„Sofort Zugang zu richtigen Informationen im Klinikalltag“ – dafür wirbt das Start-up Fluint Health aus Bochum. Nur all zu oft müssen Mitarbeitende von Krankenhäusern in unzähligen Untermenüs mühsam nach Informationen suchen. Unstrukturierte Daten und voneinander getrennte Systeme sind absolute Zeitfresser im Zeitalter des Fachkräftemangels. 

Nun intensivieren das Katholische Klinikum Bochum (KKB) und Fluint Health, das auf dem Bochumer Gesundheitscampus ansässig ist, ihre Zusammenarbeit. Ziel der Partnerschaft sei es, das spitzenmedizinische Knowhow der Klinik mit innovativen digitalen Technologien zu verbinden. Das KKB bietet dabei den Zugang zu realen Versorgungsprozessen und zu interdisziplinären Teams. 

Fluint Health entwickelt virtuelle Assistenten, „die Mitarbeitenden das exponentiell wachsende und fragmentierte Wissen von Gesundheitsorganisationen natürlichsprachlich zugänglich machen“. Die Assistenten liefern Wissen aus zahlreichen internen und externen Quellen, verfügen aber auch Kompetenzen in den Bereichen Datenmanagement, Datenqualität, Interoperabilität und Erlössicherung.

Schnellere Bettenbelegung

Zusammen mit dem KKB will das Start-up praxisnahe Anwendungen entwickeln, die klinische Prozesse vereinfachen, beschleunigen und transparenter machen sollen. Heutzutage muss beispielsweise, wenn ein Patient in die Notaufnahme geliefert wird, oft telefonisch erfragt werden, wo aktuell Betten auf den einzelnen Stationen frei sind. KI-gestützte Anwendungen sollen hierbei Abhilfe verschaffen, um den organisatorischen Aufwand zu reduzieren, die Auslastung zu optimieren und Betten schneller zu belegen. Auch Patientenakten und Arztbriefe sollen sich mithilfe von KI schneller durchsuchen und auswerten lassen.

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Inhaltlich fokussiert sich die Kooperation auf drei Themenfelder: die Optimierung datengetriebener Erkenntnisse und Entscheidungen, ein vorausschauendes Kapazitätsmanagement sowie die nachhaltige Sicherung der Mitarbeiterzufriedenheit. Daraus sollen Modelle entstehen, die sich auch auf andere Einrichtungen übertragen lassen sollen.

Kooperation KKB und Fluint Health

Katholisches Klinikum Bochum

Von links: Klaus Kleber und Martin Klingelberg (beide Gründer und Geschäftsführer von Fluint Health), Nicolas Schulenburg (Kaufmännischer Geschäftsführer Katholisches Klinikum Bochum), Prof. Christoph Hanefeld (Medizinischer Geschäftsführer Katholisches Klinikum Bochum) bei Unterzeichnung des Kooperationsvertrags.

Informationen zum richtigen Zeitpunkt

Schon im vergangen Jahr habe Fluint Health das KKB in der IT unterstützt. Diese Zusammenarbeit bilde die Grundlage für den Ausbau der Partnerschaft. Prof. Christoph Hanefeld, Sprecher der KKB-Geschäftsführung, betont: „In der Zusammenarbeit mit Fluint Health verfolgen wir das Ziel, unsere Ressourcen effizienter zu nutzen und unseren Mitarbeitenden genau die Informationen bereitzustellen, die sie zum richtigen Zeitpunkt in ihren jeweiligen Prozessen benötigen.“

Klaus Kleber, Geschäftsführer von Fluint Health, freut sich ebenfalls auf die Kooperation: „Die nun intensivierte Partnerschaft ist für uns ein bedeutender Schritt, um gemeinsam konkrete, nachhaltige und skalierbare Lösungen für das Gesundheitssystem zu entwickeln.“

KBB/mrh