Bad Honnef – Wollen die Dragons am Samstag (17.01./19:00 Uhr) im anstehenden Heimspiel etwas reißen, muss alles zusammenpassen. Die ETB Miners sind derzeit in der ProB nämlich das Maß der Dinge. Essen hat in der laufenden Saison erst zwei Spiele verloren und steht unangefochten an der Tabellenspitze. Rhöndorf muss sich also etwas Besonderes einfallen lassen und mit großem Kämpferherz auftreten, um gegen das Spitzenteam aus dem Ruhrpott zu bestehen.

An das Hinspiel werden sich die Rheinländer sicherlich nicht gerne erinnern. Damals kam Rhöndorf in der Ruhrmetropole mit 114:72 deutlich unter die Räder. Der Dragons-Coach beklagte seinerzeit die mangelnde Intensität seiner Mannschaft. Man überließ den Miners die Initiative, was diese in der Offensive gnadenlos ausnutzten. Der Tabellenführer kann aktuell wie kein Zweiter in der Liga scoren. Aus der Distanz ist das Team um Headcoach Lars Wendt mit einer Dreierquote von 34,7 Prozent Ligaspitze. Überhaupt trifft keine andere Mannschaft aus dem Feld (44,3 %) oder von der Freiwurflinie (72,6 %) hochprozentiger. Auch in den übrigen Kategorien ist Essen vorne mit dabei.

Angesichts des Kaders verwundert das wenig. Allein auf der Power-Forward-Position stehen Essen mit dem Kroaten Leon Kalinic (ø 6,8 Pkt./37,1 % Dreier), Niclas Jonathan Sperber (ø 12,3 Pkt./45,8 % Dreier) und dem Portugiesen Mychael Paulo (ø 13,6 Pkt.) drei starke Optionen zur Verfügung. Unter dem Brett agieren zwei echte Hünen: der 2,08 Meter große und 126 Kilogramm schwere Jonathan Almstedt (ø 8,1 Pkt.) sowie Benjamin Uzoma (ø 6,5 Pkt.), der 2,10 Meter misst. In Szene gesetzt wird die lange Garde von Spielgestalter Quashawn Tyrese Lane. Der US-Amerikaner ist mit durchschnittlich 16,8 Punkten, 6,3 Assists und 4,6 Rebounds pro Spiel ein effektiver Allrounder. Aber auch Point Guard Marc Friederici (ø 11,6 Pkt./4,6 Reb.) ist mehr als nur ein Backup für Lane.

Insgesamt ist das Stammpersonal von Essen groß, athletisch und erfahren und war zum Teil auch schon in der ProA unterwegs. Ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Teams in der Liga, den die Miners Woche für Woche mit konstanten Leistungen bestätigen. Für Rhöndorf wird es darum gehen, Essen einerseits mit dem gebotenen Respekt, auf der anderen Seite aber auch selbstbewusst zu begegnen. Ob Juhwan Harris-Dyson von der medizinischen Abteilung grünes Licht für einen Einsatz gegen den Ligaprimus bekommt, bleibt abzuwarten. Ansonsten sind voraussichtlich alle Akteure an Bord. Trotzdem liegt die Favoritenrolle klar bei den Gästen, was nicht zwingend ein Nachteil sein muss. Rhöndorf hat in dieser Saison bereits mehrfach unter Beweis gestellt, dass man in der Rolle des Underdogs durchaus positiv überraschen kann.

Klaus Beydemüller