Krieg gegen die Ukraine

Russland macht Angriffsdrohne tödlicher

15.01.2026 – 17:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Russische KampfdrohneVergrößern des Bildes

Eine rusische Angriffsdrohne (Archivbild): Die neuen Modelle sollen eine Reichweite von rund 1.000 Kilometer haben. (Quelle: Efrem Lukatsky/AP/dpa/dpa-bilder)

Russland treibt die Weiterentwicklung seiner Angriffsdrohnen voran. Neue Modelle und Bewaffnungen könnten die ukrainische Luftverteidigung vor zusätzliche Herausforderungen stellen.

Russland hat seine Angriffsdrohnen im Krieg gegen die Ukraine technisch weiterentwickelt und setzt zunehmend modernere Varianten ein. Das geht aus Angaben des ukrainischen Militärnachrichtendienstes HUR sowie aus Analysen westlicher Experten hervor.

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs setzte Moskau zunächst monatlich etwa 150 bis 200 iranische Drohnen vom Typ Shahed-136 ein. Später begann Russland mit der Serienproduktion eigener Nachbauten unter dem Namen Geran. Diese Drohnen greifen ukrainische Städte regelmäßig in großen Schwärmen an und werden vor allem gegen zivile Infrastruktur eingesetzt.

2025 habe Russland fast 55.000 Shahed-Drohnen und entsprechende Varianten gestartet, sagte der Datenanalyst Yasir Atalan von der US-Denkfabrik CSIS unter Berufung auf Angaben der ukrainischen Luftwaffe. Zwar gelingt es der Ukraine, einen Teil der vergleichsweise langsamen Drohnen abzufangen, doch Moskau arbeitet an schnelleren und schwerer zu bekämpfenden Modellen.

Neben der propellergetriebenen Geran-2 setzt Russland laut HUR inzwischen auch die Geran-3 ein, die mit einem Turbojet-Antrieb ausgerüstet sein soll und deutlich höhere Geschwindigkeiten erreicht. Anfang des Jahres sei zudem erstmals eine weitere Variante eingesetzt worden, die der HUR als Geran-5 bezeichnet.

Die Geran-5 ist dem ukrainischen Militär zufolge rund sechs Meter lang und verfügt über ein Turbojet-Triebwerk mit höherem Schub. Ihre Reichweite wird auf etwa 1.000 Kilometer geschätzt, der Sprengkopf soll bis zu 90 Kilogramm wiegen. Anders als frühere Varianten ähnelt ihre Bauform laut HUR eher der iranischen Karrar-Drohne als bekannten russischen Entwicklungen.

Russland prüft demnach auch neue Einsatzkonzepte für diese Drohne. So soll ein Start von Kampfjets des Typs Suchoi Su-25 erwogen werden, um die Reichweite weiter zu erhöhen. Zudem werde getestet, ob die Drohne mit Kurzstrecken-Luft-Luft-Raketen bewaffnet werden kann.

An der Geran-2 testet Russland bereits eine Bewaffnung mit Kurzstreckenraketen vom Typ R-60. Nach Einschätzung ukrainischer Experten könnten solche Drohnen gezielt Jagd auf ukrainische Hubschrauber und Flugzeuge machen, die bislang an der Abwehr russischer Drohnen beteiligt sind.

Darüber hinaus arbeitet Moskau offenbar daran, seine Angriffsdrohnen besser zu vernetzen. Nach Angaben des Militäranalysten Fabian Hinz vom International Institute for Strategic Studies wurden Trümmerteile von Geran-Drohnen gefunden, die mit Modems und Antennen für sogenannte Mesh-Netzwerke ausgestattet waren.