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Russlands Wirtschaft fungiert längst als Zielobjekt im Ukraine-Krieg. Ein neuer Drohnenschlag reiht sich nun in die fortlaufende Kiewer Strategie ein.
Kiew/Moskau – Im Ukraine-Krieg hält Kiew an seiner bewährten Strategie fest, Einrichtungen der russischen Wirtschaft gezielt mit Drohnen zu attackieren. Immer wieder werden Öl-Raffinerien, Depots oder wichtige Versorgungswerke für die Streitkräfte von Wladimir Putin getroffen. Nun gibt es erneut Meldungen über einen erfolgreichen Schlag: Wie Exilenova+ berichtet, ist nach einer Drohnenattacke ein Brand in einer Industrieanlage in der Oblast Rostow ausgebrochen.
Ukrainische Langstreckendrohnen vor dem Flug. Erneut gab es im Ukraine-Krieg einen Angriff auf Russlands Wirtschaft. (Archivbild) © Evgeniy Maloletka/AP/dpa
Laut Ukrainska Pravda griff das Feuer auf Treibstofftanks über. Zudem wurden Schäden in einem Wohngebiet gemeldet. Das russische Verteidigungsministerium behauptete am Morgen, dass Luftverteidigungssysteme 48 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört hätten. Von möglichen Schäden an Einrichtungen von Russlands Wirtschaft war hingegen nicht die Rede.
Angriff auf Russlands Wirtschaft: Wohl Industrieanlage in Rostow getroffen
Laut Augenzeugenberichten der Kyiv Independent verursachte eine russische Luftabwehrrakete den Brand im Wohngebäude. Der Gouverneur der Oblast Rostow, Juri Slyusar, gab bekannt, dass ein Mann bei dem Brand ums Leben gekommen sei. Slyusar behauptete außerdem, dass ein Industriebetrieb durch den Drohnenangriff in Brand geraten sei, nannte aber nicht den Namen der Anlage.
Die Region um Rostow steht immer wieder im Fokus der ukrainischen Angriffe gegen Russlands Wirtschaft. Die Oblast liegt knapp 100 Kilometer östlich der russisch-ukrainischen Grenze und in der Nähe des Asowschen Meeres. Aufgrund dieser geografischen Lage sind in der Region Ölanlagen angesiedelt, die vorrangig zum Ziel der ukrainischen Strategie im Ukraine-Krieg werden.
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Erst kurz vor dem jüngsten Angriff auf Russlands Wirtschaft war dem Militärgeheimdienst SBU ein Schlag gegen die russische Kriegsindustrie gelungen. In Zusammenarbeit mit der ukrainischen Marine und den Streitkräften konnte eine Drohnenproduktionsanlage in der Region Taganrog angegriffen werden. Nach ukrainischen Angaben habe der Angriff auf die Fabrik „Atlant-Aero“ mehrere Explosionen und einen Brand ausgelöst. Der SBU rechnet damit, dass durch den erfolgreichen Angriff die Produktionskapazität der Drohnenfabrik verringert und damit auch Russlands Fähigkeit für Aufklärungs- und Angriffsoperationen geschwächt wurde.
Russlands Wirtschaft: Kiew zielt im Ukraine-Krieg auf Putins Kriegskasse
Die ukrainische Führung unter Wolodymyr Selenskyj führt bereits seit längerer Zeit eine systematische Offensive gegen die russische Wirtschaft. Immer wieder werden Drohnenangriffe auf Ölraffinerien und Treibstofflager verübt. Auch weitere Bereiche der russischen Infrastruktur werden kontinuierlich attackiert. Das übergeordnete Ziel dieser Drohneneinsätze besteht darin, Wladimir Putins Versorgungslinien zu schwächen und dessen Kriegsfinanzierung zu belasten.
In Fachkreisen wird über die Wirksamkeit dieser Strategie diskutiert. Zeitweise entstanden Versorgungsdefizite in verschiedenen Oblasten. Mittlerweile gelang es der russischen Regierung jedoch, diese Ausfälle auszugleichen. Kiew vertraut derweil dabei auf fortlaufende Attacken, die planmäßig die Instandsetzung bestimmter Einrichtungen behindern sollen. Die kontinuierlichen Angriffe auf Russlands Wirtschaft haben zudem eine weitere Wirkung: Sie demonstrieren den westlichen Partnern, dass die ukrainischen Streitkräfte trotz Nachschubschwierigkeiten nach wie vor kampfbereit sind. (Quellen: Ukrainska Pravda, Exilenova+, Kyiv Independent) (fbu)