MUCBOOK: Wenn man auf der Brücke Handel betreiben oder sogar wohnen kann, dann würde das ja bedeuten, dass sie breiter wird als sie eh schon ist. Wie kann man sich das vorstellen?
Ehbauer: Das mit der Verbreitung ist nichts Neues. Bei meiner Recherche bin ich auf einen Entwurf gestoßen, mit der Idee, die gesamten Gleise bis zum Hauptbahnhof zu überdecken. Das ginge dann ziemlich in Richtung Stuttgart 21. Ich weiß aber nicht, ob sich München das antun möchte. Als nächsten Schritt werden wir voraussichtlich im April den dann neuen Stadtrat bitten, uns mit einer Machbarkeitsstudie zu beauftragen, um zu prüfen, in welche Richtung wir überhaupt weiterdenken können.
MUCBOOK: Was man ja auch noch hat, ist der Raum unter der Brücke. Der wurde in der Vergangenheit auch schon genutzt. Was sehen Sie da für Möglichkeiten?
Ehbauer: Es gibt immer wieder Anfragen auf Nutzungen. Das Problem ist, dass vieles nicht genehmigt werden kann, zum Beispiel weil es zu laut ist. So etwas könnte man beim Neubau beheben. Aber auch da müssen wir schauen, was geht und was nicht geht. Sehr gut kann ich mir vorstellen, dass der Raum unter der Brücke als Verbindung der Quartiere gedacht wird. Mir als Frau ist zudem wichtig, dass endlich Angsträume beseitigt werden, die jetzt zum Teil vorhanden sind.
MUCBOOK: Welche Mitmachmöglichkeiten gibt es denn?
Ehbauer: Wir sind grundsätzlich für alle konstruktiven Anregungen dankbar, über welchen Kanal auch immer. Das weitere Vorgehen sieht so aus, dass wir auf Basis der Machbarkeitsstudie in die Planung gehen wollen. Im Prozess sollen aber nicht nur Fachleute und politische Vertreter zu Wort kommen, sondern auch Menschen, die die Interessen derjenigen repräsentieren, die mit der Maßnahme unmittelbar konfrontiert sind.
MUCBOOK: Die Hackerbrücke soll ja auch saniert werden. Wenn jetzt aber die Donnersberger das nächste große Thema wird, schließen Sie dann die Verkehrsberuhigung auf der Hackerbrücke aus, weil wir diese als Entlastung für die Umbauphase an der Donnersberger brauchen?
Ehbauer: Das schließe ich ganz und gar nicht aus. Die Hackerbrücke wird jetzt ertüchtigt und wird danach wieder mehr Last aufnehmen können, das ist richtig. Aber dass man die Hackerbrücke trotzdem zu einer Fuß- und Radwegbrücke macht, schließe ich nicht aus. Es kann natürlich passieren, dass man sie als Ausweichoption braucht, aber ehrlich gesagt, ist der zwangsläufige Neubau der Donnersberger für die Hackerbrücke sogar die beste Chance, dass sich die Situation für den Fuß- und Radverkehr dort deutlich verbessert. Wenn wir mit dem Neubau der Donnersberger Brücke zu lange warten, laufen wir nämlich Gefahr, irgendwann sagen zu müssen, LKWs dürfen sie nicht mehr befahren, weil sie das nicht mehr aushält, und müssten stattdessen über die Hackerbrücke fahren.
MUCBOOK: Können Sie schon abschätzen, wie lange der Neubau der Donnersbergerbrücke in etwa dauern würde?
Ehbauer: Da mache ich keine Prognose. Das kommt sehr darauf an, wie sie gebaut wird und es ist auch eine Frage der Verkehrsplanung.
MUCBOOK: Vielen Dank für das Gespräch, Frau Ehbauer!