Die Zahl der irregulären Grenzübertritte in die Europäische Union hat im vergangenen Jahr deutlich abgenommen. Nach vorläufigen Zahlen der EU-Grenzschutzbehörde Frontex gingen die registrierten Versuche im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Viertel zurück. Insgesamt wurden rund 178.000 irregulären Einreisen gezählt – der niedrigste Stand seit 2021.

Frontex spricht von einer „bedeutenden Entwicklung“, warnt jedoch zugleich vor schnellen Schlüssen. Migrationsbewegungen seien weiterhin dynamisch, einzelne Routen könnten sich rasch verlagern.

Starke Rückgänge auf mehreren Hauptrouten

Besonders deutlich seien die Zahlen auf der westafrikanischen Route gesunken, die unter anderem in Richtung der Kanarischen Inseln führt. Hier registrierte Frontex rund 60 Prozent weniger illegale Übertritte als im Vorjahr. Diese Route würden vor allem von Migranten aus Mali, Senegal und Guinea genutzt. Auch auf der Westbalkanroute ging die irreguläre Migration stark zurück, um mehr als 40 Prozent.

Das zentrale Mittelmeer blieb nach den Daten von Frontex die meistgenutzte Route. Die Zahl der Ankünfte lag hier nahezu auf Vorjahresniveau, vor allem bei Überfahrten von Libyen nach Italien. Nach Schätzungen verloren im Jahr 2025 mehr als 1800 Menschen im Mittelmeer ihr Leben, teilte Frontex mit.

Frontex nennt Gründe für Rückgang

Nicht alle Routen folgen dem Abwärtstrend. Über die westliche Mittelmeerroute – etwa von Algerien nach Spanien – seien die irregulären Übertritte um rund 15 Prozent gestiegen. Besonders häufig registrierte Frontex dabei Menschen aus Algerien, Somalia und Marokko. Die Ausreisen in Richtung Großbritannien über den Ärmelkanal blieben hingegen weitgehend stabil.

Als Gründe für den Rückgang nennt Frontex die Wirksamkeit der verschärften Migrationspolitik der EU‑Mitgliedsstaaten. Hauptsächlich die engere Zusammenarbeit von EU und Drittstaaten, verstärkte Grenzkontrollen sowie Migrations- und Rückführungsabkommen würden dazu beitragen.