– Ende Dezember wurden im Tiergarten Nürnberg sechs Löwenjunge geboren. Eines starb nach der Geburt. Nun veröffentlicht der Tiergarten Bilder vom Nachwuchs, doch die Aufnahmen lassen eine traurige Entwicklung vermuten.
Groß war die Freude als der Tiergarten Nürnberg am 30. Dezember verkünden konnte, dass die asiatische Löwin Aarany vor wenigen Tagen sechs Junge zur Welt gebracht hatte. Schon zu diesem Zeitpunkt aber war klar, dass eines der sechs Jungen kurz nach der Geburt verstorben war. Um die übrigen fünf aber kümmere sich die Löwin intensiv und fürsorglich, hieß es vom Tiergarten in einer Pressemitteilung vom 30. Dezember. Das Raubtierhaus bleibe bis auf Weiteres geschlossen. Die junge Familie brauche Ruhe.
Auch Pfleger und Pflegerinnen gehen erstmal nicht zu den Tieren. Stattdessen werden sie von einer Kamera beobachtet.
Eben solche Kameraaufnahmen hat der Tiergarten nun am 13. Januar in einem Facebook-Post veröffentlicht. Auf einem leicht körnigen schwarz-weiß Foto ist die Löwin zu sehen. Links von ihr in einem Knäul liegen die Jungen. Im Text zum Post heißt es, Aarany kümmere sich weiterhin intensiv um ihren Nachwuchs. Allerdings: Seit acht Tagen seien auf den Kameraaufnahmen nur noch vier Jungtiere sicher zu identifizieren. „Deshalb gehen wir davon aus, dass das fünfte Tier nicht mehr lebt und entweder außerhalb des Kamerabildes liegt oder hier höchstwahrscheinlich von der Mutter gefressen wurde“, so die traurige Vermutung.
Der Tiergarten spricht dabei von einem natürlichen Verhalten des Muttertieres: „Wenn eine Löwenmutter die Überlebenschancen eines Jungtieres als gering einschätzt, wird dies in der Regel vom Muttertier aufgefressen.“ Die Energie des toten Jungtieres stehe der Mutter so bei der Versorgung der vitalen Welpen zur Verfügung, erklärt der Tiergarten weiter. Zudem werde so vermieden, dass der Kadaver die Gesundheit der anderen Jungtiere gefährdet oder in der Natur Aasfresser anlockt.
Die Tierpfleger und -pflegerinnen greifen weiterhin nicht in die Situation ein, heißt es weiter. Das könnte eine Gefahr für die lebenden Jungtiere bedeuten. Die vier verbliebenen Löwenjungen trinken eifrig, wirken zunehmend kräftig und werden mobiler. Zwei von ihnen hätten sogar schon ihre Augen geöffnet.