Der Windpark Forsthövel in Ascheberg nimmt Gestalt an – Teile der Hybridtürme stehen. © Gemeinde Ascheberg

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Der Bau des Windparks Forsthövel in Ascheberg geht in die nächste Phase. Ab Mitte Januar werden laut Gemeinde per Schwerlasttransport die Rotorblätter, Maschinenhäuser und oberen Stahltürme angeliefert. Sind alle Bauteile vor Ort, beginnt der Hersteller Nordex mit der finalen Errichtung der Anlagen. Die Inbetriebnahme der drei Windräder ist bis Mitte 2026 vorgesehen.

„Wir freuen uns, dass die Inbetriebnahme jetzt immer näher rückt“, sagt Sven-Matti Delkeskamp, Referent der kommunalen Windgesellschaften. Das sei auch eine gute Nachricht für die Bürger, die sich finanziell am Projekt beteiligt haben. Die Nachfrage war so groß, dass das Beteiligungsvolumen von 1,5 Millionen Euro vollständig vergeben werden konnte.

10.000 Drei-Personen-Haushalte

Die Entwicklung des Projekts wurde Anfang 2024 durch die Erteilung des „grünen Lichts“ durch den Kreis Coesfeld für die Errichtung der drei Windenergieanlagen in der Bauerschaft Forsthövel-Mersch-Straße maßgeblich vorangetrieben. Das Projekt umfasst die Installation von drei Nordex N163/6.X Windturbinen, die nach ihrer Inbetriebnahme den Strombedarf von rund 10.000 Drei-Personen-Haushalten decken sollen.

Die geschätzten Gesamtkosten für den Windpark liegen bei etwa 30 Millionen Euro. Die Gemeinde Ascheberg ist maßgeblich an dem Vorhaben beteiligt; sie hält über eine eigene Gesellschaft die Hälfte des Windparks und kooperiert dabei mit der Windinvest GmbH.

Ein Windrad an der Forsthövel-Merschstraße zwischen Herbern und Drensteinfurt.© Laura Oswald-Jüttner (Archiv)

Eine weitere Beteiligung kommt vom Kreis Coesfeld, der sich mit 25 Prozent an einem der Windräder beteiligt. Zudem baut die Ascheberger Grundstücksentwicklungsgesellschaft (AGEG), eine Tochtergesellschaft der Gemeinde Ascheberg, selbst 1,5 der drei Windräder und ist an einem weiteren Windrad zu 50 Prozent beteiligt.

Ein zentrales Element des Projekts ist die umfassende Bürgerbeteiligung. Erste Informationen zur Möglichkeit der Geldanlage und zu erwartenden Zinssätzen wurden bereits Mitte August 2024 kommuniziert. Bis Oktober 2024 wurden die Konditionen konkretisiert und die Zinsen für die Bürgerbeteiligung als Nachrangdarlehen im Rahmen einer Schwarmfinanzierung auf 3,9 Prozent für eine fünfjährige Laufzeit und 4,0 Prozent für eine zehnjährige Laufzeit festgelegt. Der Mindestbeteiligungsbetrag wurde bewusst niedrig gehalten und liegt bei 250 Euro, um möglichst vielen Bürgern eine Teilnahme zu ermöglichen.

Bürgerbeteiligung

Die offizielle Phase der Bürgerbeteiligung wurde Anfang Mai 2025 gestartet, wobei sich das Angebot ausschließlich an Bürger Aschebergs mit Hauptwohnsitz richtete. Ziel war es, bis zu 1,5 Millionen Euro als grundlegenden Finanzierungsbaustein durch die Bürgerbeteiligung zu generieren.

Die Resonanz war überwältigend: Bereits im Juni 2025 wurde bekannt, dass sich fast 400 volljährige Bürgerinnen und Bürger für eine Beteiligung interessiert zeigten. Aufgrund des großen Interesses mussten die gewünschten Beteiligungsbeträge individuell angepasst und gegebenenfalls nach unten korrigiert werden, um eine möglichst breite Beteiligung zu gewährleisten.

Bürgermeister Thomas Stohldreier (Mitte), Gesche Ahmann (Fachbereichsleiterin Planen und Wohnen sowie Geschäftsführerin der Ascheberger Windgesellschaften) sowie Stefan Lohmüller (Fachgruppenleiter Nachhaltigkeit und Mobilität sowie Geschäftsführer der Ascheberger Windgesellschaften) freuten sich vergangenes Jahr über den beginn der Bürgerbeteiligung.© Gemeinde Ascheberg (Archiv)

Am 30. Oktober 2025 wurde der Baubeginn des Windparks Forsthövel bekannt gegeben. Parallel dazu startete am 28. Oktober 2025 die „Zeichnungsphase“, in der interessierte Bürger verbindliche Verträge zur finanziellen Beteiligung unterzeichnen konnten.

Weiterer Windpark in Arbeit

Eine weitere Beteiligungsmöglichkeit soll es im Windpark Holthoff geben. Nördlich der B58 entstehen dort seit Oktober 2025 vier Windräder. Die Baustraßen sind bereits angelegt, Baugruben ausgehoben, noch im Januar soll der Fundamentbau beginnen. „Auch hier werden interessierte Bürger die Möglichkeit erhalten, sich finanziell zu beteiligen“, kündigt Geschäftsführerin Gesche Ahmann an.

Der Start der Bürgerbeteiligung ist für das Frühjahr geplant. Vorgesehen sind erneut Nachrangdarlehen. Insgesamt stehen zwei Millionen Euro zur Verfügung, die Mindestbeteiligung liegt bei 250 Euro pro Person, die Laufzeiten bei fünf oder zehn Jahren mit einer Verzinsung von bis zu vier Prozent jährlich.