Die Zahl der irregulären Einreisen in die Europäische Union ist auch 2025 weiter gesunken und hat mit 178.000 den niedrigsten Wert seit 2021 erreicht. Das geht aus konsolidierten Zahlen hervor, welche die EU-Grenzschutzbehörde Frontex am Donnerstag veröffentlichte.
Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Ankünfte um 26 Prozent zurück, nachdem sie 2024 schon um 38 Prozent gesunken waren. Allerdings warnte Frontex, dass die Lage an den Außengrenzen ungewiss bleibe. „Der Trend geht in die richtige Richtung, aber die Risiken verschwinden nicht“, sagte Exekutivdirektor Hans Leijtens.
Der Migrationsdruck könne sich aufgrund von Konflikten, Instabilität und Schleusernetzwerken schnell zwischen den verschiedenen Routen verlagern. „Die Europäische Union sieht sich zudem schon jetzt mit Versuchen feindlich gesinnter Akteure konfrontiert, Migrationsströme auszunutzen, um Druck auf die Außengrenzen der EU auszuüben“, teilte die Behörde mit.
Die Verbindung von Ostlibyen nach Kreta
Am stärksten wurde die zentrale Mittelmeerroute nach Italien frequentiert. Dort wurden gut 66.000 Ankünfte verzeichnet, hauptsächlich aus dem östlichen Libyen, das nicht von der Regierung in Tripolis kontrolliert wird. Während diese Zahl nahezu gleich blieb, ging der Verkehr auf der östlichen Mittelmeerroute nach Griechenland um 27 Prozent zurück, sodass dort nur noch gut 51.000 Ankünfte registriert wurden.
Dabei stach allerdings die Verbindung von Ostlibyen nach Kreta heraus, auf der dreimal so viele Menschen wie im Vorjahr ankamen – ein Beispiel dafür, wie schnell sich das Migrationsgeschehen verlagern kann. Dagegen gingen die Zahlen auf der Westbalkanroute um 42 Prozent zurück, auf nunmehr 12.500.
EU-Innenkommissar Magnus Brunner erklärte den Rückgang mit „stärkeren Außengrenzen und wirksamen internationalen Partnerschaften“. Tatsächlich war der wichtigste Faktor aber der politische Umbruch in Syrien. Nachdem Syrer seit 2011 immer unter den drei am stärksten vertretenen Nationalitäten waren, tauchten sie 2025 dort gar nicht mehr auf. Die meisten der aufgegriffenen Menschen kamen vielmehr aus Bangladesch, Ägypten und Afghanistan.