Nico Willig und der VfB – das passt! Foto: IMAGO/Fotostand
Zehn Jahre Trainer in einem Verein zu sein, ist in diesen Zeiten eher die Ausnahme denn die Regel. Nico Willig ist es gelungen. Eine Würdigung.
Eines vorweg: Es ist natürlich alles andere als ausgeschlossen, dass Nico Willig doch noch eines Tages den Verlockungen erliegt und sich einem anderen Club anschließt. Abzuzeichnen aber scheint sich eher, dass der Tübinger noch das eine oder andere Jahr an seine nun zehn beim VfB Stuttgart von 1893 anhängt. Just auf den Tag genau am 14. Oktober 2016 startete Willig beim VfB Stuttgart. Kurz zuvor bestand er den Lehrgang zum Fußballlehrer an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef, mit den Teilnehmern Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco bildete er eine Fahrgemeinschaft.
Er ging wie so viele vor ihm den Weg von Degerloch nach Bad Cannstatt, begann in der Mercedesstraße als Trainer der U16. Seine ersten Schritte ging er nach seiner aktiven Karriere beim Heimatclub TSG Balingen. Über die weiß-rote U17 ging es zur U19, mit der Willig große Erfolge einheimsen konnte. 2022 gewann er den DFB- und WFV-Pokal mit der Mannschaft, 2025 den Mercedes-Benz-Junior-Cup und auch am DFB-Pokaltitel 2019 hatte Willig großen Anteil. Nur eben im Endspiel keine Zeit, weil er als Interimstrainer der VfB-Profis versuchte, den leckgeschlagenen Dampfer noch vor dem Kentern zu retten.
Was ihm nicht gelang – wenn man so will der einzige Mini-Makel in Willigs Vita. In der Folge zog er wieder zur U19, der wichtigen Schnittstelle zwischen Ausbildungs- und Profifußball. Lilian Egloff, Dennis Seimen, Benedict Hollerbach, Mattis Hoppe, Jakov Suver, Benjamin Boakye, Luca Raimund, Jan-Carlo Simic, Raul Paula, Laurin Ulrich und Jarzinho Malanga sind alle von Willig zu Profis geformt worden.
Der 45-Jährige gilt als idealer Ausbilder, pflegt einen pädagogischen Ansatz, hat stets einen guten Draht zu seinen Schützlungen. Zur Saison 2025/26 übernahm er die zweite Mannschaft des VfB in der 3. Liga. Dort steht er mit der jungen Mannschaft auf dem 10. Tabellenplatz, am Wochenende beginnt mit dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg das Pflichtspieljahr.
Mit einem Trainer an der Seitenlinie, der die nächste Generation an Talenten zu Profis machen wird.