Die klirrend kalten Tage mit Schnee und Eis sind in Gelsenkirchen vorerst vorüber – andere Teile Deutschlands stecken weiterhin tief im Winterwetter fest. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der jüngsten Kältewelle und nach der Nachricht vom Tod von mindestens vier wohnungslosen Menschen in Deutschland erneut auf das Leid der Obdachlosen hingewiesen. „Die Kältewelle zeigt besonders dramatisch, was jeden Tag unerträglich ist: dass Zehntausende Menschen in Deutschland auf der Straße leben müssen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Nach Schätzungen haben rund 47.000 Menschen in Deutschland kein festes Dach über dem Kopf – die Zahl für die Emscherstadt zu schätzen, gestaltet sich schwierig, da es innerhalb der Szene eine hohe Fluktuation gibt. Auch in Gelsenkirchen werden Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt (die allerdings von einigen Wohnungslosen kritisch gesehen werden), daneben Essensausgaben und medizinische Versorgung. Die Angebote im Überblick:

Überblick: Die Angebote für bedürftige Menschen in Gelsenkirchen

Im Übernachtungsheim der Stadt Gelsenkirchen für Männer in der Caubstraße 28, (Telefon: 86 15 7) gibt es neben Schlafplätzen auch eine medizinische Versorgung durch den Verein „Arzt Mobil Gelsenkirchen e.V.“.

Individuelle Übernachtungsmöglichkeiten für wohnungslose Frauen vermitteln der Caritasverband unter der Rufnummer 20 14 02 oder 34 92 74 sowie die Zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfälle (ZFW) der Stadt unter der Rufnummer 169-2150 oder 1 69-2052.

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An die Zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfälle können sich alle wohnungslosen Menschen unter der Telefonnummer 0209/169-5465 wenden, die Unterstützung bei der Suche nach einer Unterkunft oder weiteren Hilfsangeboten benötigen.

Auch die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger ist in der kalten Jahreszeit besonders wichtig. Wer eine hilflose Person bemerkt, sollte nicht zögern, die Feuerwehr unter 112 oder die Polizei unter 110 zu verständigen. Ein Anruf kann entscheidend sein, da Kälte lebensbedrohliche Folgen haben kann.

Weitere Angebote in Gelsenkirchen: Warm durch die Nacht, Tafel, Arzt mobil

Neben den Übernachtungsmöglichkeiten wird obdachlosen Menschen mit weiteren Angeboten geholfen. Vereine wie „Gelsenkirchen packt an! – Warm durch die Nacht“, die Gelsenkirchener Tafel oder auch Arzt mobil sowie die Wohlfahrtsverbände wie Caritas und Diakonie bieten obdachlosen Menschen Hilfen an. Sie selbst benötigen aber auch Unterstützung durch Hinweise und Spenden.

Warme Mahlzeiten an mehreren Standorten

„Gelsenkirchen packt an! – Warm durch die Nacht“ versorgt in den Abendstunden am Hauptbahnhof bedürftige Menschen mit einer warmen Mahlzeit, Kaffee und Tee. In der gleichnamigen Facebook-Gruppe können sich Bürgerinnen und Bürger über Spendenmöglichkeiten informieren. Das Angebot wird regelmäßig montags in der Zeit von 19 Uhr bis ca. 21.30 Uhr durch den Verein Arzt Mobil unterstützt.

Warme Mahlzeiten gibt es bei der Gelsenkirchener Caritas

Der Verein Arzt Mobil Gelsenkirchen bietet mobile ambulante, medizinische Hilfe und psychosoziale Begleitung für suchtmittelabhängige und wohnungslose Menschen an. Mit der Gelsenkirchener Caritas gibt es zudem ein Kooperationsprojekt, bei dem Streetworkerinnen auf den Straßen dieser Stadt und an neuralgischen Punkten eine medizinische Versorgung und den Zugang zu weiteren Hilfen anbieten. Weitere Informationen unter arztmobil-gelsenkirchen.de oder unter der Telefonnummer 0209 / 165 69 79

Das Wilhelm-Sternemann-Haus der Caritas an der Husemannstraße 52 (Telefon: 20 14 02) sowie das Weiße Haus der Caritas an der Hochstraße 80 (Telefon: 34 92 74) nehmen für ihre Kleiderkammern gerne Spenden entgegen. Im Wilhelm-Sternemann-Haus gibt es in der Zeit von 9 bis 11.30 Uhr täglich ein Frühstück für 1 Euro, ab 12 Uhr täglich ein warmes Mittagessen (ebenfalls zum Preis von 1 Euro). Im Weißen Haus gibt es von 9 bis 11 Uhr Frühstück, ab 12.30 Uhr ein warmes Mittagessen zum Preis von 1 Euro.

Kältebus des DRK ist ebenfalls wieder in Gelsenkirchen unterwegs

In Gelsenkirchen-Horst bietet die Diakonie gemeinsam mit evangelischen und katholischen Kirchengemeinden im Regenbogenhaus Auf dem Schollbruch 47c (Telefon: 51 33 48) obdachlosen Menschen Hilfen an. Auch hier werden Kleider- und Sachspenden gerne entgegengenommen. In allen genannten Einrichtungen können auch Wolldecken oder Schlafsäcke abgegeben werden. Es wird darum gebeten, vorher telefonisch Kontakt aufzunehmen.

Die Gelsenkirchener Tafel gibt an verschiedenen Ausgabestellen in den Stadtteilen Altstadt, Buer, Erle, Hassel, Horst und Rotthausen und unterschiedlichen Tagen Lebensmittel an Bedürftige aus. Neben der Lebensmittelausgabe betreibt die Gelsenkirchener Tafel seit Jahren eine Kleiderkammer ausschließlich für Kinderkleidung. Die Tafel freut sich über jede Spende (warme Kleidung, Schuhe, Wäsche etc.). Es wird um telefonische Absprache gebeten, Kontakt: 63 88 106. Infos unter tafel-ge.de

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Pünktlich zu den kalten Tagen des Jahres fährt wieder der Kältebus des DRK in Gelsenkirchen. Dort werden obdachlose und hilfsbedürftige Menschen in den Wintermonaten mit heißen Getränken, einem Snack, Kleidung und vielem mehr versorgt. Der Kältebus hält jeden Dienstag an folgenden Stationen im Gelsenkirchener Stadtgebiet: 18 Uhr Mühlenstraße (gegenüber dem St. Marienhospital Buer), 19 Uhr Hippolytus-Kirche (Essener Straße 14 in Horst), 20 Uhr Dreifaltigkeitskirche (Cranger Str. 327 in Erle).

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