16:08 UhrMilliardenübernahme in der Medizinbranche
Der US-Medizintechnikkonzern Boston Scientific will den Konkurrenten Penumbra für rund 14,5 Milliarden Dollar übernehmen und damit sein Geschäft mit Herz-Kreislauf-Medizingeräten ausbauen. Es handelt sich um die größte Übernahme des Unternehmens aus dem US-Bundesstaat Massachusetts seit zwei Jahrzehnten, teilte Boston Scientific mit. Der Konzern bietet 374 Dollar je Aktie – ein Aufschlag von gut 19 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Die Penumbra-Aktionäre können wählen, ob sie den Betrag in bar oder 3,8721 Aktien von Boston Scientific wollen. Der Kaufpreis soll zu rund 73 Prozent in bar und zu 27 Prozent in Aktien beglichen werden.
Boston Scientific begründete die Übernahme mit dem Ausbau seines Portfolios an Herz- und Gefäßprodukten. Penumbra verfüge über ein breites Angebot an spezialisierten Geräten zur Behandlung unter anderem von Lungenembolien, Schlaganfällen oder Herzinfarkten.
15:58 UhrWall Street mit deutlicher Erholung
(Foto: REUTERS)
Nach den Abschlägen des Vortages erholt sich die Wall Street am Donnerstag – vor allem die zuletzt unter Druck geratene Nasdaq. Gestützt wird die Stimmung von starken Wirtschaftsdaten und nachlassenden geopolitischen Spannungen sowie in der Folge deutlich sinkenden Erdölpreisen. Im frühen Handel steigt der Dow-Jones-Index um 0,4 Prozent auf 49.335 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite ziehen um 0,6 beziehungsweise 0,7 Prozent an.
Der Technologiesektor und damit auch die technologielastige Nasdaq werden durch Rekordumsätze der Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) im vierten Quartal gestützt. Die Geschäftszahlen stellten „einen sehr positiven Ausblick für die Branche“ dar, urteilt ING-Analyst Marc Hesselink. Die Titel von Nvidia, deren Chips von TSMC gefertigt werden, gewinnen zwei Prozent – Broadcom und AMD klettern um 1,3 beziehungsweise 3,8 Prozent. Die Aktien der Zulieferer von TSMC, Applied Materials und Lam Research, ziehen um 8,8 beziehungsweise Prozent an.
15:35 UhrWettbewerbshüter nehmen Microsoft ins Visier
Die Schweizer Wettbewerbshüter nehmen wegen gestiegener Lizenzpreise den US-Softwarekonzern Microsoft ins Visier. Die zahlreichen Preiserhöhungen in jüngerer Zeit könnten Hinweise auf unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen darstellen, teilte die Wettbewerbskommission (Weko) mit. Daher sei eine Vorabklärung eingeleitet worden. Der Behörde zufolge gingen Anzeigen ein, wonach es in der Schweiz erhebliche Preiserhöhungen für Microsoft-Produkte gegeben habe. Dies betreffe insbesondere das Softwarepaket Microsoft 365, das von Unternehmen sowie zahlreichen Verwaltungen und öffentlichen Institutionen genutzt werde. Mit der Vorabklärung solle nun geprüft werden, ob Anhaltspunkte für unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen vorlägen, die eine eingehende Untersuchung rechtfertigten. Dabei könne auch auf die Expertise der Preisüberwachung zurückgegriffen werden, hieß es weiter.
15:17 UhrPhilly-Fed-Index geht kräftig hoch
Auch die Lage der Industrie in der US-Region Philadelphia hat sich im Januar kräftig aufgehellt. Der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank of Philadelphia stieg auf plus 12,6 Punkte von minus 10,2 im Dezember. Volkswirte hatten einen Indexstand von minus 4,5 erwartet. Der Philly-Fed-Index erfasst die Industrie in der Schlüsselregion im Nordosten und gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die US-Produktion.
15:00 UhrNeues vom Geldmarkt
In einem unverändert ruhigen Handel zeigen sich die Sätze am europäischen Geldmarkt kaum verändert. Seit Tagen ist Thema, wie der künftige EZB-Vizepräsident heißen wird. Anfang nächster Woche wollen die Finanzminister der Eurozone einen Kandidaten für die Nachfolge von EZB-Vizepräsident Luis de Guindos nominieren, dessen Amtszeit im Mai endet. Wie es bei der Commerzbank heißt, stammen alle sechs Kandidaten aus den kleineren Eurozone-Ländern. Auch für die Nachfolge von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die bis Oktober 2027 im Amt bleibe, gebe es bereits zahlreiche Kandidaten.
(Foto: IMAGO/Zoonar)
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 1,90 – 2,07 (1,90 – 2,07), Wochengeld: 1,90 – 2,07 (1,90 – 2,07), 1-Monats-Geld: 1,94 – 2,12 (1,94 – 2,12), 3-Monats-Geld: 2,04 – 2,22 (2,04 – 2,22), 6-Monats-Geld: 2,08 – 2,28 (2,08 – 2,28), 12-Monats-Geld: 2,18 – 2,37 (2,18 – 2,37), Euribors: 14.01. 13.01. 3 Monate: 2,0160 2,0160, 6 Monate: 2,1460 2,1430, 12 Monate: 2,2510 2,2500
14:42 UhrNew Yorker Konjunkturindex schnellt in den positiven Bereich
Die Geschäftsaktivität des verarbeitenden Gewerbes im Großraum New York ist im Januar stärker gestiegen als erwartet. Der von der Federal Reserve Bank of New York ermittelte Index für die allgemeine Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe des Distrikts erhöhte sich auf plus 6,6. Volkswirte hatten einen Stand von plus 1,0 prognostiziert. Im Vormonat hatte der Index bei minus 3,9 gelegen.
Der New Yorker Konjunkturindex ist meist der erste regionale Indikator, der von den Fed-Filialen in einem Monat veröffentlicht wird. Ökonomen betrachten ihn ebenso wie den Indikator der Philadelphia Fed als vergleichsweise verlässlichen Vorläufer für den viel beachteten ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe der USA.
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14:17 UhrGoldman Sachs steigert Gewinn kräftig
Auch Goldman Sachs hat heute seine Bücher geöffnet. Das US-Geldinstitut hat im vierten Quartal von einer höheren Aktivität im Investmentbanking und einem positiven Einmaleffekt profitiert. Der Gewinn legte kräftig zu. Die Erträge gingen zurück, was unter anderem der Abgabe des Apple-Kreditkartengeschäfts geschuldet war. Der Nettogewinn stieg um zwölf Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie betrug 14,01 Dollar. Die Erträge sanken um drei Prozent auf 13,45 Milliarden Dollar. Die Einnahmen im Investmentbanking stiegen um 25 Prozent, jene im Handelsgeschäft um 19 Prozent.
Die jüngste Vereinbarung, das Apple-Kreditkartengeschäft an JPMorgan abzugeben, hat für einen positiven Einmaleffekt auf das Ergebnis je Aktie von 0,46 Dollar gesorgt. Die Vereinbarung und die Neubewertung des Portfolios schmälerten gleichzeitig die Erträge um 2,26 Milliarden Dollar. Dem wirkte eine Auflösung von Reserven von 2,48 Milliarden Dollar für ausfallgefährdete Kredite entgegen, die einen positiven Effekt hatte.
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13:55 UhrMorgan Stanley gewinnt mehr als erwartet
Morgan Stanley hat im vierten Quartal von einem starken Investmentbanking und höheren Einnahmen im Wealth Management profitiert. Die US-Bank steigerte den Gewinn deutlich und übertraf die Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn stieg auf 4,4 Milliarden Dollar von 3,7 Milliarden im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie betrug 2,68 Dollar. Analysten hatten im Factset-Konsens 2,43 Dollar prognostiziert.
Die Erträge legten auf 17,9 Milliarden Dollar von 16,2 Milliarden Dollar zu. Allein im Investmentbanking kletterten sie um 47 Prozent, was mehr M&A-Transaktionen zu verdanken war. Im Aktienhandel stiegen die Erträge um zehn Prozent, während sie im Handel mit festverzinslichen Produkten um neun Prozent sanken. Das Wealth Management steigerte die Erträge um 13 Prozent.
13:33 UhrSpotify dreht an der Preisschraube für sein Premium-Abo
Der Musik-Streamingdienst Spotify erhöht in den USA sowie in Estland und Lettland die Preise für sein Premium-Abonnement. Der monatliche Preis für bestehende Abonnenten steige um einen US-Dollar auf 12,99 Dollar, teilte das schwedische Unternehmen mit. Zur Begründung hieß es, man wolle das Nutzererlebnis weiterentwickeln und Künstler unterstützen. Die neuen Preise sollen ab Februar mit dem jeweiligen Abrechnungsdatum der Kunden in Kraft treten. Die Aktie des Unternehmens legte im vorbörslichen US-Handel um fast drei Prozent zu.
13:11 UhrETF-Boom treibt Gewinn von Blackrock – Aktie im Plus
Größter Vermögensverwalter der Welt: Blackrock.
Kräftige Vermögenszuflüsse von Blackrock gefallen den Anlegern. Die Aktien ziehen im vorbörslichen US-Handel um 1,7 Prozent an. Der weltgrößte Vermögensverwalter hat im vierten Quartal mehr verdient als erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 13,16 Dollar, während Analysten laut LSEG-Daten mit 12,21 Dollar gerechnet hatten. Starke Zuflüsse in börsengehandelte Fonds (ETFs) und eine wachsende Nachfrage nach günstigeren Indexprodukten trieben das verwaltete Vermögen auf einen Rekordwert von 14,04 Billionen Dollar.
12:47 UhrÖlpreise sacken kräftig ab
Angesichts nachlassender Sorgen vor einem unmittelbaren US-Angriff auf den Iran gerät der Ölpreis ins Rutschen. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI geben in der Spitze rund dreieinhalb Prozent auf 64,23 beziehungsweise 59,84 Dollar je Fass nach. Kurz nach Mittag verloren Brent und WTI immerhin noch 1,5 beziehungsweise 1,9 Prozent. An den vergangenen drei Handelstagen waren die Preise um gut fünf Prozent nach oben geschnellt. Anleger fürchten im Fall eines Militärschlags Versorgungsengpässse.
US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, er sehe nach seinen Drohungen gegen den Iran einen Rückgang des gewaltsamen Vorgehens der iranischen Führung gegen Demonstranten. Hiroyuki Kikukawa von Nissan Securities geht davon aus, dass WTI vorerst im Bereich von 55 bis 65 Dollar gehandelt werden dürfte – auch wenn die geopolitischen Risiken hoch blieben und unvorhergesehene Ereignisse das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage stören könnten.
12:34 UhrWall Street steht vor Erholung
(Foto: AP)
Nach den Abschlägen des Vortages dürfte sich die Wall Street erholen – vor allem die zuletzt unter Druck geratene Nasdaq. Der Aktienterminmarkt deutet auf einen etwas festeren bis freundlichen Handelsbeginn am Kassamarkt hin. Gestützt wird die Stimmung von nachlassenden geopolitischen Spannungen und in der Folge deutlich sinkenden Erdölpreisen. Die Wahrscheinlichkeit eines US-Militärschlages gegen das Mullah-Regime im Iran scheint nachgelassen zu haben. Laut US-Präsident Donald Trump hat „das Töten im Iran aufgehört“.
Doch gilt es für Anleger noch vor der Startglocke wieder eine Flut an möglichen Impulsen zu verarbeiten. Geschäftszahlen von Goldman Sachs und Morgan Stanley stehen an und markroökonomisch die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten, die Import- und Exportpreise für November, der Philadelphia-Fed-Index für Januar und der Empire State Manufacturing Index ebenfalls für Januar.
12:22 UhrGuter Tag für Aktien britischer Vermögensverwalter
Ermutigende Geschäftszahlen und ein optimistischer Ausblick geben den Aktien britischer Vermögensverwalter Auftrieb. Die Papiere von Ashmore legen um 11,7 Prozent auf 204 Pence zu. Der Konzern meldet für das abgelaufene Quartal ein Wachstum des verwalteten Vermögens um acht Prozent auf 52,5 Milliarden Dollar. Die Titel von Rathbones steigen um 2,5 Prozent auf 2050 Pence, nachdem das verwaltete Vermögen um 2,3 Prozent auf 115,6 Milliarden Pfund zulegte. Die Aktien von Schroders gewinnen 8,5 Prozent auf 453,2 Pence. Das Unternehmen teilte mit, der bereinigte Betriebsgewinn für das Geschäftsjahr 2025 werde die Erwartungen übertreffen.
11:58 UhrDax klebt fest
Update von der Frankfurter Börse: Nach seinem gestrigen Minus hat sich der Dax bislang wenig bewegt. Der deutsche Leitindex lag am Mittag kaum verändert bei 25.296 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann dagegen 0,4 Prozent auf 6030 Stellen. Der Euro lag ebenfalls auf Vortagesniveau bei 1,1636 US-Dollar.
11:52 UhrNeuer Aufschwung am Bau?
Die lahmende Konjunktur in Deutschland wird auch in diesem Jahr ein prominentes Thema sein. Hoffnung kommt aus dem Bausektor, denn hier scheint sich die Stimmung langsam aufzuhellen. Wie Anleger von einem Aufschwung in der Bauwirtschaft und auch der Konjunktur insgesamt profitieren könnten, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Peter Bösenberg von der Société Générale.
11:40 UhrChipwerte legen TSMC-Zahlen kräftig zu
Der Rekordgewinn von TSMC im vierten Quartal macht Anlegern Lust auf Tech-Aktien. Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger profitiert stark vom Boom bei Künstlicher Intelligenz. Der europäische Branchenindex rückt um bis zu drei Prozent vor. Die Titel der niederländischen Chip-Firma ASML steigen in der Spitze um 7,6 Prozent auf einen Rekordwert von 1167 Euro. ASM International springen um gut zehn Prozent in die Höhe, BE Semiconductor gewinnen 6,5 Prozent. Im MDax rücken Aixtron um 4,2 Prozent vor.
11:17 UhrÖsterreichischer Kupferspezialist will an Frankfurter Börse
Asta Energy Solutions strebt an die Frankfurter Börse und sorgt damit für den ersten angekündigten Börsengang des Jahres in Deutschland. Bei der für das erste Quartal vorgesehenen Platzierung sollen durch die Ausgabe neuer Aktien rund 125 Millionen Euro eingesammelt werden, wie der österreichische Kupferspezialist mitteilte. Das gesamte Transaktionsvolumen, das auch Anteile der Alteigentümer und eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) umfasst, soll bis zu 190 Millionen Euro betragen. Die Aktien sollen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden.
Als wichtiger Ankerinvestor ist der Energietechnikkonzern Siemens Energy an Bord, der sich zur Zeichnung von Aktien im Wert von 25 Millionen Euro verpflichtet hat. Drei weitere institutionelle Investoren, darunter Fonds von BNP Paribas Asset Management und Invesco, haben Zusagen für insgesamt 30 Millionen Euro gegeben.
10:52 UhrRyanair reagiert auf sinkende Luftverkehrssteuer
(Foto: picture alliance / ipa-agency)
Ryanair verringert sein Angebot im Sommer in Deutschland wegen der Senkung der Luftverkehrssteuer nicht so stark wie ursprünglich geplant. „Dieser sinnvolle Kurswechsel der deutschen Regierung ermöglicht es Ryanair, einen Teil seiner Kapazitätskürzungen für den Sommer 2026 rückgängig zu machen“, erklärten die Iren, die sich regelmäßig über die hohen Standortkosten hierzulande beklagten. Zusätzliche 300.000 Tickets werden an Airports mit niedrigen Gebühren wie Köln, Niederrhein, Memmingen und Bremen angeboten. Elf neue Strecken kommen ins Programm – allerdings nicht an Flughäfen wie Berlin und Hamburg, die Ryanair weiterhin zu teuer sind.
Airline-Chef Eddie Wilson bekräftigte, wenn die Luftverkehrssteuer gestrichen und Gebühren gesenkt würden, werde Ryanair in Deutschland expandieren. Mit 30 zusätzlich stationierten Flugzeugen könnte dann das Passagieraufkommen auf 34 Millionen im Jahr verdoppelt werden. Verbunden damit wären mehr als 1000 neue Arbeitsplätze.
10:28 UhrLuxusgüterkonzern vermeldet Super-Weihnachtsquartal – Aktie schmiert aber ab
Der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont hat im wichtigen Weihnachtsquartal die Erwartungen von Analysten übertroffen. Treiber waren eine anhaltend starke Nachfrage nach teurem Schmuck und eine überraschende Erholung in der Uhrensparte. Der Umsatz kletterte in den drei Monaten bis Ende Dezember währungsbereinigt um elf Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, wie Richemont mitteilte. Gewinnzahlen legte das Genfer Unternehmen nicht vor.
Die Schmucksparte („Jewellery Maisons“) des Konzerns mit Marken wie Cartier und Van Cleef & Arpels legte um 14 Prozent zu. „Wie üblich glänzten die Schmuckmarken am meisten“, erklärte Analyst Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die Uhrensparte („Specialist Watchmakers“) mit Marken wie IWC, A. Lange & Söhne oder Jaeger-LeCoultre wuchs um sieben Prozent und gewann damit wieder an Dynamik. Die Anleger wollten wohl mehr, denn die Aktie rutschte um 3,1 Prozent ab.
10:14 UhrExperte zu deutschem BIP: Für Politik ist Aufrechterhaltung des Sozialstaats wichtiger
„Das Ergebnis bestätigt den wirtschaftlichen Niedergang. Sind Revisionen ausgeblieben, ist das Bruttoinlandsprodukt zum Jahresende leicht gestiegen“, sagte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe, zum mickrigen deutschen Wachstum 2025. „Es spricht Bände, dass die Wirtschaftsleistung nur so hoch ist wie vor der Pandemie. Der mangelnde Reformwillen der Politik fällt der Wirtschaft erneut auf die Füße. Für die Politik ist die Aufrechterhaltung des Sozialstaats wichtiger als der Betrieb einer aggressiven Standortpolitik.“
Krüger weiter: „Durch den US-Zollschock und den intensiven Wettbewerb mit China wird es die exportorientierte Industrie weiter schwer haben. Beunruhigend ist, dass die Politik generell keine Strategie hat, um sich in der wandelnden Welt zu behaupten. Das Doping mit dem Fiskalpaket hellt die Konjunkturperspektiven grundsätzlich auf. Wegen der vielfach auch konsumtiven Verwendung der Finanzmittel sieht es nur nach einem konjunkturellen Strohfeuer aus. Ein Heilmittel gegen Stagnation ist das Fiskalpaket nur bei einer investiven Verwendung. Werden Reformen nicht bald umgesetzt, werden Verteilungskämpfe intensiver.“
10:06 UhrDeutsche Wirtschaft 2025 leicht gewachsen – Defizit sinkt
Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr nach zwei Jahren mit rückläufiger Wirtschaftsleistung wieder leicht gewachsen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozent. Volkswirte hatten ein Zuwachs von 0,2 Prozent prognostiziert. Kalenderbereinigt belief sich das Plus auf 0,3 Prozent.
Der deutsche Staat gab 2025 erneut mehr Geld aus als er eingenommen hat. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung 2025 bei 2,4 Prozent – nach 2,7 Prozent ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt anhand erster Daten errechnet hat.
09:48 UhrChevron winkt erweiterte Lizenz für Venezuela-Öl
Chevron erhält Insidern zufolge voraussichtlich noch in dieser Woche eine erweiterte US-Lizenz für die Ölförderung in Venezuela. Damit könnte das Unternehmen seine Produktion in dem südamerikanischen Land steigern, sagten Branchenvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Der US-Ölkonzern teilte dazu lediglich mit, das Unternehmen halte sich an alle Gesetze und Sanktionsbestimmungen. Nach der Festnahme von Präsident Nicolas Maduro durch die USA fährt der staatliche Konzern PDVSA seine Produktion wieder hoch. Zuvor hatte ein striktes US-Embargo die Ausfuhren des Opec-Mitglieds fast vollständig zum Erliegen gebracht. Nur Chevron hatte eine Ausnahmegenehmigung für den Export aus seinen Joint Ventures.
09:33 UhrWohnungsbau kommt nicht vom Fleck
Die Stimmung im Wohnungsbau hat sich vor der Jahreswende leicht eingetrübt. Der Geschäftsklimaindex fiel im Dezember von minus 19,3 auf minus 20,6 Punkte, wie das IFO-Institut mitteilte. Die Unternehmen schätzten die aktuelle Lage schlechter ein und auch die Erwartungen für die kommenden Monate. „Der Wohnungsbau kommt nicht so recht vom Fleck“, sagte der Leiter der IFO-Umfragen, Klaus Wohlrabe. Die strukturellen Probleme der Branche bestünden fort.
Der Anteil der Unternehmen im Wohnungsbau, die von zu wenig Aufträgen berichten, stieg weiter: von 47,0 auf 47,7 Prozent. Auch die Stornierungen nahmen erneut zu: Der Anteil der Firmen, die von abgesagten Bauprojekten berichten, kletterte von 11,0 auf 11,5 Prozent. „Die zuletzt gestiegenen Wohnungsbaugenehmigungen schlagen sich bislang nicht in der Stimmung der Unternehmen nieder“, so Wohlrabe. Viele Betriebe warteten weiterhin auf eine spürbare Belebung der Nachfrage.
09:17 UhrDax hält sich bedeckt
Der Dax startet kaum verändert in den heutigen Handel. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 25.270 Punkten, nachdem er zur Wochenmitte 0,5 Prozent eingebüßt und mit 25.286 Zählern geschlossen hatte.
Zwar gab es Verluste an der Wall Street und auch in Tokio kam es zu Gewinnmitnahmen, der jüngste Preisrutsch beim Öl stützt jedoch. „Im Blick haben die Anleger heute die deutschen BIP-Zahlen und weitere Geschäftsberichte, etwa von TSMC oder aus dem US-Bankensektor“, kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Friedhelm Tilgen.
08:59 UhrLufthansa-Kurs im Aufwind
Fluggesellschaften dürften am Donnerstag die Gewinnerseite an den europäischen Börsen anführen. Sie hatten zuletzt besonders stark unter dem Ölpreisanstieg im Umfeld der Iran-Krise gelitten. Da sich diese nun zumindest kurzfristig entspannt, kommen die Ölpreise stark unter Druck.
Lufthansa haben in den vergangenen fünf Handelstagen mehr als zehn Prozent verloren und so die überkaufte technische Lage abgebaut. Den kurzfristigen Aufwärtstrend haben sie dabei gebrochen. Dieser liegt bei gut 8,50 Euro, eine Rückkehr in den Trend wäre aus technischer Sicht positiv.
08:43 UhrTSMC erzielt Rekordgewinn
TSMC profitiert massiv vom Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) und hat einen Rekordgewinn erzielt. Der Nettogewinn sprang im vierten Quartal um 35 Prozent auf 505,7 Milliarden Taiwan-Dollar – rund 16 Milliarden Dollar, wie der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger mitteilte. Damit übertraf der Konzern aus Taiwan die Markterwartungen von 478,4 Milliarden Taiwan-Dollar deutlich. Der Umsatz kletterte von Oktober bis Dezember um 20,5 Prozent auf 1,046 Billionen Taiwan-Dollar.
Für das laufende erste Quartal stellte TSMC einen Umsatzanstieg von bis zu 40 Prozent auf 1,13 Billionen Taiwan-Dollar in Aussicht. Die Kunden sendeten „starke Signale“ und bäten direkt um Kapazitäten, hieß es. Zudem kündigte der Konzern an, die Investitionen im Jahr 2026 um bis zu 37 Prozent auf 1,77 Billionen Taiwan-Dollar (56 Milliarden Dollar) zu erhöhen. Die in Taipeh notierten Aktien von TSMC legten im vergangenen Jahr um 44 Prozent zu und sind in diesem Jahr bereits um rund neun Prozent gestiegen.
08:22 UhrGewinnmitnahmen in Tokio, Gewinne in Seoul
Nach den jüngsten Rekordhochs geht es mit den Kursen an der Börse Tokio nach unten. Der Nikkei fällt mit Gewinnmitnahmen um 0,8 Prozent auf 53.887 Punkte zurück. Die anstehende Parlamentswahl in Japan dürfte nicht zu einer deutlichen Lockerung der Fiskalpolitik führen, so Marcel Thieliant von Capital Economics. Das Kabinett von Premierministerin Sanae Takaichi sei das beliebteste seit den frühen Tagen von Shinzo Abe. Thieliant erwartet, dass die Regierungskoalition ihre Mehrheit „mit ziemlicher Sicherheit“ ausbauen werde. Er bezweifelt jedoch, dass ein stärkeres Mandat eine lockerere Fiskalpolitik unweigerlich zur Folge haben wird. Der im vergangenen Jahr verabschiedete große Nachtragshaushalt, der den Aufschlag auf die Benzinsteuer senkt und die Strompreise reduziert, habe die Argumente für eine weitere fiskalische Expansion geschwächt.
Elektronik- und Technologiewerte führen die Verluste in Tokio an. Die Aktien von Tokyo Electron geben um 2,4 Prozent nach und die der SoftBank Group verlieren 4,9 Prozent. Am Devisenmarkt schwächt sich der Dollar zum Yen ab. Die Anleger beobachten aufmerksam die Einzelheiten der Wahlpläne und jegliche Äußerungen von Regierungsvertretern zur jüngsten Schwäche des Yen.
Die koreanische Zentralbank hat derweil wie erwartet die Leitzinsen bei 2,50 Prozent bestätigt. Angesichts der Schwäche des Won hätte eine Lockerung der Geldpolitik die Währung zusätzlich unter Abgabedruck gesetzt. In Seoul geht es mit dem Kospi um 1,4 Prozent nach oben.
08:04 UhrAnleihegläubiger werfen SAP-Rivalen Täuschung vor
Oracle sieht sich mit einer Klage von Anleihegläubigern konfrontiert, die dem US-Softwarekonzern und SAP-Rivalen eine Täuschung über seinen KI-Kapitalbedarf vorwerfen. In der bei einem New Yorker Gericht eingereichten angestrebten Sammelklage heißt es, das Unternehmen habe bei der Ausgabe von Anleihen über 18 Milliarden Dollar im September verschwiegen, dass für den Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) kurzfristig erhebliche weitere Mittel nötig seien. Die Investoren seien davon überrascht worden, dass Oracle nur sieben Wochen später Kredite über weitere 38 Milliarden Dollar aufnahm, um zwei Rechenzentren für einen Großauftrag von OpenAI zu finanzieren.
Die Kläger machen geltend, durch den darauffolgenden Kursrutsch der Anleihen Verluste erlitten zu haben. Die Reaktion des Marktes auf die zusätzliche Verschuldung sei „schnell und heftig“ gewesen, da Investoren ein höheres Kreditrisiko sahen. Die Klage richtet sich auch gegen Oracle-Gründer Larry Ellison, die ehemalige Chefin Safra Catz sowie die beteiligten Banken. Der Konzern hatte im September einen 300 Milliarden Dollar schweren Fünf-Jahres-Vertrag mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI bekanntgegeben.
07:44 UhrPreisrutsch bei Öl schiebt Dax an
Nach dem Rücksetzer zur Wochenmitte dürften die europäischen Börsen schon wieder anziehen. Der Dax wird am Morgen gut 0,2 Prozent höher bei 25.340 Punkten errechnet. Damit liegt er nur knapp unter dem neuen Allzeithoch von 25.508 Punkten. Gestützt wird die Stimmung von den stark fallenden Ölpreisen. Sowohl WTI als auch Brent beenden die jüngste Aufwärtswelle mit Abschlägen von jeweils mehr als 3 Prozent. Händler verweisen auf die kurzfristige Entspannung der Iran-Krise, weil es bisher offensichtlich doch keine Hinrichtungen von Demonstranten gab, eine Forderung von US-Präsident Donald Trump an das Mullah-Regime.
Im Blick steht auch weiterhin die Berichtssaison, unter anderem mit neuen Zahlen von Taiwan Semiconductors. Am Nachmittag ergänzen dann Goldman Sachs und Morgan Stanley den Zahlenreigen aus der US-Bankenwelt. Impulse könnten auch vom Konjunkturindex der Notenbankfiliale in Philadelphia ausgehen, dem so genannten Philly-Fed.
07:27 UhrGoldpreis fällt nach Entspannungssignalen
Entspannungssignale im Iran-Konflikt nach Äußerungen von US-Präsident Donald Trump lässt die Öl- und Goldpreise von ihren Höchstständen zurückkommen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligt sich um 3,2 Prozent auf 64,38 Dollar. Das US-Öl WTI notiert 3,3 Prozent schwächer bei 59,99 Dollar. Der Goldpreis gibt nach seinem gestrigen Rekordhoch um 0,5 Prozent auf rund 4598 Dollar je Feinunze nach.
07:09 UhrDas ist los im frühen Devisenhandel
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar geringfügig auf 158,52 Yen und legt leicht auf 6,9698 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückt er etwas auf 0,8001 Franken vor. Zuvor hatte der Yen nach Warnungen der japanischen Regierung vor übermäßigen Kursschwankungen deutlich zugelegt. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1640 Dollar und zieht leicht auf 0,9315 Franken an.
06:52 UhrOpenAI kauft beim Nvidia-Rivalen ein
OpenAI kauft bis zu 750 Megawatt an Rechenleistung von dem Chip-Entwickler und Nvidia-Konkurrenten Cerebras. Der Vertrag laufe über einen Zeitraum von drei Jahren, teilte der ChatGPT-Entwickler mit. Der Wert des Vertrags belaufe sich auf mehr als zehn Milliarden Dollar, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. OpenAI will sich damit im Rennen um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz (KI) einen Vorteil verschaffen und von der wachsenden Nachfrage profitieren.
„Die Einbindung von Cerebras in unseren Mix an Rechenlösungen zielt darauf ab, unsere KI deutlich schneller reagieren zu lassen“, teilte OpenAI auf seiner Webseite mit. „Wenn eine KI in Echtzeit antwortet, interagieren die Nutzer intensiver mit ihr, bleiben länger und erledigen anspruchsvollere Aufgaben.“ Der Konzern plant, die von Cerebras gebauten Systeme für seinen Chatbot zu nutzen. Das Geschäft unterstreicht den großen Bedarf der Branche an Rechenleistung für die Entwicklung von KI-Systemen.
06:34 UhrAnleger schichten um
Der Ausverkauf bei Technologiewerten setzt sich an den asiatischen Börsen fort. Anleger schichten aus hoch bewerteten Chip- und KI-Aktien in andere Sektoren um. „An der Wall Street findet eine Rotation statt, die letztlich die Indizes belastet, aber anzeigt, dass die inneren Werte des Marktes sich recht gut halten“, sagt der Analyst Kyle Rodda von Capital.com.
In Tokio gibt der Nikkei-Index nach, während der breiter gefasste Topix zulegt. Der Shanghai Composite verliert ebenfalls.
06:18 UhrUS-Wirtschaft wächst – in den meisten Regionen
Die US-Wirtschaft ist einer Erhebung der Notenbank Federal Reserve (Fed) zufolge zuletzt wieder gewachsen. In acht der zwölf Bezirke habe die wirtschaftliche Aktivität in den vergangenen Wochen zugelegt, während die Beschäftigung weitgehend unverändert geblieben sei, geht aus dem Konjunkturbericht („Beige Book“) hervor. Der Ausblick für die kommenden Monate sei leicht optimistisch, hieß es weiter. Die Preise seien in fast allen Distrikten moderat gestiegen. Der Bericht dürfte die Haltung der Währungshüter vor der anstehenden Zinssitzung am 27. und 28. Januar kaum verändern.
05:59 UhrIrgendwann reißt jede Serie
Acht Handelstage in Folge hat der Dax Gewinne verbucht. Gestern musste der deutsche Börsenleitindex dann erstmals im neuen Börsenjahr einen Abschlag hinnehmen, er schloss 0,5 Prozent tiefer mit 25.286 Punkten. Erst am Dienstag war er erstmals über die Marke von 25.500 Zählern geklettert. Marktteilnehmern zufolge hatte im gestrigen Nachmittagsgeschäft die Stimmung gedreht, auch weil die US-Indizes abgaben.
Heute stehen sowohl weitere Unternehmenszahlen als auch Konjunkturdaten auf der Agenda. So lüftet etwa das Statistische Bundesamt das Geheimnis, ob die deutsche Wirtschaft 2025 wieder gewachsen ist oder nicht. Nach zwei Rezessionsjahren in Folge erwartet die Bundesregierung ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 0,2 Prozent. Sie spricht von einer leichten konjunkturellen Erholung auf niedrigem Niveau. Ökonomen trauen Europas größter Volkswirtschaft im laufenden Jahr ein Wachstum von etwa einem Prozent zu – begünstigt von einer höheren Zahl von Arbeitstagen und steigenden staatlichen Investitionen in Aufrüstung und Infrastruktur.
Unternehmensseitig richtet sich der Blick der Anleger zunächst nach Asien. Der Grund: Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC wird Börsianern zufolge erneut starkes Wachstum bekanntgeben. Der weltweite Boom Künstlicher Intelligenz (KI) treibt die Nachfrage nach Halbleitern in die Höhe. Nach einem Rekordergebnis im dritten Quartal hatte TSMC sein Wachstumsziel für 2025 angehoben. Das taiwanische Unternehmen rechnet mit einem Umsatzplus von 35 statt 30 Prozent.
Danach heißt es ab Mittag dann ab in die USA: Morgan Stanley und Goldman Sachs setzen den Reigen der US-Banken fort, die Einblick in ihre Quartalsbilanzen gewähren. Bei Goldman Sachs rechnen Experten für das vierte Quartal 2025 mit einem leichten Gewinnrückgang, weil die Bank 2024 ein außergewöhnlich gutes Jahr in der Vermögensverwaltung hatte. Investoren dürften besonders auf Aussagen zur Kostenentwicklung achten. Für Morgan Stanley wird dagegen ein Gewinnanstieg erwartet. Das Institut dürfte von der Belebung des Geschäfts mit Übernahmen und Fusionen und höheren Gebühreneinnahmen im Handelsgeschäft profitiert haben. Diese Trends hatten schon die Gewinne von JP Morgan oder der Bank of America angetrieben.