und CDU. Sie fordern von der Verwaltung Informationen zu Eigentumsverhältnissen sowie künftigen Plänen zur Sicherung, zum Abriss bzw. zur Weiternutzung der Gebäude. Dazu haben sie entsprechende Anträge eingereicht und das Thema für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung 5 (BV) am 27. Januar auf die Tagesordnung gesetzt.
Ehemaliges China-Restaurant in Altenessen steht seit Jahren leer
Konkret geht es zum einen um die Immobilie an der Heßlerstraße, Ecke Karlstraße, die schon länger mit Bauzäunen abgesperrt ist. Bezirksbürgermeister Klaus Hagen (CDU) hatte bereits in der letzten Sitzung der BV im November 2025 daran erinnert, dass ein neuer Sachstand zu diesem „abbruchreifen Gebäude“ noch ausstehe, obwohl man wiederholt um Informationen gebeten habe. Zuletzt sei in der August-Sitzung ein Sachstand von Anfang Juli 2025 übermittelt worden, so Hagen, seitdem habe sich augenscheinlich jedoch nichts mehr getan.
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Immer wieder würden sich Anwohner an ihn und andere Bezirksvertreter wenden und sich über den Zustand vor Ort beschweren. Die Verwaltung wurde daher aufgefordert, die BV spätestens bis Anfang Februar darüber in Kenntnis zu setzen, wem das Gebäude gehört, wer die Kosten für die aktuelle Absperrung trägt und wie es mit dem Haus perspektivisch weitergehen soll.
Bauruine Altenessener Straße: Politik fordert Sicherung und Maßnahmen

Das Gebäude ist mit einem Bauzaun abgesperrt.
© WAZ Essen | Gianna Schlosser

Doch die Fenster stehen immer wieder offen.
© WAZ Essen | Gianna Schlosser
Auch an der Bauruine Altenessener Straße, Ecke Neuessener Straße, soll sich nach dem Willen der Bezirkspolitiker endlich etwas tun. Die SPD-Fraktion der BV 5 hat dazu einen entsprechenden Antrag gestellt. Darin geht es sowohl um weitere Sicherungsmaßnahmen zum Schutz des öffentlichen Raumes rund um das Gebäude als auch um mögliche ordnungsrechtliche Maßnahmen gegen den Immobilieneigentümer.

In dem Gebäude wurde Anwohnern zufolge über Jahrzehnte ein chinesisches Restaurant als Familienbetrieb geführt, das Anfang 2022 aufgegeben worden ist. Bewertungen zufolge war das Lokal ein „klassisches chinesisches Restaurant“, mit „Lampions, Drachendeko, Goldfischaquarium“.
Nach der Schließung räumten die Restaurantbetreiber das Gebäude offenbar nur teilweise und ließen zahlreiche Gegenstände, darunter auch ein leeres Aquarium, Kühltruhen und Kühlschränke sowie einiges an Mobiliar zurück, wie auf einem Youtube-Video aus dem Sommer 2023 zu sehen ist. Sogenannte „Urbexer“ (Personen, die verlassene Orte aufsuchen und dokumentieren) hatten das stillgelegte Restaurant durch geöffnete Fenster im Erdgeschoss betreten und sämtliche Räume, auch die Wohnräume im Obergeschoss, durchstreift.
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Mittlerweile soll ein Bauzaun, der rund um das Gebäude aufgestellt wurde, Eindringlinge fernhalten. Bei einem Ortstermin fallen allerdings auch aktuell mehrere geöffnete Fenster auf, die einen Blick ins Innere erlauben. Im und am Gebäude scheinen seit der Veröffentlichung des Videos erste Abbrucharbeiten stattgefunden zu haben: Böden, Türen und Zwischenwände wurden teilweise entfernt.
Die SPD-Fraktion bittet die zuständige Fachverwaltung daher auch, die Bezirkspolitik darüber zu informieren, falls bereits Pläne für eine Weiternutzung des Gebäudes bekannt sein sollten.