Hamburger Historiker und Geschichtsforscher sind verärgert, um nicht zu sagen stinksauer. Im Kreuzfeuer der Kritik: das Hamburger Staatsarchiv, das in einer, wie es heißt, „Nacht- und Nebelaktion“ riesige Aktenbestände ins Niedersächsische Staatsarchiv nach Stade auslagert.“ Künftig werden Forscher lange Bahn- oder Autofahrten nach Stade in Kauf nehmen müssen, wenn sie diese einsehen wollen. Bis jetzt ist den Nutzern aber nicht mal klar, ab wann die Akten dort zur Verfügung stehen werden. Die Verlagerung von Aktenbeständen nach Stade ab Januar 2026 sei der Höhepunkt an Nutzerunfreundlichkeit: Erst am 18. Dezember machte das Staatsarchiv auf seiner Homepage auf diese Maßnahme aufmerksam – so kurzfristig, dass Holger Artus von „Zynismus“ spricht. „Da das Archiv vom 24. Dezember bis zum 5. Januar geschlossen war, hatten also Forschende gerade mal drei (Öffnungs-)Tage Zeit, darauf zu reagieren“, so die Kritik. „Viel zu wenig, um etwa dringend benötigte Akten vor ihrem Abtransport noch schnell zu fotografieren.“