Zollbeamte stehen vor einem Nagelstudio in der Kölner Innenstadt.

Stand: 14.01.2026 16:44 Uhr

Mehr als 1.000 Einsatzkräfte haben Nagelstudios in mehreren Bundesländern durchsucht. Im Fokus: ein 56-Jähriger aus Düsseldorf. Er soll Ausländer zum Arbeiten ins Land geschleust und Steuern hinterzogen haben.

Mit einer Großrazzia in fünf Bundesländern sind die Behörden gegen Schwarzarbeit in Nagelstudios vorgegangen. Über 1.000 Einsatzkräfte von Bundespolizei, Zoll, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft durchsuchten einer gemeinsamen Mitteilung zufolge 49 Wohn- und Geschäftsräume in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht demnach ein 56 Jahre alter Betreiber von Nagelstudios aus Düsseldorf. Gegen ihn besteht der Verdacht auf gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern, des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und der Steuerhinterziehung.

Drei Haftbefehle vollstreckt

Die Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-Westfalen wirft ihm vor, seit 16 Jahren zeitgleich Nagelstudios neben anderen Orten in Düsseldorf, Köln, Dortmund, Stuttgart und im Landkreis Darmstadt-Dieburg betrieben zu haben. Dabei soll er vietnamesische Staatsangehörige ohne Aufenthaltserlaubnis beschäftigt haben.

Insgesamt vollstreckten die Ermittler drei Haftbefehle in Düsseldorf und Dortmund. Neben dem Mann aus Düsseldorf wurden zwei Leiterinnen von Nagelstudios (36 und 44 Jahre) festgenommen. Insgesamt soll ein Schaden bei den Steuereinnahmen und für die Sozialkassen von mehr als sieben Millionen Euro entstanden sein. Gegen weitere 24 Beschuldigte laufen noch Ermittlungen.