Duisburg – Schwere Vorwürfe gegen die Chefs der Stadtwerke in Duisburg! Völlig überraschend wurden zwei Geschäftsführer der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) beurlaubt. Auch die Staatsanwaltschaft wurde informiert. Nach BILD-Informationen geht es um den Vorwurf der Korruption und Bestechung.
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Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (49, SPD) schickte die DVV-Geschäftsführer Marcus Wittig (52) und Axel Prasch (56) in den Zwangsurlaub. Sie würden entsprechend „der Bitte ihres Aufsichtsratsvorsitzenden (…) ihre Amtsgeschäfte bis auf Weiteres ruhen“ lassen, heißt es in einer kurzen Mitteilung der DVV.
Zuvor war ein anonymer Hinweis bei der Stadt eingegangen. Es geht dabei um „Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Vergütung von ehemaligen Mitgliedern des Betriebsrats“ und „Verdachtsmomente im Hinblick auf die Vergütung einzelner leitender Angestellter“. Die 4500 Mitarbeiter wurden am Vormittag u.a. durch eine interne E-Mail über die Beurlaubung informiert (liegt BILD vor).
Dabei stehen nach BILD-Informationen schwere Vorwürfe gegen die beiden Chefs des Stadt-Konzerns im Raum. „Es erinnert vieles an die Korruptionsaffäre bei VW. Betriebsräte sollen vom Management geschmiert worden sein“, sagt ein Insider zu BILD. Tatsächlich sollen einzelne Betriebsratsmitglieder mit Verträgen für regelrechte Fantasie-Gehälter ausgestattet worden sein, weit über dem für ihre Tätigkeit üblichen Gehaltsgefüge.
So sollen auch außerhalb des Top-Managements im gewerblichen Bereich (z.B. öffentlicher Nahverkehr, Betriebshöfe) Jahresgehälter von bis zu 200.000 Euro gezahlt worden sein – obwohl es um vergleichsweise einfache Tätigkeiten ging. Dazu kommen offenbar ungewöhnliche Regelungen über Dienstwagen und Altersversorgung.

Die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV, hier die Konzernzentrale) hat 4500 Mitarbeiter
Foto: Daniel Tomczak / DVV
Im Gegenzug sollten die Betriebsräte – so erfuhr BILD aus mehreren Quellen – zustimmungspflichtige Entscheidungen von Vorstand und Geschäftsführung „durchwinken“. Dabei soll es wiederum um die Bezahlung von Managern bei den Stadtwerken gegangen sein, die sich so ebenfalls höhere Gehälter verschafft haben könnten.
Ob es wirklich dazu kam, und wie hoch der Schaden für die Stadt Duisburg sein könnte, ist allerdings noch unklar. Auch, wie viele Mitarbeiter insgesamt an Mauscheleien beteiligt sein könnten, wird noch geprüft.
Bei der Staatsanwaltschaft in Duisburg ist der Vorgang bekannt, bestätigte Staatsanwältin Gina Seemann gegenüber BILD: „Der Sachverhalt ist der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis gebracht worden. Dazu wurde ein Prüfvorgang angelegt. Derzeit wird – auch von Amts wegen – geprüft, ob der Anfangsverdacht einer strafbaren Handlung besteht.“
Nach Angaben einer Stadtsprecherin hatte sich der Hinweisgeber Anfang Dezember ans Rathaus gewandt. Der als „Klartext-Bürgermeister“ bekannt gewordene OB Link ordnete nach einer ersten internen Überprüfung nun eine Sonderuntersuchung durch eine externe Kanzlei an. Weitere Angaben wollten Stadt und DVV „wegen des laufenden Verfahrens“ gegenüber BILD zunächst nicht machen.