Es ist eines der ältesten Gymnasien Deutschlands: das Beethoven-Gymnasium an der Adenauerallee. In diesem Jahr feiert es seinen 400. Geburtstag. Auftakt ist eine Festveranstaltung in der Namen-Jesu-Kirche an diesem Donnerstag mit geladenen Gästen. Es schließt sich ein bunter Reigen an weiteren Festivitäten anlässlich dieses besonderen Jubiläums über das ganze Jahr verteilt an.
Genau genommen ist das Gymnasium die 211-älteste Schule in der Bundesrepublik, wie Schulleiter Uwe Bramstedt und seine Stellvertreterin Sabine Meinert nicht ohne Stolz feststellen und dabei auf das Buch des früheren Direktors des Gymnasiums, Helmut Kötting, verweisen. Eindrucksvoll stellt er darin die lange und wechselvolle Geschichte der Schule dar. Demnach fasste man in Bonn offensichtlich während des 30-jährigen Kriegs den Plan, ein Gymnasium für Jungen zu errichten. Denn schon damals wollte man seine Kinder nicht unnötig Gefahren aussetzen, war es zu jener Zeit doch üblich, dass sie nach Köln zum Schulbesuch geschickt wurden. So eröffneten die Menoriten in der Brüdergasse, wo ihr Konvent mit der heutigen Remigiuskirche lag, 1626 das neue Gymnasium. Nach Umzügen unter anderem an die Bonngasse sowie Zerstörung durch Brand und Bombardierung kam es 1888 zum Bau eines neuen, größeren Schulgebäudes an der Koblenzer Straße, der heutigen Adenauerallee. 461.900 Reichsmark kostete der Neubau – schon damals kein Pappenstiel.
Schon lange vor dem Neubau war das Gymnasium den Annalen zufolge zur Akadamie erweitert und nach einer kaiserlichen Genehmigung aus Wien Teil der Bonner Universität geworden. 1789 wird Ludwig van Beethoven als Student aufgeführt. 1925 schließlich erhält die Schule den Namen des größten Sohns der Stadt Bonn. „Für uns ist es natürlich etwas ganz Besonderes, dass wir zu den fünf ältesten Schulen gehören, die nach einem ihrer Schüler benannt ist“, sagt Bramstedt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das durch Bomben größtenteils zerstörte Schulgebäude durch einen Neubau ersetzt und zum Rhein hin erweitert. Es folgen in den 1960er Jahren eine Gymnastikhalle und ein Ruderkeller für den 1895 gegründeten schuleigenen Ruderklub. „Habe ich nicht eines der schönsten Arbeitszimmer in Bonn“, sagt Bramstedt und zeigt auf die traumhafte Aussicht auf Rhein und Siebengebirge.
Wegen der Rückkehr von acht zu neun Gymnasialjahren und des damit verbundenen zusätzlichen Platzbedarfs hat das Beethoven-Gymnasium inzwischen einen weiteren Anbau erhalten, der nach den Plänen des Bonner Architekten Ralph Schweitzer errichtet und inzwischen in Betrieb genommen worden ist. Schweitzer war ebenfalls einst Schüler des Beethoven-Gymnasiums, das auch berühmte Persönlichkeiten wie Alexander Koenig – Begründer des nicht weit entfernt liegenden Museums Koenig – und Heinrich Lützeler, Bonner Kunsthistoriker und Literaturwissenschaftler, sowie auch Bonns amtierender OB Guido Déus besuchten.
Selbstredend spielt Beethoven im Jubiläumsjahr des städtischen Gymnasiums eine große Rolle. Das Veranstaltungsprogramm, das erahnen lässt, wie viel zusätzliche Arbeit Bramstedt, Meinert und das gesamte Vorbereitungsteam aus der Lehrer-, Schüler- und Elternschaft in die Gestaltung des Jubiläums gesteckt haben, liest sich wie eine Hommage an den Komponisten. „Wir freuen uns schon sehr auf alle Veranstaltungen“, sagt der Direktor. Dazu gehört erstmals die Teilnahme seiner Schule am Bonner Rosenmontagszug am 16. Februar. Das Motto: „All Pänz sin Jötterfunke.“
Weiter geht es im März mit einer Wanderung auf Beethovens Spuren und einer Tanzdarbietung aller Tanzkurse des Beethoven-Gymnasiums auf dem Münsterplatz. Höhepunkte sind außerdem das gemeinsame Konzert „Jugendkonzert b+“ am 24. April mit dem Beethoven Orchester in der frisch sanierten Beethovenhalle sowie „Götterfunken – ein Musiktheater der Schulgeschichte“ mit den Musikensembles des Gymnasiums vor den Sommerferien.
Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wie all die Jahre zuvor eine Weinlese im schuleigenen Weinberg in der Rheinaue. Er war 1979 anlässlich der Bundesgartenschau angelegt und später von der Schule übernommen worden. Schließlich galt Beethoven als Weinliebhaber. Das Jubiläumsjahr schließt mit einem Ball des Gymnasiums am 5. Dezember im Brückenforum und einem Galaabend der Ehemaligen am 17. Dezember.