Spielszene des Bundesliga-Spiels Wolfsburg gegen St. Pauli

AUDIO: St. Pauli trifft zum Rückrundenauftakt auf Dortmund (1 Min)

Stand: 15.01.2026 12:50 Uhr

Der FC St. Pauli hat einen Fehlstart ins neue Jahr hingelegt und 1:2 in Wolfsburg verloren. Und die Aufgaben werden nicht leichter. Am Sonnabend gastieren die Hamburger bei Borussia Dortmund.

von Sebastian Ragoß

Was war das für ein rauschhafter Saisonauftakt im August des vergangenen Jahres: St. Pauli trotzte dem BVB am Millerntor ein 3:3 ab, egalisierte dabei in den Schlussminuten einen 1:3-Rückstand und bot einen begeisternden Fußball.

Diese Mannschaft sollte doch mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben – schon gar nicht, nachdem es hinterher Siege gegen den HSV und Augsburg gab. Doch die nackten (und deprimierenden) Zahlen zu Beginn der Rückrunde zeigen: St. Pauli hat eine ganz Menge mit Abstiegskampf zu tun. Zwölf Zähler aus 16 Partien (Platz 17) sind eine klägliche Ausbeute.

„In Dortmund zu spielen, ist immer ein absolutes Highlight.“

St. Paulis Trainer Alexander Blessin

Und es spricht wenig dafür, dass sich die Punktzahl am Sonnabend (15.30 Uhr, im NDR Livecenter) erhöht. Borussia Dortmund spielt zwar nicht gerade De-Luxe-Fußball, holt aber konstant seine Punkte – zuletzt beim 3:0 gegen Werder Bremen.

„Ordentlich“ reicht für St. Pauli nicht mehr

Und St. Pauli? Bewegt sich zwischen kleinen Schritten Richtung Stabilität, (Zweck)-Optimismus und Offensivleistungen, die wenig Anlass zur Hoffnung geben.

„So, wie wir gespielt haben, kann man kann uns wenig vorwerfen. Das können wir für Dortmund mitnehmen“, sagte Hauke Wahl nach dem jüngsten 1:2 in Wolfsburg. Komplett falsch ist diese Einschätzung nicht. Allerdings reicht „ordentlich gespielt“ in St. Paulis prekärer Lage auf Dauer nicht mehr aus, gerade wenn es gegen Teams wie die „Wölfe“ geht, die nun wirklich nicht Angst und Schrecken in der Bundesliga verbreiten.

Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick.

Trainer Alexander Blessin war ebenfalls nicht unzufrieden, stellte aber auch klar: „Wir müssen über die Dinge reden, die wir versaubeutelt haben.“ Dazu gehören das inkonsequente Ausspielen von Angriffschancen und Probleme in der defensiven Zuordnung beim entscheidenden Gegentor, die den Coach besonders ärgerten.

Gegentore fallen zu einfach

Neu sind diese Probleme nicht beim FC St. Pauli. Viele Gegentore fallen viel zu einfach, auch wenn in den vergangenen Partien die defensive Organisation grundsätzlich besser geworden ist. Und offensiv bleiben die Hamburger weiterhin eines der harmlosesten Teams der Liga.

Eric Smith analysierte die Pleite in Wolfsburg deshalb auch deutlich kritischer als Wahl und Blessin. „Ich weiß nicht, wie oft ich das schon gesagt habe, aber wir müssen aus unseren Fehlern lernen. Wir dürfen nicht denken: Es ist alles unter Kontrolle. Denn dann reicht eine Aktion, es fällt ein Tor und wir verlieren das Spiel. Gegner in der Bundesliga können aus jeder Situation treffen, egal wie langweilig oder langsam das Spiel vorher war.“

Irvine-Ausfall wiegt schwer

Der Schwede trägt derzeit die Kapitänsbinde, weil Jackson Irvine sich erneut verletzt hat und wohl noch einige Wochen fehlen wird. Ein weiteres Problem für Blessin. Schließlich hatte die Rückkehr des Australiers vor der Winterpause einen sichtbar positiven Effekt auf das Spiel der Hamburger.

„Das ist ein harter Schlag für uns. Das gilt für jedes Team in der Liga: Wenn sich der Kapitän verletzt, ist das für niemanden spaßig. Noch nicht einmal für Bayern München.“

Trainer Blessin schloss in Wolfsburg auch einen kurzfristigen Transfer als Irvine-Ersatz nicht aus: „Wir halten die Augen und Ohren offen. Wenn sich etwas ergibt, sind wir handlungsbereit“, sagte er.

St. Paulis Jackson Irvine

Beim Australier ist eine Fußverletzung wieder aufgebrochen, die ihm schon im vergangenen Jahr eine lange Ausfallzeit beschert hatte.

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