15.01.2026 – 10:28

dataMatters GmbH

dataMatters: Smart City made in Europe – ohne USA und China

DataMatters: Smart City made in Europe – ohne USA und China

  • Startup der RWTH Aachen legt Konzept für „Smart Cities unter europäischer Souveränität“ vor
  • Firmengründer Dr. Daniel Trauth will „digitale Souveränität der Kommunen“ schützen.

Köln, 15. Januar 2026 – „Die Kommunen dürfen sich bei der Entwicklung in Richtung Smart City nicht von US-Digitalkonzernen abhängig machen, wie es in der Öffentlichen Verwaltung im Bürobereich bereits weitgehend der Fall ist“, warnt der Smart-City-Experte Dr. Daniel Trauth. Sein Unternehmen dataMatters, eine Ausgründung der RWTH Aachen, hat ein „europäisches Konzept für die Smartisierung von Städten und Landkreisen“ entwickelt. Er ordnet ein: „Die digitale Souveränität Europas gehört zu den wichtigsten geopolitischen Zielen unserer Zeit. Daher ist es von immenser Bedeutung, dass die Transformation der Kommunen zu Smart Cities nicht zu einer neuen Abhängigkeit von den USA oder von China führt.“

Der Chef des RWTH-Startups begründet seine Befürchtung beispielhaft anhand des neuen „Project Prometheus“ des US-Milliardärs Jeff Bezos. Erklärtes Projektziel: „die Verbindung zwischen KI und physischer Welt neu definieren“. Dabei übernimmt Bezos nach seinem Rückzug als Amazon-Chef 2021 erstmals wieder als Co-CEO eine operative Führungsrolle, was Dr. Daniel Trauth als Indiz für die Bedeutung von Prometheus wertet. Er erklärt die Hintergründe: „Real-world AI, von Nvidia-CEO Jensen Huang auch als ‚Physical AI‘ bezeichnet, ist die nächste Mega-Entwicklung nach GenAI. Was generative KI im Büro ist, wird Real-world AI im realen Leben werden – und dazu gehören Smart Cities.“

Heute das Fundament für souveräne Smart Cities legen

Bei der städtischen „Smartisierung“ wird das urbane Leben über Sensoren überall in einer City erfasst, an ein Daten­zentrum übermittelt und dort mittels Künstlicher Intelligenz ausgewertet; die Ergebnisse werden den kommunalen Entscheidungs­trägern fortlaufend zur Verfügung gestellt. Langfristig könnten anhand der Ergebnisse über Entscheidungsgrundlagen hinausgehend möglicherweise auch autonome Fahr­zeuge etwa zur Straßenreinigung oder – noch längerfristig – städtische Roboter gesteuert werden. „Was heute noch wie Science Fiction klingt, wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten allmählich Realität werden“, blickt Dr. Daniel Trauth in die Zukunft, „in Asien kann man schon die ersten Anfänge auf den Straßen sehen.“ Er mahnt: „Jetzt in der Anfangsphase werden die Wurzeln gelegt für eine europäische Souveränität auch auf kommunaler Ebene, um nicht in die nächste Abhängigkeitsfalle zu geraten.“

Vor diesem Hintergrund hat das RWTH-Startup ein Betriebssystem für Smart Cities namens urbanOS entwickelt – „zu hundert Prozent in Deutschland programmiert“, wie Dr. Daniel Trauth versichert. Die von dataMatters eingesetzten Sensoren kommen nach seinen Angaben ebenfalls aus Europa. „Sensoren von außerhalb der EU wären etwas preiswerter, aber dafür sehr viel gefährlicher“, sagt er und führt aus: „Die Sensoren in einer Smart City erfassen letztlich das gesamte urbane Leben, und das wollen die Kommunen sicherlich nicht nach China oder in die USA übermitteln.“

Keine personenbezogenen Daten erfasst

So können im Rahmen von Smart-City-Projekten beispielsweise Fußgängerbewegungen und Verkehrs­ströme erfasst, der Öffentliche Personennahverkehr bis auf Sitzplatzebene in Bussen und Bahnen analysiert oder die Parkraumbewirtschaftung durch Kameras optimiert werden. „Das sind sensible Informationen, die nicht in chinesische oder US-amerikanische Hände gehören“, stellt Dr. Daniel Trauth klar. Er erläutert: „Beim dataMatters-Konzept werden die erfassten Daten aus­schließlich anonymisiert ausgewertet. In den eingesetzten Kameras verwandelt eine lokale KI-Software die Aufnahmen sofort in anonyme Zähldaten, so dass keinerlei Bild- oder Videodaten übertragen, geschweige denn, gespeichert werden. Es werden lediglich sogenannte Objektklassen wie Fußgänger, Radfahrer, Straßenbahnen, Pkw oder Lkw erfasst, ohne Gesichter, Kennzeichen oder andere personen­bezogene Merkmale.“

Für technisch Interessierte: dataMatters setzt dabei auf eine Kombination aus „Federated AI“ und „Edge Computing“. „Föderierte Künstliche Intelligenz“ bezeichnet KI-Modelle, die Daten auf den Geräten, mit denen sie erfasst werden, gleich verarbeiten, statt alles zentral zu sammeln. Dadurch lassen sich vortrainierte KI-Modelle ohne zentralen Datenaustausch in den Endgeräten, also beispielsweise Sensoren, zu Ende trainieren. Die Verteilung der Verarbeitungsleistung heißt „Edge Computing“. Für viele Anwendungsfälle einer Smart City ist ohnehin kein Kameraeinsatz notwendig. So erfolgt beispielsweise die Fußgängerzählung nicht durch Kameras, sondern mittels Bluetooth-Sensoren, die erkennen, wenn Smartphones oder Smartwatches vorbeikommen, ohne die Geräte auszulesen.

„Eine Smart City auf Basis von urbanOS ist hundertprozentig DSGVO-kompatibel“, erklärt Dr. Daniel Trauth, „was bei einer Lösung mit chinesischen oder US-amerikanischen Komponenten wohl niemals der Fall sein dürfte.“ Dabei spielt nicht nur das in Deutschland entwickelte Betriebssystem eine Schlüsselrolle, sondern auch, dass die Verarbeitung durchweg in deutschen Rechenzentren erfolgt“, betont der RWTH-Sprössling. „Die Daten verlassen Deutschland nicht“, garantiert Dr. Daniel Trauth beim Aufbau von Smart Cities mit urbanOS, „und das stellt ein für die Kommunen in Deutschland angemessenes Sicherheitsniveau in technischer wie auch in rechtlicher Hinsicht dar.“

„Ein zweites Microsoft-Phänomen vermeiden“

Laut einer Schätzung des Zentrums für Digitale Souveränität aus dem Jahr 2025 arbeiten 96 Prozent aller Verwaltungsbeschäftigten in Deutschland täglich mit Microsoft-Produkten. Seit Jahren gibt es in der Öffentlichen Verwaltung immer wieder Versuche, auf Open-Source-Arbeitsplätze umzustellen. Doch sie scheitern überwiegend, weil zentrale Funktionen nicht stabil genug laufen und die Akzeptanz fehlt. Zudem verhindern Fachverfahren, Schnittstellen und proprietäre Spezialsoftware häufig eine Ablösung von Microsoft. In Kommunen scheitern immer wieder Pilotversuche daran, dass Open-Source-Lösungen nicht nahtlos mit bestehenden Verwaltungsprozessen und Bund-Länder-Infra­strukturen kompatibel sind, sodass die Verwaltungen am Ende gezwungen sind, zu Microsoft zurück­zukehren.

Dr. Daniel Trauth blickt zurück: „Diese Abhängigkeit nahm in den 1990er Jahren ihren Lauf mit der breiten Einführung von Windows-PCs und Microsoft Office als Standardpaket für Text­verarbeitung, Tabellenkalkulation und E-Mail in Bund, Ländern und Kommunen. Über 30 Jahre später kämpfen wir immer noch vergeblich gegen diese Abhängigkeit an.“ Schätzungen zufolge bewegen sich die jährlichen Lizenzzahlungen deutscher Kommunen an Microsoft im deutlich dreistelligen Millionen­bereich. Größere Städte geben pro Jahr zwischen 2 und 8 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen aus, mittelgroße Kommunen kommen immerhin noch auf Hunderttausende von Euro.

Mit Blick in die Zukunft sagt Dr. Daniel Trauth: „Deshalb ist es so wichtig, bei der anstehenden Smart-City-Entwicklung nicht den gleichen Fehler zu wiederholen, sondern von Anfang an auf ein europäisches Fundament zu setzen. Das Projekt Prometheus und vergleichbare Ansätze für Real-world AI werden ebenso wie damals Microsoft alles daransetzen, sich in das urbane Leben Deutschlands einzuschleichen. Aber heute wissen wir es besser und können uns frühzeitig dagegen wehren. Es liegt nun an den kommunalen Entscheidungsträgern, die Weichen in ihrem Verantwortungsbereich auf digitale Souveränität zu stellen. Wir müssen ein zweites Microsoft-Phänomen vermeiden.“

dataMatters (www.datamatters.io) ist auf die Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Realwirtschaft spezialisiert. Ein­satzgebiete: Smart City, Smart Factory, Industrie 4.0, Smart Building, IoT, Maschinen- und Anlagenbau, Gesundheits­wesen, Agrarwirtschaft u.v.a.m. Dabei werden über Sensoren Daten aus dem realen Betrieb erfasst, in Daten­räumen gesammelt und dort mittels KI-Software analysiert bzw. an KI-Systeme der Firmenkunden zur Weiter­verarbeitung über­geben. Anhand der Ergebnisse lässt sich der Betrieb effizienter, nachhaltiger und wirtschaftlicher führen. Anwendungs­­beispiele: Park­raum­bewirt­schaftung, Frühwarnsysteme für Anomalien wie beispielsweise Extrem­wetter, Maschinen­verschleiß oder Rohrbruch, Heizungs-/Beleuchtungs­automatisierung in Gebäuden, CO2-Footprint-Erfassung anhand realer Daten und vieles mehr. So greifen bspw. Kommu­nen gerne auf dataMatters zurück, um die urbane Lebensqualität und Nach­haltigkeit zu erhöhen. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Daniel Trauth hat dataMatters aus der RWTH Aachen aus­gegründet und zu einem inter­nationalen Player an der Schnitt­stelle zwischen Realwirtschaft und KI geführt. Er wurde hierfür mit über 20 Ehrungen (RWTH Spin-off Award 2019, digitalPioneer 2020 des digitalHubs der Stadt Aachen, Focus Innovation Champion 2023 und 2024 u.v.a.m.) ausgezeichnet. Als Co-Chairman des „Real-World AI Forum“ in der globalen Denkfabrik Diplomatic Council berät er die Vereinten Nationen unter anderem bezüglich Smart Cities.

Weitere Informationen: dataMatters GmbH, Köln (Sitz/Entwicklungszentrum)
und Hürth (Showroom), www.datamatters.io, info@datamatters.io,
PRESSE: presse@datamatters.ioPresseagentur: euromarcom public relations,
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