In der Vorbereitung auf die Rückrunde müssen die Landesliga-Fußballer der Turu aktuell ohne ihren „Chef“ auskommen. Trainer Francisco Carrasco muss bei Training und Spielen derzeit zurücktreten. Und der Grund dafür ist schmerzhaft. Beim Spaßkick mit einigen Kumpels in der Halle fiel der Spanier unglücklich. Die Diagnose: Schulterbruch. Das Kommando auf dem Trainingsplatz haben daher übergangsweise Hassan Saouti und Daniel Rey Alonso übernommen.
Carrasco versucht derweil im Hintergrund, den Kader für die Rückrunde zu optimieren. Keine einfache Aufgabe, denn in der Region buhlen eine Vielzahl an Klubs um einen begrenzten Pool an Spielern, die als Verstärkung mitten in der Saison infrage kommen. Folglich versuchen die Akteure, ihre Position auszunutzen. „Was die Jungs teilweise fordern, ist schon enorm“, sagt Carrasco. Doch die Zeiten, in denen ein Transfer aus finanziellen Gründen an der Feuerbachstraße in der Regel nicht scheitern sollte, sind längst vorbei. Das Geld sitzt in Oberbilk nicht mehr locker wie zur Ära des einstigen Klubmäzen Heinz Schneider. Was aber nicht heißen soll, dass die Turu in den Gesprächen gar keine Argumente mehr auf ihrer Seite hat.
Die Infrastruktur inklusive eines regelmäßig genutzten Naturrasenplatzes ist unverändert ein Anziehungsfaktor. Die intakte Zahlungsmoral ist aus Sicht von Carrasco ein anderer Pluspunkt. „Wir halten, was wir versprechen. Und was viele Spieler in meinen Augen nicht bedenken. Wir zahlen die Aufwandsentschädigungen über 12 Monate und nicht – wie es einige andere Klubs handhaben – nur über zehn Monate“, führt der Coach aus.
Mit Hussein Hammouda muss sich Carrasco über solche Themen nicht mehr unterhalten. Denn der Wechsel des Mittelfeldspielers zur Turu ist perfekt. „Er ist im defensiven Mittelfeld zu Hause, kann aber auch hinten in die Kette rutschen“, sagt Carrasco über den 27-Jährigen. Hammouda kommt vom Mittelrheinligisten Siegburger SV. Dass er dort zuletzt nur noch sporadisch zum Einsatz kam, ist einfach zu erklären. „Er ist nach Düsseldorf gezogen. Der Aufwand war einfach viel zu hoch für ihn. Der Umzug war auch der Grund, warum wir ihn überhaupt bekommen haben“, erklärt Carrasco. Abgeschlossen sind die Planungen bei den Blau-Weißen damit aber noch nicht. Denn als Eins-zu-eins-Ersatz für Joshua Sumbunu, der defensiv ebenfalls flexibel einsetzbar war, ist Hammouda nicht vorgesehen. „Ihn plane ich vorwiegend für das Mittelfeld ein. Wir suchen also noch nach einem Innenverteidiger“, sagt Carrasco, der auf dieser Position zum Rückrundenstart auch auf den noch gesperrten Rey Alonso verzichten muss.