Tat auf Kap Verde

Aachener Familie im Urlaub getötet: 19-jähriger Sohn ausgeliefert

15.01.2026 – 11:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Aerial view of Mindelo Marina in Sao Vicente Island in Cape VerdeVergrößern des Bildes

Mindelo auf der kapverdischen Insel São Vicente (Archivbild): Eine Familie aus Roetgen wurde hier in einer Ferienwohnung getötet. (Quelle: sam741002 via imago-images.de)

Nach dem gewaltsamen Tod einer Familie wird der mutmaßliche Täter nach Deutschland ausgeliefert. Die Polizei bestätigt zudem einen Einbruch in das Büro des getöteten Vaters.

Im Falle der getöteten Familie aus Roetgen auf Kap Verde ist der mutmaßliche 19-jährige Täter am Mittwoch nach Deutschland ausgeliefert worden. Das zeigen gemeinsame Recherchen der „Aachener Zeitung“, ihrer auf Portugiesisch erscheinenden Partnerzeitung „Contacto“ aus Luxemburg und dem „Trierischen Volksfreund“.

Demnach sei der Teenager am Mittwochmorgen in Lissabon von den portugiesischen Behörden an Beamte aus Trier übergeben worden. Von dort aus sei er per Flieger nach Frankfurt am Main gebracht und anschließend in die Jugendstrafanstalt Wittlich überstellt worden.

Dem 19-Jährigen wird vorgeworfen, am 23. Dezember seinen leiblichen Vater, seine Stiefmutter und seine Stiefschwester im Urlaub auf der kapverdischen Insel São Vicente erstochen zu haben. Die Leichen wurden Stunden später in einer Ferienwohnung in der Stadt Mindelo entdeckt. Der Teenager reiste anschließend nach Lissabon, wo er am 25. Dezember von der portugiesischen Polizei festgenommen wurde. Kap Verde, frühere Kolonie Portugals, ist eine Inselgruppe vor der Westküste Afrikas.

Der mutmaßliche Täter lebte bis zuletzt mit seiner leiblichen Mutter in der Vulkaneifel. Zuständig für den Fall ist somit die Staatsanwaltschaft Trier, welche in dem Fall ermittelt. Ermittlungen deutscher Behörden sind auch bei Taten im Ausland möglich, wenn Täter oder Opfer Deutsche sind. Gleichzeitig ermitteln die Behörden auf Kap Verde – die Trierer Staatsanwaltschaft hat dazu ein Rechtshilfeersuchen überbracht, um dortige Erkenntnisse für die eigenen Ermittlungen nutzen zu können.

Unklar sei derweil noch, ob der Teenager im voraussichtlichen Strafverfahren nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht behandelt wird, so die Trierer Staatsanwaltschaft gegenüber der „Aachener Zeitung“. Zu Motiv, Tatablauf und weiteren Hintergründen habe sich die Behörde noch nicht geäußert.

In einem Bürogebäude des getöteten Vaters in Roetgen wurde derweil kurz nach der Tat eingebrochen, wie eine Aachener Polizeisprecherin auf Anfrage bestätigt. Der 58-Jährige war als Unternehmer tätig. Der Vorfall habe sich am 29. Dezember in der Straße Am Münsterwald ereignet, einen Tag später sei die Polizei in Kenntnis gesetzt worden.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen dazu aufgenommen. Welche Schäden die unbekannten Täter dort anrichteten, könne man aufgrund des laufenden Verfahrens aber nicht mitteilen.