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Mattighofen, Österreich – Der österreichische Motorradhersteller KTM, der als größter Motorradhersteller Europas gilt, verschärft seinen Sparkurs drastisch. Rund 500 Arbeitsplätze werden gestrichen – das ist mehr als jeder achte Job im Unternehmen. Das teilte der indische Mutterkonzern Bajaj Mobility am Dienstagabend mit. Betroffen sind vor allem Angestellte und Mitarbeiter im mittleren Management. Auch Führungskräfte müssen gehen, eine komplette Führungsebene soll entfallen.
Der Jobabbau ist Teil eines Effizienzprogramms nach der Insolvenz der KTM AG Ende 2024. Ziel ist es, Fixkosten zu senken, Strukturen zu verschlanken und das Produktportfolio stärker zu fokussieren. Frühwarnmeldungen sollen beim Arbeitsmarktservice eingebracht werden. Mit dem Stellenabbau reagiert KTM auf die weiterhin angespannte wirtschaftliche Lage nach der Sanierung.

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Foto: Hersteller
Österreich besonders betroffen
Besonders stark trifft es den Standort Österreich. Etwa zwei Drittel der wegfallenden Stellen sollen dort abgebaut werden. Ende 2025 beschäftigte KTM nach eigenen Angaben noch rund 3800 Mitarbeiter. Für die betroffenen Beschäftigten ist eine Arbeitsstiftung für die Automotive-Branche vorgesehen, die vom Land Oberösterreich und dem Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) finanziert wird. Von den ursprünglich geplanten 400 Plätzen sind derzeit noch mehr als 300 frei.
Hintergrund der Einschnitte ist der tiefgreifende Umbau des Unternehmens nach der Pleite. KTM konnte Ende 2024 nur durch eine Finanzspritze des langjährigen Partners Bajaj gerettet werden. Der indische Konzern übernahm im Zuge der Restrukturierung die Kontrollmehrheit an der früheren KTM-Mutter Pierer Mobility. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Pierer Mobility AG in Bajaj Mobility AG umbenannt wurde. Gleichzeitig wurde der Unternehmenssitz von Wels nach Mattighofen verlegt, direkt an den Stammsitz von KTM im Bezirk Braunau. Für den Motorradhersteller beginnt damit eine weitere schwierige Phase nach der Insolvenz.