
1899 Hoffenheim hat in der Bundesliga einen klaren Sieg gegen Borussia Mönchengladbach eingefahren. Mann des Abends war Andrej Kramaric mit einem Dreierpack.
Beim 5:1 vor rund 21.000 Zuschauern in der Arena in Sinsheim traf der Kroate in der 22. Minute per Foulelfmeter und legte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zweimal nach (45.+1 und 45.+4). Auch Tim Lemperle (24.) und Max Moerstedt (77.) waren für Hoffenheim erfolgreich. Shuto Machino (69.) konnte für Gladbach zwischenzeitlich nur verkürzen.
Durch den Sieg kletterte das Team von Trainer Christian Ilzer in der Tabelle mit 30 Punkten auf Rang fünf und spielt weiter um die Europapokalplätze mit. Für die TSG war es der fünfte Heimsieg in Serie. Die Gäste aus Mönchengladbach, die zuletzt noch Augsburg mit 4:0 besiegt hatten, sind mit 19 Zählern Zehnter.
Ilzer lobt Kramaric: „Große Fußballkunst“
„Ein Hattrick in der Bundesliga ist immer etwas Besonderes“, sagte Kramaric nach dem Spiel am Sportschau-Mikrofon: „Aber ich muss sagen, es war eine Topleistung der ganzen Mannschaft.“
„Mit dem Elfmeter von Andrej war der Bann gebrochen und dann war es nahezu eine perfekte erste Halbzeit“, sagte Ilzer. Die zweite Halbzeit sei „solide“ und der Sieg deshalb „verdient“ gewesen. Und natürlich gab es ein Sonderlob für Kramaric: „Im letzten Drittel hat er eine unfassbare Qualität.“ Das dritte Tor sei „große Fußballkunst“ gewesen.
Vor der Partie besonders im Fokus stand Borussen-Spieler Haris Tabakovic. Der Mittelstürmer ist von Hoffenheim an die Gladbacher ausgeliehen und hat in dieser Saison schon neun Tore erzielt. Am Mittwoch musste er gegen seinen Stammverein ran – und blieb blass. Eine Rückkehr war es auch für Gladbachs Trainer Eugen Polanski, der zwischen 2013 und 2018 137 Mal für die TSG auflief.
Polanski war am Sportschau-Mikrofon nach dem Spiel bedient. „Wir haben einfach eine sehr schlechte erste Halbzeit abgeliefert. Wir wussten, dass die Intensität sehr hoch ist, dass die Qualität gut ist, sind auch davon ausgegangen, dass die TSG mit viel Selbstbewusstsein Fußball spielt, und trotzdem dürfen wir da besser verteidigen und dürfen selbst besser Fußballspielen“, sagte er. Das 0:4 zur Pause sei „fatal“ gewesen.
Wilder Start
Die Partie begann wild. Schon nach drei Minuten gab es die ersten beiden Großchancen. Zuerst traf Ozan Kabak nach einer Ecke per Kopf nur die Latte des Gladbacher Tores, im Gegenzug lief dann Lukas Ullrich frei aufs Hoffenheimer Tor zu, scheiterte aber an Torwart Oliver Baumann.
Danach übernahm schnell Hoffenheim die Partie, die Gäste hatten in der Abwehr alle Hände voll zu tun. Nach einem Fehler von Nico Elvedi tauchte Kramaric vor dem Tor auf, doch Torwart Moritz Nicolas war auf dem Posten. Wenig später prüfte dann Yannik Engelhardt bei einer missglückten Abwehraktion seinen eigenen Torwart.
Kramaric trifft vom Punkt, Lemperle legt nach
Und dann war es auch schon passiert. Philipp Sander ging im Strafraum etwas unglücklich gegen Wouter Burger zu Werke und Schiedsrichter Christian Dingert entschied nach VAR-Hinweis und Ansicht der Bilder auf Strafstoß. Kramaric verwandelte gewohnt sicher.
Hoffenheim legte nach. Nach einem Gladbacher Einwurf schnappte sich Fisnik Asslani das Leder, marschierte damit nach vorne und spielte auf rechts Lemperle frei, der aus 14 Metern flach abzog – Doppelschlag, 2:0.
Die Kraichgauer blieben auch in der Folge tonangebend, Gladbacher Chancen blieben rar. Nach einem Steilpass von Kevin Diks lief Tabakovic plötzlich frei auf Baumann zu, setzte den Ball aber recht kläglich neben den Kasten. Wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung hätte der Treffer aber wohl ohnehin nicht gezählt.
Zwei Tore in der Nachspielzeit
In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit – fünf Minuten waren das – wurde es übel für Gladbach. Denn da schlug Kramaric eiskalt gleich zweimal zu. Erst traf er nach einem Steckpass von Asllani und wenig später lupfte er den Ball nach Vorlage von Lemperle über Nicolas in den Kasten. Mit 4:0 ging es in die Pause.
Machino schafft den Anschluss
In der zweiten Halbzeit dauerte es sechs Minuten bis zur ersten Hoffenheimer Chance. Da zog Alexander Prass den Ball aus fünf Metern aufs Tor, Nicolas war auf dem Posten. Wenig später hatte Kramaric das 5:0 auf dem Fuß, scheiterte frei vor dem Tor aber an Nicolas und übersah dabei den einschussbereiten Asslani.
Die Gladbacher ließen sich in einer Hoffenheimer Verschnaufpause erstmals länger in der Offensive sehen. Und prompt fiel der Anschlusstreffer. Rocco Reitz eroberte im Mittelfeld den Ball, trieb ihn schnell nach vorne und bediente dann Machino, der per Flachschuss aus 13 Metern einnetzte.
Moerstedt macht endgültig den Deckel drauf
Davon, die Partie noch zu drehen, war Gladbach aber meilenweit entfernt, es blieb bei einem kurzen Aufbäumen. 34 Sekunden nach seiner Einwechslung traf Moerstedt nach einer Flanke per Kopf zum 5:1 – es war sein erster Bundesliga-Treffer und der Endstand.
Hoffenheim gegen Leverkusen, Gladbach beim HSV
Hoffenheim empfängt am nächsten Spieltag am Samstagnachmittag Bayer Leverkusen (15.30 Uhr). Gladbach ist zeitgleich beim Hamburger SV zu Gast.