Die Zahl der Apotheken in Düsseldorf erreicht einen neuen Tiefstwert. Nach einer jüngst veröffentlichten Statistik der Apothekerkammer Nordrhein wurden 2025 sechs Apotheken geschlossen, nur eine neu eröffnet. Damit gehört Düsseldorf – zusammen mit Duisburg – zu den Negativ-Spitzenreitern.
Der rückläufige Trend zeigt sich auch in weiten Teilen der Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln. Zum Jahresanfang 2025 hatte es im Bezirk der Apothekerkammer Nordrhein noch 1940 Apotheken gegeben, im weiteren Verlauf schlossen dann aber 48. Nur fünf Neueröffnungen kamen dazu. Damit sank die Gesamtzahl auf 1897 Apotheken – ein Minus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet diese Entwicklung immer weitere Wege zur nächsten Apotheke, insbesondere auch für den Nacht- und Notdienst. „Die Apotheken vor Ort sind weiterhin das Rückgrat der Arzneimittelversorgung: kompetent, niederschwellig, persönlich und unverzichtbar“, sagt Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein mit Sitz in Düsseldorf und der Bundesapothekerkammer.
Wirtschaftliche Belastungen, Personalmangel und strukturelle Herausforderungen würden allerdings weiter ansteigen, kritisiert Hoffmann. „Das gefährdet immer mehr Betriebe.“ Bundesweit betrug demnach das Minus 2,8 Prozent. Von den zu Jahresanfang 2025 geöffneten 17.041 Apotheken blieben Ende Dezember nur noch 16.601 Betriebe übrig.
Einzelne Neugründungen zeigen nach Ansicht der Apothekerkammer, dass junge Apothekerinnen und Apotheker durchaus bereit seien, Verantwortung zu übernehmen. Um die wohnortnahe Arzneimittelversorgung dauerhaft zu sichern, sieht die Apothekerkammer Nordrhein aber vor allem die Bundesregierung in der Pflicht.
CDU/CSU und SPD haben zwar in ihrem Koalitionsvertrag eine Erhöhung des Apothekenhonorars angekündigt – im Referentenentwurf zur Apothekenreform, den das Bundeskabinett am 17. Dezember vorgelegt hat, fehlt diese jedoch vollständig. „Ohne eine klare und spürbare Anpassung des Apothekenhonorars ist die flächendeckende Versorgung auf Dauer nicht zu halten“, sagt Hoffmann. „Die Apotheken arbeiten seit Jahren am Limit. Die Honoraranpassung ist kein politisches Wünsch-dir-was, sondern zwingend notwendig.
So sieht es in der Region aus
Düsseldorf und Duisburg hatten mit je sechs Apothekenschließungen und lediglich einer Neueröffnung 2025 den größten Rückgang. In der Städteregion Aachen schlossen fünf Apotheken (keine Neueröffnung). Der Kreis Viersen verlor wiederum vier Apotheken (keine Neueröffnung). Ein positives Signal kommt demnach aus dem Kreis Heinsberg, der 2025 eine Neueröffnung und nicht eine Schließung verzeichnete.