Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat eine neue Generalsekretärin. Julia Cloot, bislang künstlerische Leiterin des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main, übernimmt das Amt zum 1. April. Die 1968 in Bonn geborene Literatur- und Musikwissenschaftlerin war Chefdramaturgin am Musiktheater Görlitz, Referentin für Musik und Literatur bei der Niedersächsischen Sparkassenstiftung / VGH-Stiftung und Leiterin des Instituts für zeitgenössische Musik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. 2013 wechselte sie zum Kulturfonds.
Mit Cloot gewinne die Akademie eine Persönlichkeit, „die nicht nur in Literatur, Musik und Kunst der Gegenwart heimisch ist, sondern dank ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen auch vermag, als Vermittlerin in die Gesellschaft zu wirken sowie Führungs- und Verwaltungsaufgaben gestaltend wahrzunehmen“, teilte Akademiepräsident Ingo Schulze mit.
Die Akademie sei nicht nur eine in Deutschland einmalige Kulturstätte, „sondern auch ein ideeller Ort für alles, was wir mit Sprache und Literatur verbinden“, äußerte Cloot. Sie freue sich darauf, als promovierte Germanistin nach Jahren spartenübergreifender Arbeit zu ihren Wurzeln zurückzukehren und die Akademie mit Präsidium, Mitgliedern und Team weiterzuentwickeln.
Cloot entwirft seit mehr als zwei Jahrzehnten interdisziplinäre Kunstprojekte und veröffentlichte zu Literatur, Musik, Klangkunst, Theater, Performance und kulturhistorischen Themen. Sie gehört dem Fachbeirat zur World Design Capital Frankfurt Rhein-Main 2026 an, ist Vorsitzende des Bundesfachausschusses Kulturelle Vielfalt des Deutschen Musikrates und Jurymitglied des Karl-Sczuka-Preises für Hörspiel als Radiokunst des SWR. Sie war zehn Jahre lang Präsidentin der deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik und gehörte acht Jahre lang dem Vorstand des Musikfonds des Bundes an.
Die 1949 in der Frankfurter Paulskirche gegründete Akademie hat ihren Sitz auf der Darmstädter Mathildenhöhe. Sie vergibt den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis.