Wien. Fünfter Bezirk. Margareten. Touristen finden hier, versteckt in einem gemütlichen Grätzl, wie die österreichischen Großstädter ihre Wohnviertel nennen, das frühere Stammlokal von Musikstar „Falco“. Es heißt „Zum alten Fassl“ und besticht durch ein uriges Interieur.
In der Gastronomie steigen die Preise für das beliebte Schnitzel
Dort, wo das Schnitzel Teil des Selbstverständnisses ist, gibt es das „original Wiener Schnitzel“, wie es auf der Website heißt, noch für 21,90 Euro. Knusprig, wellig paniert und mit einem schmackhaft lauwarmen Erdäpfel-Vogerlsalat (Kartoffel-Feldsalat). Und die Portion kann sich sehen lassen.
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Hier ist die Schnitzel-Welt noch in Ordnung, während in Deutschland teils heftig über gestiegene Essenspreise in der Gastronomie debattiert wird. Das betrifft zum Beispiel das vor allem (aber nicht nur) im Süden zwischen Hessen, Baden-Württemberg und Bayern weitverbreitete panierte Schnitzel.
Exemplarisch erklärte etwa der Wirt Alexander Bösch vom Gasthaus „Adler“ aus dem oberschwäbischen Gaisbeuren im Gespräch mit Schwäbische.de: „Das Problem ist: Jeder meint zu wissen, was ein Essen kosten darf. Doch es gibt gravierende Unterschiede, ob ein Schnitzel zu Hause oder im Restaurant gebraten wird.“
Teure Schnitzel: Gastronomen verweisen auf hohe Kosten
Gastronomen verweisen auf gestiegene Kosten, zum Beispiel für Personal oder Gas, während die schwarz-rote Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastro von 19 auf sieben Prozent gesenkt hat. Was ebenfalls für Diskussionen sorgt, weil etwa die Fast-Food-Kette McDonald’s deshalb ihre Preise für mehrere Menüs gesenkt hat, was Kritiker wiederum als ein angebliches Druckmittel gegen die gesamte Branche bemängeln.

Im Wirtshaus „Zum alten Fassl“ in Wien kostet das original Wiener Schnitzel (Foto) mit Beilage noch 21,90 Euro. (Foto: Patrick Mayer)
Ob an Stammtischen oder in der Politik: Immer wieder fällt in der hitzigen Debatte der Begriff Schnitzel. Nur ein Beispiel: Im Oktober hatte Mecklenburg-Vorpommerns Tourismusminister Wolfgang Blank (parteilos) im Gespräch mit der „Ostsee-Zeitung“ kritisiert, dass ein Schweineschnitzel auf Rügen 24,40 Euro gekostet habe. Viel weiter südlich in der Republik gibt es ein paniertes Schnitzel dagegen sogar für über 40 Euro, in diesem Fall immerhin vom Kalb.
Wiener Schnitzel: Münchner Wirtshaus verlangt über 40 Euro
Die Rede ist vom „Klinglwirt“, das Lokal sei „Münchens erstes Bio-Wirtshaus“, heißt es auf der Website. Zutaten, Speisen und schließlich der gastronomische Betrieb sollen nachhaltig und klimafreundlich sein, wird betont. Ein Blick auf die Speisekarte verrät: Das Original Wiener Schnitzel vom bayerischen Bio-Kalb mit Preiselbeeren und Bio-Bratkartoffeln sowie mit einem gemischten Bio-Salat kostet 41,90 Euro. Trotz aller Nachhaltigkeit passt dieser Preis offenbar nicht jedem.
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Eine Frau bemängelte zum Beispiel im Juni 2025 in ihrer Bewertung zum Restaurantbesuch bei „Tripadvisor“, dass besagtes Wiener Schnitzel „vom Kalb für 41,90 mit Salat und Bratkartoffeln“ nun „wirklich kein Schnäppchen“ gewesen sei. Auch, wenn man wüsste, „dass Bio-Fleisch viel teurer sein muss“. Und weiter: „Das Schnitzel war am Anfang ganz ok, aber mehr sicher nicht.“ Ein anderer Mann kritisierte auf derselben Plattform zum Lokal „auch in München gehobene Preise“.
Gastro-Preise: In Deutschland ist eine „Schnitzelpreis-Debatte“ entfacht
Etliche Bewertungen bei „Tripadvisor“ fallen dagegen positiv aus, aber der Schnitzelpreis über 40 Euro zieht offenbar Aufmerksamkeit nach sich. Ein Vergleich: In anderen bayerischen Wirtshäusern direkt an der berühmten Münchner Frauenkirche kostet das Wiener Schnitzel vom Kalb zwischen 29 und 30,50 Euro.
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Während die polarisierenden Diskussionen um die Gastro-Preise zwischen Mecklenburg-Vorpommern, München und Bodensee weitergehen, sehen verschiedene Medien in Deutschland mittlerweile sogar eine regelrechte „Schnitzelpreis-Debatte“ entfacht.