In einer Welt, in der in diesen Zeiten oft vom Ende gesprochen wird – vom Klimawandel, vom Ende der Demokratie, vom Ende der Menschlichkeit – legt die Wuppertaler Filmwerkstatt ihren Fokus passend zum Start in das Jahr 2026 auf die Frage: Was passiert eigentlich „am Anfang“?
Die Filmwerkstatt präsentiert vier Filmprojekte, die sich auf persönliche, poetische und radikale Weise mit dem Moment des Neubeginns auseinandersetzen. Drei Filme stammen direkt aus dem kreativen Kollektiv der Wuppertaler Filmwerkstatt. Diese Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wuppertal als Filmstadt sichtbar zu machen und unter dem Netzwerk Gedanken, Film und Akteure in der Stadt miteinander zu verbinden, um gemeinschaftlich zu kreieren.
Drei Kurzfilme stammen aus dem Kollektiv der Filmwerkstatt
In den drei Kurzfilmen „The Watcher“, „Kreislauf“ und „Im Werden“ nähert sich die Filmreihe dem Thema „am Anfang“ aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Filme erzählen von inneren und äußeren Neubeginnen, von Übergängen, Wiederholungen und Momenten des Wandels.
Der Kurzfilm „The Watcher“ von Olaf Lenz und Sadegh Karimi erzählt einen Moment des Augenblicks. Der Film ist eine Improvisation, die zusammen mit einer Gruppe von Schauspieler:innen und Statist:innen entstanden ist. Er zeigt das Leben als eine Erfahrung, die in jedem Moment neu beginnt.
Der filmische Beitrag „Kreislauf“ von Melissa Arcak und Camilla Jacob beschreibt das Schicksal einer jungen Frau, die nach einem Unfall im Krankenhaus mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird und festgefahrene Muster zu durchbrechen versucht.
Sophia Rieß und Jona Steber erzählen in ihrem Kurzfilm „Im Werden“ drei ineinander verwobene Geschichten, in denen die Protagonisten zum selben Zeitpunkt einen Neuanfang wagen und sich im Prozess des Werdens verändern.
„Vitja“ wurde bei den Biberacher Filmfestspielen ausgezeichnet
Der vierte filmische Beitrag ist eine Abschlussarbeit von Christina Keilmann, ebenfalls Teilnehmerin der Filmwerkstatt. Ihr mittellanger Spielfilm „Vitja“ beschäftigt sich mit Themen wie Entwurzelung, Trauma und Stigmatisierung von Homosexualität. Nach dem Angriff auf die Ukraine flieht Viktor aus dem repressiven Russland nach Berlin und startet dort einen Neuanfang. Er verliebt sich in David, doch seine traumatische Vergangenheit steht ihm im Weg. „Vitja“ wurde im Rahmen der Biberacher Filmfestspiele mit dem Biber für „Mittellange Filme“ ausgezeichnet und erzählt auf beeindruckende Weise die innere Zerrissenheit eines traumatisierten Menschen, die sich im Beziehungskontext äußert. »red«
Wuppertaler Filmwerkstatt