
AUDIO: Nachrichten 13:00 Uhr – 14.01.2026 (4 Min)
Stand: 14.01.2026 14:33 Uhr
Die Gewerkschaften ver.di und GEW erhöhen den Druck auf die Arbeitgeber im Tarifstreit. Zum Warnstreik im öffentlichen Dienst waren hunderte Menschen in Kiel und Lübeck auf der Straße.
Im Rahmen des ganztägigen Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben in Kiel und Lübeck am Mittwoch Demonstrationen stattgefunden. In Lübeck waren nach Angaben der Gewerkschaften rund 300 bis 350 Menschen auf der Straße, in Kiel demonstrierten demnach 550 bis 600 Menschen für bessere Bezahlung. In Schleswig seien es rund 350 Menschen gewesen. Beteiligt waren laut der Gewerkschaft ver.di Beschäftigte des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel und Lübeck. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte sich dem Warnstreik angeschlossen.

Auch in Kiel zog ein Demonstrationszug durch die Stadt.
In Neumünster und in den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde findet außerdem laut Mitteilung ein Warnstreik der GEW statt. Schulen und andere Bildungseinrichtungen sollen betroffen sein. Mitglieder der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sollen sich mit kleineren Aktionen an dem Protest beteiligen.
Wir fordern mehr Unterstützung, weil wir einfach viel tun für die Gesellschaft. Alle sind mal krank und müssen operiert werden. Unser Lohn ist einfach zu wenig für das, was wir hier leisten.
Demonstrantin vom UKSH in Kiel

Eine Menschenkette für mehr Geld in der Tasche: Gewerkschaften und Landesbeschäftigte haben am Dienstag vor der Staatskanzlei in Kiel protestiert.
Notdienst im UKSH Kiel und Lübeck eingerichtet
Um lebensgefährliche Situationen zu verhindern, wird ver.di nach eigenen Angaben am Streiktag für einen Notdienst an den beiden Standorten am UKSH sorgen. Für alle Bereiche sind laut der Gewerkschaft Mindestbesetzungen festgelegt – Notfälle würden uneingeschränkt versorgt. Auch das Zentrum für integrative Psychiatrie in Lübeck soll bestreikt werden, ebenso der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, der Denkmalschutz und weitere Landesämter.
Finanzministerin Schneider mahnt zur Bezahlbarkeit
Die Gewerkschaft ver.di und der Beamtenbund dbb fordern unter anderem sieben Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, mindestens aber 300 Euro mehr pro Monat. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) weist die Forderungen allerdings als unbezahlbar zurück. Schleswig-Holsteins Finanzministerin Silke Schneider (Grüne) verwies auf die schwierige Haushaltslage der Länder.
Das ist ein Spannungsfeld. Wir müssen gute Kräfte finden, wir müssen sie sichern. Und da ist die Besoldung natürlich ein ganz wichtiger Teil und gleichzeitig muss es natürlich bezahlbar bleiben.
Schleswig-Holsteins Finanzministerin Silke Schneider (Grüne)
Tarifstreit: Gespräche am Tag nach dem Warnstreik geplant
Der Auftakt der Tarifverhandlungen im Dezember war ergebnislos verlaufen. Als Reaktion hatten bereits unter anderem Beschäftigte aus den Straßenmeistereien gestreikt. Am Donnerstag und Freitag treffen sich die Spitzen von ver.di und dbb erneut mit den Arbeitgebern der Landesbeschäftigten in Potsdam.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.01.2026 | 13:00 Uhr