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Das „House of Banksy“ besiedelt seit Mitte Dezember die alte C&A-Filiale in Dortmund. © Kathrin Ostroga/RUHR24
Seit Mitte Dezember lockt eine neue Banksy-Ausstellung Besucher nach Dortmund. RUHR24 war am 6. Januar vor Ort und hat getestet, ob sich der Besuch lohnt.
Dortmund – Dortmund hat noch bis zum 15. März ein neues Highlight – und das ausgerechnet am unbeliebten Bruder des Westenhellwegs. Im ehemaligen C&A-Gebäude am Ostenhellweg haben sich ein Großhändler, verschiedene Pop-Up-Stores und ein besonderes Ausflugsziel niedergelassen: Die Ausstellung „House of Banksy – An Unauthorized Exhibition“.
„House of Banksy“ in Dortmund: RUHR24 macht den Test
Schon von weitem macht die Ausstellung auf sich aufmerksam. Das alte Kaufhaus, in dem auch das Café Alex sitzt, trägt jetzt eine Banksy-Optik. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, muss zunächst durch den Pop-Up-Store zur Rolltreppe. Oben warten einige Schließfächer und der Kassenbereich.
Wer die Banksy-Austellung besuchen möchte, nimmt die Rolltreppe nach oben ins 1. OG. Es gibt auch einen Fahrstuhl. © Kathrin Ostroga/RUHR24
Besucher sollten ihre Tickets vorab online kaufen. Das lohnt sich gleich doppelt: In dem kleinen Empfangsbereich in Dortmund wird es schnell voll. Und die Online-Karten kosten deutlich weniger als an der Tageskasse. Größere Taschen müssen in den Spinden bleiben, die einen Euro kosten.
„House of Banksy – An Unauthorized Exhibition“ – Preise in Dortmund:
Ein Erwachsener zahlt online montags bis freitags 18 Euro, am Wochenende und an Feiertagen 20 Euro. An der Tageskasse steigen die Preise auf 20 beziehungsweise 22 Euro. Kinder von 7 bis 15 Jahren zahlen online 10 Euro (werktags) oder 12 Euro (Wochenende). Kinder unter 7 Jahren kommen kostenlos rein. Familienkarten für zwei Erwachsene und zwei Kinder gibt es ab 48 Euro online.
„House of Banksy in Dortmund“: Audioguide als Extra – aber kein Muss
Am Eingang können Besucher einen QR-Code scannen. Dieser bietet eine kostenlose Online-Führung durch die Ausstellung – mit Audioguide. Viele Besucher nutzen diese Option. Im Test zeigt sich: Der Guide ist kein Muss, aber ein nettes Angebot. Auch ohne ihn wirken die Nachbildungen der Banksy-Werke.
Für die Spinde sollten Besucher 1-Euro-Stücke bereit halten. © Kathrin Ostroga/RUHR24
Zu Anfang bekommen Besucher einen Zeitstrahl geboten, der einen Überblick über die verschiedenen Werke und eine zeitliche Einordnung gibt. Einige Werke hängen als Bilder, andere befinden sich als Graffiti direkt auf der Wand. Bildschirme mit kurzen Videos und Animationen ergänzen das Angebot.
Banksy-Ausstellung in Dortmund: Kontraste zwischen Kaufhaus und Kunst
Im Kassenbereich ist das Dortmunder Kaufhausflair noch deutlich spürbar – während der Ausstellung gerät der ungewöhnliche Ort aber schnell in den Hintergrund. Und doch zeigen sich immer wieder Kontraste zwischen den Bereichen, die an C&A erinnern, und dem modernen Erlebnis der Ausstellung. Die Gegensätze passen erstaunlich gut zu Banksy.
Die Ausstellung thematisiert auch Kritik an der britischen Monarchie. © Kathrin Ostroga/RUHR24
Für einen frühen Dienstagnachmittag (6. Januar) ist es in der Ausstellung voller als erwartet. Es ist zwar nicht überfüllt, aber überall steht eine Handvoll Menschen zusammen – in den verschiedensten Altersstufen. Es ist ungewohnt leise. Aufmerksam lesen die Besucher die kleinen Infotafeln an den Werken (hier alle Freizeit-News aus Dortmund bei RUHR24 lesen).
Banksy in Dortmund: Von „Girl with Balloon“ bis zu unbekannteren Werken
Die Abbildungen der berühmten Werke reichen von bekannten Klassikern wie „Girl with Balloon“ bis zu unbekannteren Arbeiten. Banksy bleibt dabei gewohnt politisch. Es geht um die Flüchtlingskrise, die Monarchie in Großbritannien, die Gefangenschaft von Tieren und auch den Krieg in Nahost.
In der Ausstellung wird auch die Flüchtlingskrise thematisiert. © Kathrin Ostroga/RUHR24
Die Räumlichkeiten bieten erstaunlich viel Platz. Besucher sollten 1 bis 2 Stunden Zeit einplanen. Man kann sich hier aber auch in Details verlieren und noch deutlich mehr Zeit in der Ausstellung verbringen. Viele der Werke regen zum Innehalten und Nachdenken an.
Einige Besucher sind am Dienstag (6. Januar) in den alten C&A-Räumlichkeiten unterwegs – überfüllt ist es aber nicht. © Kathrin Ostroga/RUHR24Bedrückendes Highlight bei Banksy in Dortmund: Die Gaza-Wand
Ein bedrückendes Highlight der Ausstellung: Eine lange Graffiti-Wand zu Gaza. Hier läuft zusätzlich eine passende Audiospur im Hintergrund. Die Ausstellung endet etwas abrupt mit einigen neueren Werken von Banksy – wie der Ziege am Abgrund.
Die Wand zum Krieg in Nahost berührt durch seine Geräuschkulisse. © Kathrin Ostroga/RUHR24
Ein kleiner Shop bildet den Abschluss der Ausstellung. Die Preise sind hier normal bis recht moderat. Jutebeutel gibt es für 10 Euro, Magneten für 5 und Shirts für 20 Euro. Wer am Eingang den Newsletter der Ausstellung abonniert, bekommt ein kostenloses Banksy-Poster obendrauf.
Fazit zum „House of Banksy“: Bereicherung für Dortmund
Die Ausstellung in Dortmund überrascht positiv. Die Kontraste zwischen dem alten Kaufhaus und der Ausstellung passen gut zu Banksys Ansatz. Der Umfang der Ausstellung geht in Ordnung für den Preis. Dennoch ist der Eintritt mit 18 Euro kein Schnäppchen – im Vergleich zu anderen modernen Kunst-Erlebnissen aber nicht ungewöhnlich. Zum Vergleich: Phoenix des Lumières startet bei 17 Euro.
Öffnungszeiten:
Mo – So: 10-19 Uhr
Letzter Einlass: Eine Stunde vor Ausstellungsende
Wichtig zu wissen: Die Ausstellung zeigt keine Originale, sondern Nachbildungen. Wer so gar nichts mit Kunst am Hut hat, sollte sich vorher gut überlegen, ob er das Geld investieren möchte.
Wer ist Banksy?
Niemand weiß, wer Banksy wirklich ist. Aber fast jeder kennt seinen Namen. Der anonyme Graffiti-Künstler stammt Schätzungen zufolge aus Bristol und ist zwischen 45 und 50 Jahre alt. Seine Identität hält er bis heute erfolgreich geheim.
Banksy gilt als unumstrittener König der Straßenkunst. Seine mal ironischen, mal politischen, aber stets poetischen Arbeiten berühren Menschen weltweit. Seine Werke erobern nicht nur die Straßen, sondern auch die Auktionshäuser. Er zählt derzeit zu den teuersten Künstlern der Gegenwart.
Für Banksy-Fans lohnt sich die Anreise nach Dortmund auch aus umliegenden Städten. Die Ausstellung bietet eine gute Möglichkeit, in die Welt des Künstlers einzutauchen – vor allem für alle, die keine Chance haben, ein Original zu sehen. Für den Dortmunder Ostenhellweg ist die Banksy-Ausstellung allemal eine Bereicherung.