Noch sind es 13 Spiele auf der Mission Impossible um den DEL-Klassenerhalt für die Dresdner Eislöwen. Aufgrund der schlechteren Tordifferenz zum Vorletzten Frankfurt müsste der Aufsteiger wohl auch 13 Punkte mehr als die Hessen holen. Zwei Zahlen, die vorm Spiel am Freitag beim EHC München kaum realistisch klingen, doch aktuell haben manche Dresden-Stars trotzdem Glücksgefühle getankt…
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Die starke Leistung und das beeindruckende Spektakel beim DEL Winter Game gegen die Eisbären Berlin (2:3 n.V.) haben Eishockey-Deutschland begeistert. Zwei Spieler haben dabei sogar besonderes Emotions-“Doping“ mitgenommen.
Allen voran Alec McCrea (31). Der Verteidiger hätte mit dem 2:1-Führungstreffer fast für die Sensation gesorgt. Der US-Boy verriet hinterher: „Meine Eltern sind von Kalifornien das erste Mal zu einem Eishockey-Spiel von mir in Europa gewesen. Ich spiele schon die fünfte Saison hier. Was für ein tolles Erlebnis auch für sie. Ich konnte es danach gar nicht abwarten, zu ihnen zu gehen und die Zeit zu genießen.“

Hier erzielte Dresdens McCrea das 2:1 gegen die Eisbären Berlin
Foto: Robert Michael/dpa
McCrea jubelte vor 32.000 Zuschauern mit einer Pirouette, wobei die Drehung nach einem kleinen Stolperer eher zur Rolle auf dem Eis wurde. „Das war das witzigste Spiel meiner Karriere, einfach eine spektakuläre Show. Es kann uns einen Push geben. Wir waren gegen ein Top-Team an der Kante zu gewinnen“, meinte der Ex-Düsseldorfer, dem der zweite Abstieg in Folge droht, danach.
Für einen seiner Teamkollegen war das Event schon eher Routine. Tomas Andres (29) feierte sein drittes Open-Air-Spiel nach 2020 mit den Lausitzer Füchse (3:5) in Dresden und 2024 mit den Eislöwen an der Skisprungschanze in Klingenthal gegen die Eispiraten Crimmitschau (3:7). Kurios: Immer war Mister „Special Game“ an einem Tor beteiligt.
Darum werden die Emotionen noch wichtig
Der Deutsch-Tscheche: „Ich habe mich daran schon etwas daran gewöhnt. Das erste Mal habe ich noch etwas gezittert, weil ich jünger war. Du musst mehr schießen als in anderen Arenen, weil die Torhüter es aufgrund der Lichtverhältnisse schwieriger haben.“ Denn auf dem Eis reflektieren die Flutlichter bzw. irritieren mit Schatteneffekten.
Jedenfalls besiegte Andres mit dem 1:0 diesmal sogar seinen persönlichen DEL-Fluch. Ausgerechnet beim Hit im Harbig-Stadion traf er nach 16 Assists erstmals selbst in der 1. Liga.

Tomas Andres zeigt’s an: Ich habe endlich getroffen.
Foto: IMAGO/Eibner
„Unglaublich, total besonders“, beschrieb er seine Gefühle. „Davor hatte ich gefühlt 12 Latten- und Pfostenschüsse oder so. Die Jungs hatten mich schon etwas belächelt, weil ich mit Justin Braun der einzige war, der noch keins gemacht hatte.“ Allerdings ist der Ex-NHL-Routinier Verteidiger und Andres Stürmer.
Auch er betont: „Das ist ein Energy-Boost. Wir spielen keine gute Saison, aber unsere Fans unterstützen uns immer wieder in wahnsinniger Zahl. Dafür sind wir sehr dankbar.“
Die Emotionen können noch eine wichtige Rolle spielen, wenn es für die Profis bald darum geht, sich zu entscheiden, ob sie auch für einen Neu-Angriff in der DEL2 zur Verfügung ständen. Neu-Sportdirektor Jens Baxmann (40) wird vor allem darauf schauen, wer den Hunger hat, sich über lange Aufstiegs-Playoffs zurück in die Erstklassigkeit zu kämpfen. Die Art und Weise, wie man sich womöglich aus der DEL verabschiedet, dürfte auch darüber Aufschluss geben, was Sinn macht.
Trotzdem erklärt Niklas Postel (27): „Solange es rechnerisch möglich ist, stecken wir den Kopf nicht in den Sand!“ Gerade aktuell muss man sich bei den Dresdner Eislöwen zumindest nicht verstecken…