Gegen drei Uhr am Donnerstagmorgen traf Gladbach nach dem 1:5-Debakel in Hoffenheim wieder am Borussia-Park ein. Die Mannschaft war noch nach dem Spiel mit dem Bus Richtung Heimat abgedüst. Eine ungewohnte Maßnahme, die Sportchef Rouven Schröder (50) aber begrüßte: „Ich finde es gut, dass wir mit dem Bus nach Hause fahren. Dass das auch länger dauert. Da kann sich jeder mal ein bisschen mehr Gedanken machen, was da auf dem Platz passiert ist.“

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Sportlich war die Partie für Borussia ein einziges Desaster. Doch nach dem Schlusspfiff wurde die Mannschaft von den 4000 mitgereisten Fans nicht etwa beschimpft – sondern sogar gefeiert. Die Anhänger feierten den Klub, sangen immer wieder: „Gladbach ist der geilste Klub der Welt.“

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Schröder war beeindruckt von dieser Fan-Reaktion: „Wie die Fans uns, die Mannschaft gefeiert haben, da muss man sagen: Hut ab, wirklich eine tolle Unterstützung. Allein dafür muss am Samstag in Hamburg jeder Spieler noch einmal drei, vier Schritte mehr zu gehen. Das sollte für die Spieler genug Motivation gewesen sein.“

Auch Trainer Eugen Polanski (39), der nach der Klatsche einen richtig dicken Hals hatte, hob die Reaktion der Fohlen-Anhänger hervor: „Wir waren schlecht, unsere Fans aber überragend. Das Gute an diesem Spiel war, dass unsere Fans das abliefern, was sie heute abgeliefert haben – und dass wir in drei Tagen wieder spielen dürfen, um fast alles besser zu machen.“

Reitz fordert beim HSV ein anderes Gesicht

Das ist beim Hamburger SV auch dringend nötig, um beim heimstarken Bundesliga-Aufsteiger nicht erneut unterzugehen. Das weiß auch Gladbach-Kapitän Rocco Reitz (23), der nach der Pleite absolut selbstkritisch war: „Wir haben vieles vermissen lassen. Es hat an Kommunikation und Intensität gefehlt. Wir waren zu ungenau und zu statisch. Dann gehst du eben mit einem 0:4 in die Pause. Wir müssen das Spiel klar analysieren und dann am Wochenende in Hamburg wieder ein ganz anderes Gesicht zeigen.“