Sofort, nachdem im November 2023 bekannt wurde, dass Bert Flossbach und Kurt von Storch, die Geschäftsführer von Flossbach von Storch, einen Wolkenkratzer planen, war der Vermögensverwalter das Gesprächsthema in Köln und darüber hinaus. Keine Standardimmobilie sollte es werden, sondern ein „visuelles Schmuckstück“, das das Stadtbild bereichert.
Der Architektenentwurf des Berliner Büros Baumschlager Eberle Architekten lag bereits seit Oktober 2024 vor. Die eigens von Flossbach von Storch gegründete Entwicklungsgesellschaft KDM30 Immobilien GmbH hatte im Mai 2025 die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens beantragt, dem der Stadtentwicklungsausschuss im Juni zustimmte.
Seit November 2024 war jedoch klar, dass der Turm 20 Meter kleiner als ursprünglich gedacht ausfallen würde, also „nur“ noch rund 100 Meter hoch – und nun sind die Pläne komplett vom Tisch.
Eine offizielle Stellungnahme dazu gibt es zwar nicht. Aus Unternehmenskreisen ist aber zu hören, dass die Entscheidung dem Management nicht leichtgefallen sei, ein Neubau aber aus verschiedenen Gründen keinen Sinn mehr ergebe.
Veränderte geopolitische Lage
Der wichtigste Grund sei die veränderte geopolitische Lage. Als man sich zu dem Bau entschloss, fiel noch keine Rakete auf die Ukraine und Joe Biden war der Präsident der USA. Der Angriffskrieg Russlands, die Vorgehensweise von Donald Trump und weitere Faktoren seien große Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland und für den Immobilienmarkt, insbesondere den für Büroimmobilien. Die langfristigen Folgen seien nur schwerlich abzusehen.
Für ein mittelständisches Unternehmen wie Flossbach von Storch sei ein solches Immobilienprojekt eine gewaltige Herausforderung, in vielerlei Hinsicht. Diese Erkenntnis sei zwar nicht neu gewesen, das Gelingen setze aber voraus, dass die Rahmenbedingungen für ein solches Projekt langfristig intakt seien. Aus Sicht von Flossbach von Storch waren sie das offenbar nicht mehr.
Erreichbarkeit
Als zweiter Grund werden die veränderten Rahmenbedingungen rund um das Grundstück genannt, die Anbindung über die viel befahrene Zoobrücke beispielsweise, einen der wichtigsten Kölner Zubringer. Diese sei deutlich renovierungsbedürftiger als zunächst in einem Gutachten angenommen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Köln sei durchweg vertrauensvoll und kooperativ gewesen.