Washington/Gaza – Die Umsetzung des Gaza-Friedensplans geht jetzt nach Angaben der USA in die zweite Phase.
Darin gehe es um die Entwaffnung der Hamas, die Einsetzung einer technokratischen Übergangsregierung und den Beginn des Wiederaufbaus des Gazastreifens, teilte der US-Sondergesandte Steve Witkoff (68) auf der Plattform X (ehemals Twitter) mit.
Die USA erwarteten von der Hamas, dass sie ihren Verpflichtungen vollständig nachkomme, einschließlich der sofortigen Rückgabe der letzten toten Geisel. Falls sie dem nicht nachkomme, werde das schwerwiegende Konsequenzen haben, warnte Witkoff.
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Zuvor wurden zudem die Mitglieder der Übergangsregierung aus palästinensischen Technokraten bekannt gegeben. Das Komitee soll den großflächig zerstörten Gazastreifen vorübergehend verwalten.
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▶︎ Der von den USA vorangetriebene Friedensplan sieht die Übergangsregierung ab der zweiten Phase vor. Dieses Gremium solle „sofort alle Aufgaben und alle Verantwortungen im Gazastreifen übernehmen, um das tägliche Leben und die Grundversorgung zu verwalten“, hieß es laut Al-Kahira News von den Teilnehmern des Treffens in Kairo.
▶︎ Palästinensischen Medien zufolge besteht die Übergangsregierung aus 14 Mitgliedern, wobei der Leiter des Komitees, Ali Schaath, vorübergehend einen zweiten Posten innehat. Palästinensischen Beobachtern zufolge haben alle 14, darunter eine Frau, keinerlei Verbindungen zur Hamas. Dies ist im Gaza-Plan so vorgesehen.
Schaath wiederum war früher stellvertretender Verkehrsminister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), die Teile des Westjordanlandes verwaltet. Israel hat sich in der Vergangenheit vehement dagegen ausgesprochen, dass die PA in Zukunft eine Rolle im Gazastreifen spielen könnte.
Mehr zum ThemaIn zweiter Phase soll Hamas entwaffnet werden
Hintergrund: Der Gaza-Krieg war vom beispiellosen Massaker der Hamas und anderer extremistischer Organisationen am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Damals töteten die Terroristen in Israel rund 1200 Menschen und verschleppten mehr als 250 weitere in den Gazastreifen. Israel griff daraufhin eigenen Angaben zufolge Ziele der Hamas in dem Küstengebiet an. In zwei verheerenden Kriegsjahren wurden tausende Palästinenser im Gazastreifen getötet.
▶︎ US-Präsident Donald Trump hatte den Friedensplan im September 2025 vorgestellt. Die Waffenruhe trat dann kurz darauf am 10. Oktober in Kraft. Im Rahmen des ersten Teils des Abkommens sollten unter anderem alle aus Israel Entführten und die Leichen der Geiseln übergeben werden. Die sterblichen Überreste eines Israelis befinden sich aber weiterhin im Gazastreifen.
▶︎ Im nächsten Schritt soll die Hamas entwaffnet werden. Aber: Die Terrororganisation lehnt dies bislang ab. Hamas-Mitglieder, die sich zu einer friedlichen Koexistenz mit Israel und zur Niederlegung ihrer Waffen verpflichten, sollen Amnestie erhalten.
Mehr zum ThemaStabilisierungstruppe soll für Ordnung sorgen
Die zweite Phase sieht zudem eine internationale Stabilisierungstruppe (ISF) vor, die im Gazastreifen für Ordnung sorgen soll. Ihre genaue Zusammensetzung ist allerdings noch offen.
▶︎ Ein internationaler „Friedensrat“ soll unter Leitung von US-Präsident Donald Trump die Übergangsregierung beaufsichtigen. Auch die Besetzung dieses „Friedensrats“ muss noch geklärt werden. Dieser soll dann auch die „Stabilisierungstruppe“ aufbauen.
▶︎ Außerdem soll die israelische Armee aus dem Großteil des Gazastreifens abziehen und bislang gehaltene Gebiete schrittweise an die ISF übergeben.
Klar ist: Ob der Übergang zur zweiten Phase am Ende tatsächlich gelingt, ist ungewiss. Viele Punkte sind noch ungeklärt. Die Verhandlungen dürften wegen starker Differenzen zwischen den Kriegsparteien noch schwieriger werden als über die erste Phase.