Newsblog zu Protesten im Iran
Westen schränkt Reisen ein – Europäer fürchten US-Militärschlag
Aktualisiert am 15.01.2026 – 05:00 UhrLesedauer: 23 Min.
Donald Trump (Archivbild): Die USA haben begonnen, Soldaten aus einer Militärbasis in Katar abzuziehen. (Quelle: IMAGO/Pool/ABACA/imago-images-bilder)
Die Lage im Nahen Osten ist angespannt. Im Raum steht die Befürchtung, dass es zu Luftangriffen der USA oder Israels auf den Iran kommen könnte. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Die US-Botschaft in Katar rät ihren Mitarbeitern und den Amerikanern in dem Emirat angesichts der angespannten Lage in der Region, auf nicht notwendige Fahrten zum Militärstützpunkt Al-Udeid zu verzichten. Dabei handelt es sich um den größten US-Militärstützpunkt im Nahen Osten, der bei einem möglichen Konflikt mit dem Iran wohl eine Schlüsselrolle spielen würde. Die US-Botschaft erklärte, die personelle Situation der diplomatischen Vertretung bleibe aktuell unverändert, auch konsularische Dienste würden weiter angeboten.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Pläne für Hinrichtungen von Demonstranten dementiert. „Es gibt überhaupt keinen Plan für Hinrichtungen“, sagte der Außenminister am Mittwoch in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. „Hängen steht außer Frage.“ Es werde „weder heute noch morgen“ Hinrichtungen durch Erhängen geben. Er behauptete zudem, Teheran habe „nach drei Tagen von terroristischen Operationen“, die von Israel inszeniert worden seien, die „volle Kontrolle“ über die Lage im Iran.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gedroht, er werde sehr starke Maßnahmen ergreifen, sollte der Iran damit beginnen, Demonstranten zu hängen. Später erklärte Trump, ihm sei mitgeteilt worden, dass die Tötungen nachließen und keine Massenhinrichtungen geplant seien.
Im Iran gab es in den vergangenen zwei Wochen massive Proteste gegen die Führung der seit 1979 bestehenden islamischen Republik. Die Behörden gingen brutal gegen die Demonstrierenden vor. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) geht von bislang mindestens 3.428 getöteten Demonstrantinnen und Demonstranten aus. Mehr als 10.000 Menschen wurden demnach im Zuge der Massenproteste festgenommen.
Angesichts der Lage im Iran haben mehrere westliche Staaten ihre Bürger zur Ausreise aufgefordert und den Flugverkehr eingeschränkt. Italien und Polen forderten ihre Bürger auf, den Iran zu verlassen. Großbritannien schloss vorübergehend seine Botschaft in Teheran. Die USA zogen am Mittwoch einen Teil ihres Militärpersonals von Stützpunkten im Nahen Osten ab.
Die Bundesregierung warnte deutsche Fluggesellschaften, woraufhin die Lufthansa ankündigte, den iranischen und irakischen Luftraum zu umfliegen (hier lesen Sie mehr). Der Iran selbst sperrte seinen Luftraum vorübergehend für die meisten Flüge.
