Goldene Zeiten erlebten zuletzt die Safe-Knacker aus Gelsenkirchen oder der Zollvollstrecker aus dem Weißen Haus, der sich von einer Unternehmensdelegation aus der Schweiz in Barrenform beschenken ließ (und daraufhin die Zölle für die Eidgenossen senkte). Man könnte also mutmaßen, dass Goldbarren derzeit ein kleines Imageproblem hätten. Doch dann hört man von einem Preis für Nachwuchsfilmer und ist wieder besänftigt. In der Frankenmetropole Hof wird seit sieben Jahren der Friedrich-Baur-Goldpreis verliehen: Der Wert der zertifizierten Goldbarren wird mit etwa 35 000 Euro angegeben, damit ist er der höchstdotierte Regie-Nachwuchspreis in Deutschland.

In den letzten Jahren haben junge Filmemacher wie Luzie Loose, Lukas Röder oder Lothar Herzog gewonnen, die danach den schwierigen Weg vom ersten zum zweiten oder gar dritten Film geschafft haben. Im Oktober 2025 wurden bei den Hofer Filmtagen zwei Regietalente zu gleichen Teilen mit diesem Preis für einen abendfüllenden Erstlingsfilm ausgezeichnet. Jetzt sind sie zum ersten Mal in München zu sehen: Im Rahmen der Reihe „Film in der Akademie“ präsentiert die Bayerische Akademie der Schönen Künste (BADSK) die prämierten Filme „Zusammen ist man weniger getrennt“ (am 19. Januar) und „Plan F“ (am 20. Januar). Die Preisträger sind anwesend, im Anschluss finden Filmgespräche statt. Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist frei.

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In der Komödie „Zusammen ist man weniger getrennt“ erzählt Alexander Conrads von einem Millenial-Paar, das schon seit einiger Zeit separate Wege geht, aber nach wie vor zusammenlebt. So etwas soll in Zeiten knappen Wohnraums und hoher Mieten ja öfter vorkommen. Als die Eltern der jungen Frau sich aber ein Enkelkind wünschen und davon die weitere finanzielle Unterstützung für ihre Tochter abhängig machen, kommt Schwung in das festgefahrene Leben des Ex-Paares. Der aus Frankfurt am Main stammende Regisseur studierte in Mainz und Köln, er hat auch das Drehbuch seines Gewinnerfilms geschrieben sowie die Kamera geführt, produziert und geschnitten.

In der Gewinner-Komödie „Zusammen ist man weniger getrennt“ konfrontieren die Eltern eines getrennten Paares dieses mit einem Enkelkinderwunsch.In der Gewinner-Komödie „Zusammen ist man weniger getrennt“ konfrontieren die Eltern eines getrennten Paares dieses mit einem Enkelkinderwunsch. (Foto: Hofer Filmtage)

Die in Polen geborene Regisseurin und Drehbuchautorin Ina Balon gewann für ihren Schwesternfilm „Plan F“ ebenfalls den Friedrich-Baur-Goldpreis, darüber hinaus wurde sie auch noch mit dem Hofer Kritiker Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Sie erzählt von zwei Schwestern, die ihre vermisste dritte Schwester suchen und dafür von Brandenburg nach Berlin fahren und eine Nacht voller Streit, Schuldzuweisungen und Gelächter erleben. „Da ist etwas Uferloses, sich Wegschmeißendes, Exzessives in diesem Erstlingsfilm, das mir sehr imponiert“, sagte Dominik Graf in der Jurybegründung.

Der Münchner Regisseur durfte nicht nur über die Preise entscheiden, sondern wird die Preisträger als Mentor ein Jahr lang bei der Erstellung ihres zweiten Films künstlerisch beraten. Graf hat sich an beiden Abenden in der BADSK angekündigt, er wird dabei auch mit Alexander Conrads und Ina Balon über ihre Filme sprechen. Ebenfalls anwesend sein wird Grafs Regiekollege Hans Steinbichler, der an beiden Abenden die Begrüßung des Publikums übernimmt.

Goldvorführungen in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Montag, 19. und Dienstag, 20. Januar, jeweils ab 19 Uhr, Max-Joseph-Platz 3