Es ist Januar und die Neujahrsempfänge- und konzerte füllen nach wie vor den Kalender. Eines ist sicher: Die Neujahrskonzerte des Kostenpflichtiger Inhalt Sinfonieorchesters der Volkshochschule Mettmann-Wülfrath mit seinem engagierten Leiter Federico Ferrari sind Termine, die man nicht verpassen sollte. Die Hauptprobe am Dienstagabend bot Gelegenheit, das Programm ein wenig näher zu verfolgen und die unverwechselbare Spannung und quirlige Aufregung der wichtigsten Probe vor einer Generalprobe mitzuerleben.
Schon vor Beginn der Probe füllt tönendes Chaos den Probenraum. Jedes einzelne Mitglied des Orchesters bereitet sich auf die Probe vor und übt noch einmal die eine oder andere Stelle – nur eben jeder eine andere. Ein heilloses akustisches Tohuwabohu ist das Resultat. Doch dann – der Dirigent hebt den Taktstock und konzentrierte Ruhe kehrt ein. Die Probe beginnt.
Da wird noch einmal gefeilt, da werden einzelne Instrumentengruppen nochmals angesprochen, ihren Einsatz zu wiederholen, da werden ganze Passagen wiederholt, damit ein gleichmäßiges Crescendo gelingt.
Das VHS-Orchester ist ein Amateurensemble, das seit Jahrzehnten die Musikszene im Städtchen schmückt. Es ist eine Freude, wie engagiert die Musikerinnen und Musiker ihrem Dirigenten Federico Ferrari folgen, wie sie seine Vorstellungen umsetzen. Der Italiener mit dem klangvollen Namen hat das Orchester 2020 von Karl-Heinz Kensche übernommen, der es mehr als 30 Jahre geleitet und geformt hatte.
Das diesjährige Programm des VHS-Orchesters wird die Musikfreunde in den beiden Städten begeistern. Da wird ein Satz aus Mozarts Violinkonzert gespielt und die junge Denise Kaiser übernimmt den Solopart. Unglaublich, mit welcher Gelassenheit die Geigerin dieses enorm schwierige Stück auswendig vorträgt. Die Finger fliegen nur so über die Saiten: ein Paradestück, das zum Repertoire aller großen Geiger gehört.
Ebenso fasziniert Christoph Kaiser mit „Gabriels Oboe“, einer romantischen Filmmusik, die mittlerweile Kultcharakter hat. Großartige schnelle Läufe und gelungene überblasene Spitzentöne: Es ist ein Genuss, dem Oboisten aus den Reihen des Orchesters zu lauschen.
Ob der Ungarische Tanz Nr. 6 von Johannes Brahms oder die Torero Arie, hier nur orchestral, von George Bizet oder Melodien aus der Fledermaus: Federico Ferrari dürfte den Geschmack seines Publikums treffen. Ganz besonders mit den zwei Szenen aus der Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck: Da steigt Sängerin Kerstin Enzweiler mal eben aus dem Orchester aus und singt mit Ekaterina Sergatschewa das putzmuntere Duett „Brüderchen, komm tanz mit mir“. Herrlich zu beobachten, wie beide Sängerinnen ihre Freude daran hatten. Und dann, ganz in sich gekehrt, der Abendsegen („Abends, wenn ich schlafen geh‘, vierzehn Englein um mich steh’n“), bei dem so manches Auge feucht werden kann.
Das Neujahrskonzert des VHS-Sinfonieorchesters wird dieses Mal von der Maria Nenninghoven Stiftung mit unterstützt und findet am kommenden Wochenende in Mettmann und in Wülfrath statt. Der Eintritt ist frei, es wird jeweils um eine Spende gebeten.
Neujahrskonzerte des VHS-Sinfonieorchesters: Samstag, 17. Januar, um 19 Uhr in Mettmann, evangelische Kirche (Freiheitstraße); Sonntag, 18. Januar, um 17 Uhr in Wülfrath, St. Joseph (Goethestraße)