Ein Weg, in der Mitte steht ein Poller.

Stand: 14.01.2026 18:05 Uhr

Am Landgericht Bochum ist am Mittwoch ein Urteil in einem kuriosen Streit um einen Straßen-Poller gefallen. Ein Anwohner hatte eine Zufahrt versperrt. Andere Anlieger hatten erreicht, dass der Poller weg muss. Das hat das Gericht nun bestätigt.

Die Nachtigallstraße in Bochum-Stiepel ist eine Privatstraße im Eigentum mehrerer Parteien. Am Ende der Straße liegt seit mehr als 100 Jahren eine kleine Siedlung. Anfang Dezember war die Zufahrt plötzlich versperrt: Ein Anwohner und Besitzer eines Teils der Nachtigallstraße hatte einen Poller mitten auf dem Weg aufgestellt, weil er sich vom Verkehr gestört fühlte.

Poller blockiert Zufahrt für Anwohner und Pflegedienste

Durch den Poller konnten Anwohner der Siedlung ihre Häuser nicht mehr mit dem Auto erreichen. Auch die Post, Müllabfuhr und Pflegedienste kamen nicht mehr durch. Per einstweiliger Verfügung erwirkten andere Eigentümer der Straße daraufhin, dass der Poller wieder entfernt wird.

Das hat das Landgericht Bochum am Mittwoch in einem Urteil bestätigt. Die Entscheidung des Gerichts: Die Zufahrt muss frei bleiben. Es ist aber gut möglich, dass der Streit in die nächste Runde geht, denn das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Schuldzuweisungen unter Anwohnern in Bochum-Stiepel

Der Eigentümer des Pollers sieht die Verantwortung für die Eskalation auch bei den übrigen Anwohnern. In einer schriftlichen Stellungnahme an den WDR erklärte er Mitte Dezember: „Jegliche Korrespondenz von unserer Seite wurde abgelehnt. Unsere Briefe wurden ungeöffnet in unseren Briefkasten zurückgelegt, mit dem lapidaren Kommentar, man wisse ja, was darin stünde.“

Wäre die Nachtigallstraße keine Privatstraße, hätte sich der Konflikt in dieser Form vermutlich nie entfaltet. Die Stadt Bochum hatte bis 2024 über einen Zeitraum von 16 Jahren versucht, die private Straße in eine öffentliche umzuwandeln.

Unsere Quellen:

  • Landgericht Bochum
  • Stellungnahmen der Eigentümer
  • WDR-Reporter vor Ort

Sendung: WDR 2, Lokalzeit Rhein und Ruhr, 14.01.2026, 17:31 Uhr

Hinweis der Redaktion, 14.01.2026, 18.30 Uhr:
Ursprünglich hatten wir berichtet, dass der Prozess am Amtsgericht Bochum verhandelt wird. Es handelte sich jedoch um das Landgericht in Bochum. Wir bitten, die Verwechslung zu entschuldigen.

Westdeutscher Rundfunk