Eine besonders tieffliegende Militärmaschine hat in dieser Woche mehre Beobachter in verschiedenen Stuttgarter Bezirken verwundert. In einschlägigen Portalen im Netz ist aufgezeichnet, dass das Flugzeug in Stuttgart startete und auch dort auch wieder landete. Videos zeigen die riesige Maschine, wie sie mit dröhnenden Motoren auch über eine Wohnsiedlung rauscht.

Nach Informationen des Luftfahrtamts der Bundeswehr handelte es sich um ein Transportflugzeug vom Typ C130 der US-Streitkräfte. Ein Sprecher bestätigte auch, dass es in Stuttgart abhob und auch wieder landete. Es habe sich um einen „angemeldeten Sichtflug“ gehandelt. Dabei wird das Fliegen ohne elektronische Orientierungshilfen geübt.

Radardaten zeigen: Mindestflughöhe wurde unterschritten

Auch der Eindruck der Beobachter täuschte nicht: Bei dem Flug am vergangenen Montag wurde die Mindestflughöhe von 2000 Fuß laut Radardaten „zeitweise unterschritten“, hieß es von der zuständigen Stelle. 2000 Fuß entsprechen circa 600 Meter. „Informationen, weshalb die Mindestflughöhe unterschritten wurde, liegen nicht vor. Möglich wäre eine technische Störung, dies wird aber noch durch andere Stellen untersucht“, so der Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr.

Die Maschine vom Hersteller Lockheed, die auch bei der Bundeswehr zum Einsatz kommt, wird bis zu 675 km/h schnell und kann bis zu 4000 Kilometer weit fliegen. Maximal kann das Flugzeug 21 Tonnen Last aufnehmen. Sie wird von zwei Piloten geflogen und kommt quasi überall auf der Welt zum Einsatz.

Eine C130 der US-Streitkräfte über der Airbase in Rammstein. Foto: IMAGO/Daniel Kubirski

In Deutschland müssen Transportflugzeuge dieser Art mindestens 150 Meter über dem Boden fliegen, über Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern gilt eine Mindesthöhe von circa 600 Metern über dem Boden. In der Regel werde versucht, bewohnte Gebiete nicht zu überfliegen, teilt das Luftfahrtamt der Bundeswehr mit.

Beim Fliegen nach Sichtflugregeln werden – wie in der zivilen Luftfahrt – in größeren Höhen oft Gewässer zur Orientierung herangezogen. Diese sind in niedrigen Höhen und bei hohen Geschwindigkeiten aber weniger geeignet. Hier werden meist Gebäude, wie zum Beispiel Türme oder andere hervorstechende Bauwerke genutzt.

Militärflüge und Bürgertelefon

Militärflüge
Allgemeine Informationen zum militärischen Flugbetrieb stellt die Bundeswehr auf ihrer Internetseite zur Verfügung. Diese sind hier zu finden.

Bürgertelefon
Bei Verunsicherung im Zusammenhang mit Militärflugzeugen können sich Menschen in Deutschland an ein Bürgertelefon der Bundeswehr richten. Es ist kostenlos unter 0800/8620730 erreichbar. Weitere Informationen dazu, gibt es hier.