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News zum Ukraine-Krieg im Ticker: Wegen der Angriffe auf den Energiesektor ist eine alte Fehde zwischen Klitschko und Selenskyj aufgeflammt.

Kiew/Moskau – Die jüngsten russischen Angriffe im Ukraine-Krieg haben erhebliche Probleme im Energiesektor verursacht. Im ganzen Land kommt es zu wiederholten Stromausfällen und Engpässen bei der Heizenergieversorgung. Einige Hundert Haushalte in Kiew waren fast eine Woche nach den schweren Angriffen weiterhin ohne Heizung. Angesichts dieser Situation hat sich die ukrainische Führung in die anhaltende Krise der Hauptstadt eingeschaltet.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte Kritik am Krisenmanagement der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Vitali Klitschko. Nach einer Krisensitzung verkündete Selenskyj, dass für den gesamten Energiesektor der Ukraine aufgrund der jüngsten Angriffe der Notstand ausgerufen werde. Klitschko reagierte mit klaren Worten auf diese Vorwürfe.

Ukraine-News: Klitschko kontert Selenskyj-Kritik

In seiner Antwort betonte Bürgermeister Vitali Klitschko, dass er und die städtischen Dienste alles unternehmen, um die lebenswichtigen Funktionen der Stadt nach den Angriffen aufrechtzuerhalten. Er fragte: „Welche ‚Intensität‘ der Arbeit in Kiew angesichts der Notlage sieht der Präsident nicht, insbesondere in den letzten Tagen, wie er selbst sagte?“ Diese Frage stellte Klitschko auf Telegram.

Ukraine-Krieg - KiewIn Zelten können Menschen in Kiew sich aufwärmen, etwas Heißes trinken und ihre Geräte aufladen. © Danyil Bashakov/AP/dpa

Gleichzeitig kritisierte er Selenskyj öffentlich und bemerkte, dass „wir uns, Herr Präsident, in den vergangenen vier Jahren leider nie persönlich getroffen haben…“. In seiner abendlichen Ansprache hatte Selenskyj zuvor erklärt: „Wir sehen, dass viel gemacht worden ist, – insbesondere in Charkiw, wo sich die lokalen Behörden vorbereitet haben. Kiew hat leider deutlich weniger getan.“ Er forderte, dass in Kiew und anderen Städten mehr Aufwärmpunkte eingerichtet werden müssten.

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Auch der neue Energieminister Denys Schmyhal lobte Charkiw und kritisierte Kiew. Er sagte im Parlament, die Hauptstadt sei „überhaupt nicht vorbereitet. Deshalb muss man jetzt zu Notfallmaßnahmen greifen“. Das Eingreifen der Regierung in Kiew, das in Klitschkos Verantwortungsbereich fällt, lässt einen alten politischen Konflikt wieder aufleben. Selenskyj und Klitschko waren bei der Präsidentenwahl 2019 Konkurrenten. Trotz des Burgfriedens, der wegen des Krieges innenpolitisch in der Ukraine herrscht, gibt es immer wieder Spannungen zwischen den beiden.

Menschenrechtskommissar Michael O‘Flaherty äußerte sich besorgt über die humanitären Folgen der Angriffe: „Ich bin alarmiert über das weit verbreitete menschliche Leid, das durch die Zerstörung der Energieinfrastruktur in der Ukraine verursacht wird.“ Die Auswirkungen der anhaltenden Stromausfälle seien schwerwiegend.

Ringen um Ende des Ukraine-Kriegs

Während die Angriffe weitergehen, äußerte sich US-Präsident Donald Trump zu den Bemühungen um ein Ende des Konflikts. Er erklärte gegenüber Reuters, dass nicht der russische Präsident Wladimir Putin, sondern der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Friedensabkommen verzögere. „Ich glaube, er [Putin] ist bereit, ein Abkommen zu schließen. Ich glaube, die Ukraine ist weniger bereit, ein Abkommen zu schließe“, sagte Trump.

Auf die Frage, warum die von den USA geführten Gespräche bisher keine Lösung für den größten Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg gebracht haben, antwortete Trump: „Selenskyj.“ Er fügte hinzu, dass ihm kein Treffen zwischen seinem Sondergesandten Steve Witkoff, Jared Kushner und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bekannt sei, obwohl Bloomberg zuvor berichtet hatte, dass die beiden US-Vertreter eine Reise nach Moskau planen würden.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen

In der Zwischenzeit hat Russland im letzten Tag 1150 Soldaten verloren, die entweder getötet oder verwundet wurden. Laut dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte belaufen sich Putins Verluste im Ukraine-Krieg damit auf etwa 1.223.090 Soldaten. Seit Beginn der jüngsten Kämpfe am 24. Februar 2022 hat Russland zudem 11.557 Panzer, 23.904 gepanzerte Kampffahrzeuge und 36.182 Artilleriesysteme verloren. (fbu mit Agenturen)