Solingen. Das digitale Eezy-Ticket für Busse und Bahnen ist auf etlichen kurzen und mittleren Strecken zwar günstiger als die Einzelfahrscheine. Bei den Solinger Senioren ist es aber umstritten. Es berge zu viele Nachteile und Gefahren, warnt der Solinger Seniorenbeirat.

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Wer zum Beispiel kein Smartphone besitze, könne dieses digitale Ticket nicht nutzen, kritisiert die Seniorenvertretung in einer Mitteilung. Außerdem funktioniere die dazugehörige App auf älteren Geräten nicht.

Technische und finanzielle Hürden des Eezy-Tickets

Laut Seniorenbeirat birgt das Eezy-Ticket auch andere Risiken. So müssen Fahrgäste dafür sorgen, dass sie ständig mit dem Internet verbunden sind. Wer nicht online sei, gelte als Schwarzfahrer und riskiere ein Ordnungsgeld von 60 Euro.

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Die Verbindung mit dem Internet ist technisch nötig, weil beim Eezy-Tarif ermittelt wird, wie viele Kilometer Luftlinie zwischen dem Start- und dem Zielort liegen. Danach richtet sich der Fahrpreis.

Ähnliche Kritik hatte zuvor auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) geäußert. Ein neues Smartphone koste mindestens 100 Euro. Die ständige Verbindung mit dem Internet erfordere zudem einen Mobilfunkvertrag mit Daten-Flatrate, betont der VCD. Dies koste mitunter 20 Euro pro Monat. Beides könnten sich viele Menschen nicht leisten.

Forderungen an den Verkehrsverbund

Das Fazit des Seniorenbeirats: Für viele sei der Eezy-Tarif nicht hilfreich. Beirat und VCD fordern vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, die seit Anfang des Jahres geltenden Preiserhöhungen bei den Einzeltickets zurückzunehmen.

Der VCD rechnet vor: Nach Abschaffung des Kurzstreckenfahrscheins koste etwa eine Fahrt vom Weegerhof in die Innenstadt jetzt 3,60 Euro, mit dem Eezy-Ticket seien es immer noch 2,31 Euro. Beides sei teurer als der frühere Kurzstreckentarif (2,20 Euro).

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Das Fazit des VCD: „Wer nur ein- bis zweimal wöchentlich mit dem Bus in die Stadt fährt, für den ist weder das Deutschlandticket interessant noch der Eezy-Tarif.“

ST