Uniklinik Frankfurt




Die Gewerkschaft Verdi hat für den heutigen Mittwoch das Pflegepersonal am Frankfurter Universitätsklinikum zum Streik aufgerufen. Es sind größere Einschränkungen in der medizinischen Versorgung angekündigt.




Pauline Klink /
14. Januar 2026, 12.14 Uhr




„Wir können uns die Stadt, in der wir arbeiten, nicht mehr leisten“, sagt Yuna Schäfer, Auszubildende zur Pflegefachfrau und Mitglied der betrieblichen und Bundesjugendtarifkommission. Die Beschäftigten hätten keine andere Wahl, als für ihre Forderungen in den Streik zu treten. Seit Beginn der Frühschicht um 6 Uhr morgens bis zum Ende der Spätschicht wird daher heute an der Uniklinik Frankfurt gestreikt. Dazu aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) vermeldete, dass es bei dem Streik unter anderem um das Pflegepersonal geht, nicht aber um die Arbeitsbedingungen von Ärzten. Es gebe größere Einschränkungen. Die Hessenschau berichtet von einer reduzierten Bettenzahl und verschobenen Operationen. Eine Notfallversorgung sei aber gesichert, wie die dpa mit Verweis auf Verdi-Gewerkschaftssekretärin Anja Golder mitteilte.

Hintergründe des Streiks

Hintergrund des Streiks ist die zweite Verhandlung im Rahmen der Tarifrunde der Länder in Potsdam, die am 15. und 16. Januar stattfindet. Das Frankfurter Uniklinikum ist der einzige Betrieb in Hessen, der an den Tarifvertrag der Länder gebunden ist. Alle anderen Landesdienststellen werden im Rahmen der hessischen Tarifverhandlungen für die Landesbeschäftigten verhandelt.

Die Forderungen Verdis in Potsdam lauten sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – zur Stärkung der unteren Lohngruppen mindestens aber 300 Euro. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, zudem wird gefordert, dass sie nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden. Auch ein Zeitzuschlag um 20 Prozentpunkte ist Teil der Forderung.

Die erste Tarifverhandlung, die bereits Anfang Dezember stattfand, hatte keine konkreten Ergebnisse geliefert, die Arbeitgeber legten kein Angebot vor, wie Verdi im Dezember mitgeteilt hatte. Nach dieser ersten Runde hatte Verdi bereits zu einem Warnstreik aufgerufen, woraufhin an der Uniklinik gestreikt wurde.

„Genau hier“-Zulage

Neben diesen Forderungen erwarten die Beschäftigten der Uniklinik Frankfurt, dass der Vorstand der Uniklinik über eine „Genau hier“-Zulage von 300 Euro verhandelt, wie Verdi mitteilte. Die Gewerkschaft verwies diesbezüglich auf die gestiegenen Wohn- und Lebenskosten in Frankfurt.

Verdi teilte mit, man habe den Vorstand der Uniklinik mehrfach aufgefordert, in der laufenden Tarifrunde über die zusätzlichen Forderungen der Beschäftigten der Uniklinik zu verhandeln, da nach Abschluss der Verhandlungen in Potsdam auch wieder in Frankfurt die Friedenspflicht gelte. Die Friedenspflicht besagt, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber während der Laufzeit eines gültigen Tarifvertrags keine Arbeitskämpfe, wie beispielsweise Streiks, über die im Vertrag geregelten Inhalte führen dürfen.



Pauline Klink


Pauline Klink

Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften und der Comparative Literature in Frankfurt und Paris. Seit August 2025 beim Journal Frankfurt.


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