Im Publikum sitzen ja nicht die ganz jungen Leute. Ist das so, dass sie den Sinn von Satire nicht verstehen und die Älteren schon?

Es ist, was das Alter betrifft, doch sehr divers, auch was die politischen Ausrichtungen betrifft. Das ehrt mich so an meinem Publikum, dass da wirklich Menschen sitzen, die einander wegen unterschiedlicher Anschauungen im echten Leben gerne eins überziehen würden. Und vielleicht gibt ihnen das irgendwas, dass sie merken, sie können da in einem Saal sehr gut koexistieren. Und es wird ja niemand ausgespart. Das ist mir ein großes Bedürfnis, dass sich wirklich jeder kurz mal gezüchtigt und gestreichelt fühlt.

Sie werfen in Ihrem Programm einen zynischen Blick auf die Welt. Ist das für Sie als Mutter eine Art, mit der Angst um die Zukunft Ihres Kindes umzugehen? Oder wollen Sie damit zeigen, dass Sie trotzdem an die Menschen glauben, an ihre Fähigkeit, aufzustehen und weiterzumachen?

Ich glaube an den Menschen im Einzelnen. Ich habe aber keine Hoffnung, was die Menschheit als Ganzes betrifft. Sobald sich Menschen zusammenrotten, passiert immer etwas und es verblasst dieser Glanz absoluter Humanität, den ich in jedermanns Augen sehe. Ich habe auch keine Hoffnung, aber was ich pflege, ist ein sehr heiterer Pessimismus.

Ich habe auch keine Hoffnung, aber was ich pflege, ist ein sehr heiterer Pessimismus.

Lisa Eckhart

Hoffnung gebiert die Angst, dass es nicht gut ausgehen könnte. Aber mit Hoffnungslosigkeit kann man richtig Spaß haben. Und dann beginnt eigentlich erst der Witz. Tatsächlich glaube ich nicht, dass irgendwas gut ausgehen wird, weder für uns als Menschheit noch für den Einzelnen. Jeder wird sterben und wir werden zugrunde gehen. Dem ist einfach so, aber das macht doch den Reiz des Ganzen aus.