Spandau – Kommt nach fast 40 Jahren Bewegung in den Fall einer getöteten Frau in Berlin-Spandau? Die Berliner Polizei hat am Mittwoch erstmals ein Foto mit möglichem Zusammenhang zur Tat veröffentlicht und erhofft sich dadurch einen Erfolg in diesem „Cold Case“.
Bei der auf dem Foto zu sehenden Frau soll es sich um eine Westberlinerin im Alter von 24 bis 32 Jahren handeln.
Das nun veröffentlichte Bild ist vermutlich Mitte der 1980er Jahre aufgenommen worden. „Die Frau soll damals sowohl in der West- als auch in der Ost-Berliner Musikszene unterwegs gewesen sein“, sagt ein Polizeisprecher. Weitere Merkmale der Frau: etwa 165 bis 168 cm groß, rotbräunliche Haare, kein Dialekt.
Wen zeigt das Foto?
Im Zuge der Ermittlungen sei die Berliner Polizei an das Foto gelangt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf BILD-Anfrage. Nun werde im Zusammenhang mit der Toten gefragt, wer die Frau auf dem Foto kennt, „um auszuschließen oder herauszufinden, ob sie das ist“.
Weitere Auskünfte wurden mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht erteilt.

Wer weiß, wer diese Frau ist? Das Landeskriminalamt hat für Hinweise, die den Fall aufklären, 2500 Euro Belohnung ausgesetzt
Foto: Polizei Berlin
Im September 2023 wurde bereits nach der Getöteten mittels einer Gesichtsrekonstruktion gesucht, auch in der Sendung „Aktenzeichen XY“. Ohne Erfolg.

Das Landeskriminalamt Berlin rekonstruierte das Gesicht der Toten
Foto: Landeskriminalamt Berlin
Leiche im Spandauer Forst verbuddelt
An einem Dienstag im November 1988 stießen Waldarbeiter im Spandauer Stadtforst gegen 13.45 Uhr auf eine Frauenleiche, die bereits teilweise skelettiert war. Vermutlich hatten Tiere dort gebuddelt und so die sterblichen Überreste ans Tageslicht gebracht, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) mit.
Die Identität der Frau ist bis heute nicht bekannt. „Die Frau war offensichtlich Opfer eines Tötungsdeliktes geworden. Der Leichnam war in einem Jutesack verpackt“, so ein BKA-Sprecher. Um den Hals seien zwei kurze Kunststofftaue (Seile) verknotet gewesen, die üblicherweise im Wassersport Verwendung finden.

Die Frau trug vermutlich einen gitterartigen, rechteckigen Ohrring mit dunkelblauer Beschichtung aus Metall (Titan) am rechten Ohr
Foto: Landeskriminalamt Berlin
2500 Euro Belohnung ausgesetzt
Ein weiterer Hinweis, der möglicherweise hilfreich ist: „Bei dem Opfer wurde ein abgerissenes Stück Papier mit dem Stempelaufdruck des Gesundheitsamts des Bezirksamts Schöneberg, Beratungsstelle – Geschlechtskrankheiten, aufgefunden.“

Auch dieser Ohrring wurde gefunden
Foto: Landeskriminalamt Berlin
Eine rechtsmedizinische Untersuchung ergab, dass die Frau vermutlich bereits im Herbst 1987 unweit eines Parkplatzes an der Niederneuendorfer Allee vergraben wurde.
Für Hinweise, die zur Lösung des „Cold Case“ von 1988 beitragen, ist von der Staatsanwaltschaft in Berlin eine Belohnung von bis zu 2500 Euro ausgesetzt.