Hamburg hat im Jahr 2025 insgesamt 6.734 neue Wohnungen genehmigt und damit leicht mehr als im Vorjahr. Nach Angaben der Stadt setzt sich damit die im Jahr 2024 eingesetzte Erholung auf dem Wohnungsbaumarkt fort. Während bundesweit die Zahl der Baugenehmigungen 2024 um 15 Prozent zurückging, verzeichnete Hamburg damals bereits ein Plus von 24 Prozent gegenüber 2023. Nun stabilisieren sich die Genehmigungszahlen weiter.

Im Vergleich zu 2024 wurden 2025 exakt 24 zusätzliche Wohneinheiten bewilligt. Seit 2011 summiert sich die Zahl der in Hamburg genehmigten Wohnungen damit auf 145.666. Die Stadt führt die positive Entwicklung auf verschiedene Maßnahmen zur Beschleunigung und Vereinfachung des Bauens zurück – darunter Erleichterungen beim Dachgeschossausbau und bei Aufstockungen sowie Programme zur Senkung der Baukosten.

Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein (SPD) wertet die Zahlen als Zeichen eines sich erholenden Marktes. „Neue Wohnungen sind der zentrale Schlüssel im Kampf gegen hohe Mieten“, sagte Pein. Hohe Zinsen und Baukosten hätten den Wohnungsbau in den vergangenen Jahren gebremst, doch Hamburg habe gemeinsam mit Verwaltung und Wirtschaft gegengesteuert. Für 2026 erwartet sie weitere Impulse – etwa durch den Hamburg-Standard, die neue Bauordnung sowie zusätzliche Unterstützungen des Bundes.

CDU spricht von „Absurdität“

Deutliche Kritik kommt von der Opposition. Die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Anke Frieling, warf dem Senat Schönfärberei vor: „Der rot-grüne Senat feiert sich für ein Plus von 24 zusätzlich genehmigten Baugenehmigungen im Vergleich zu 2024. Das ist an Absurdität kaum zu übertreffen.“ Die Genehmigungszahlen lägen weiterhin „weit unter den ursprünglichen Zielen von 10.000 pro Jahr“.

Besonders in den Vorbehaltsgebieten passiere „aktuell quasi gar nichts“, so Frieling. Der vielbeschworene Hamburg-Standard sei bislang „Ankündigung und Versprechen“, die Baukosten blieben zu hoch. Auch der vom Bund eingeführte „Bau-Turbo“ werde nicht angewendet: „Schon jetzt hören wir aus den Bezirken, dass die Bezirkspolitiker bei dem Versuch, Paragraph 246e Baugesetzbuch zur Anwendung zu bringen, auf Granit beißen.“

Wohnungswirtschaft lobt Ergebnis

Unterstützung bei der Bewertung der Zahlen kommt dagegen von der Wohnungswirtschaft. Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), sprach von einem „respektablen Ergebnis angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen“. Darauf lasse sich 2026 aufbauen.

Jetzt brauche es aber weitere Schritte: weniger Bürokratie, eine „entschlackte“ Landesbauordnung, schnellere Genehmigungen und geringere Kosten. Hamburg-Standard und Bau-Turbo lägen zwar vor, doch müssten die Bauämter die vorhandenen Möglichkeiten auch konsequent nutzen. „Wir brauchen Ermöglicher!“, so Breitner.