In den vergangenen Jahren blühte im Horrorfilm eine Unterkategorie richtig auf: Stephen King-Verfilmungen. Die spannenden Geschichten des US-amerikanischen Autors eroberten dabei nicht nur die große Leinwand, sondern breiteten sich durch aufwendige Serien wie Mr. Mercedes, Castle Rock und The Outsider im Fernsehen aus.

Ohne einen Film wäre dieser Hype aber nicht denkbar gewesen: ES aus dem Jahr 2017. Hierbei handelte es sich um den ersten Teil von Andy Muschiettis Verfilmung des gleichnamigen King-Romans, der in die beschauliche Kleinstadt Derry entführt. Ende der 1980er Jahre verschwindet hier ein kleiner Junge – von der finsteren Clownsgestalt Pennywise (Bill Skarsgård) wird er in die Kanalisation gezogen.

  • Heute im TV: ES läuft heute Abend um 22:50 Uhr. Die Ausstrahlung geht bis 01:25 Uhr. Die Wiederholung folgt in der Nacht von Freitag auf Samstag um 01:10 Uhr. Hier findet ihr alle Streaming-Optionen zum Film.

Horror-Hype: ES verwandelte sich in einen Mega-Erfolg

Gedreht mit einem Budget von rund 35 Millionen US-Dollar verwandelte sich ES für Warner Bros. in einen gigantischen Erfolg. Über 700 Millionen US-Dollar konnte der Horrorfilm weltweit einspielen, 329 Millionen US-Dollar davon allein in den USA, wie die Zahlen bei Box Office Mojo  zeigen. Kein anderer Genre-Vertreter war erfolgreicher.

Doch woher kommt die Faszination für Es? Der Erfolg kann auf mehrere Dinge zurückgeführt werden, angefangen bei der unheimlichen Gestaltung von Pennywise. Bill Skarsgårds Terror-Clown wirkt, als wäre er direkt aus einem Albtraum entsprungen, wenn er da im Abfluss lauert und die Spucke aus seinen Mundwinkeln tropft. Schon in Stephen Kings ES, der ABC-Miniserie von 1990, verstörte diese Erscheinung.

Gewissermaßen profitiert die Neuverfilmung des Stoffs somit ebenfalls von einem Nostalgiebonus. Nicht nur Leser:innen der Buchvorlage fühlen sich an schaurige Stunden zurückerinnert, sondern auch all jene, die sich bei einer Ausstrahlung der Miniserie vor den Fernseher verirrt haben und nicht mehr wegschauen konnten. Dass der neue Film zudem überwiegend positiv besprochen wurde, dürfte ebenfalls nicht schaden.

Ein Horrorfilm, der vor allem mit seinem Cast begeistert

Die größte Stärke liegt aber im Casting der Hauptdarsteller verborgen. Jaeden Martell, Sophia Lillis, Jeremy Ray Taylor, Finn Wolfhard, Wyatt Oleff, Chosen Jacobs und Jack Dylan Grazer sind goldwert für diesen Film. Zudem erweckt Andy Muschiette den Losers Club mit einer Natürlichkeit zum Leben, als hätte er jahrelang nichts anderes getan, als Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers zu analysieren.

ES entpuppte sich 2017 als einer jener Filme, die sich aufgrund von Mundpropaganda mehrere Wochen stabil in den Kinocharts halten konnten und einen bemerkenswerten Hype entfachten. Auf Moviepilot verzeichnet er inzwischen knapp 6000 Bewertungen mit einem Schnitt von 7,1 von 10 Punkten – ein stolzer Wert, der sogar jüngere Horror-Hits wie Hereditary, Midsommar und The Substance übertrifft.

Dieser Artikel wurde erstmals in ähnlicher Form im April 2020 bei Moviepilot veröffentlicht.