Neujahrsempfang
Zwischen Abschied und Wahlkampf: Nürnberg feiert sich selbst
15.01.2026 – 17:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Marcus König, Julia Lehner und Christian Vogel (von rechts): Die noch amtierende Führungsriege der Stadt Nürnberg beim Neujahrsempfang in der Messe. (Quelle: Meike Kreil/t-online)
Zwei Bürgermeister verabschieden sich, einer wirbt um Vertrauen. Beim Neujahrsempfang der Stadt wird deutlich, wie es um Nürnberg wirklich steht.
Wer wird beim nächsten Mal auf dieser Bühne stehen? Diese Frage liegt an diesem Abend beim Neujahrsempfang der Stadt Nürnberg in der Luft. Die Veranstaltung in der Messe West steht ganz im Zeichen der bevorstehenden Kommunalwahl. Fakt ist schon jetzt: Zwei der hier Auftretenden stellen sich nicht wieder der Wahl: Bürgermeisterin Julia Lehner (CSU) sowie Bürgermeister Christian Vogel (SPD). Marcus König (CSU) dagegen hat seinen Hut für das Amt des Stadtoberhaupts erneut in den Ring geworfen.
Die Veranstaltung beginnt mit der Abschiedsrede Julia Lehners. Die zweite Bürgermeisterin mit dem Schwerpunkt Kultur zieht sich mit 71 Jahren aus der Kommunalpolitik zurück. Nicht bevor sie noch eine eindringliche Rede auf die Demokratie hält: „Wer nicht handelt, der wird behandelt. Und vielleicht handeln wir zu spät.“ Außerdem sagt sie: : „Ich glaube an die Kraft der Kultur und an den menschlichen Verstand.“ Am Ende schließt sie ihre Rede mit den Worten: „Never give up!“
All das erzählt sie dem hochkarätig besetzten Publikum – dem „Who is who“ von Nürnberg, so nennt König die Anwesenden später. Über 1.000 Politiker, Wirtschafts- und Medienvertreter, Menschen in schicken Anzügen und Kleidern, die Nürnberg mitgestalten.
Danach ergreift der Oberbürgermeister das Wort. In seiner 20-minütigen Rede plädiert er – wie in seiner Neujahrsansprache an die Bürger auch schon – für mehr Zusammenhalt und weniger Aufgeregtheit. Er fordert: „Mut statt Miesmacherei! Schlaumachen statt schlechtreden!“ Außerdem stellt er klar: „Populismus, Verächtlichmachung und Fake News haben keinen Platz in diesem Wahlkampf – jedenfalls nicht für mich.“ Nicht jedes Problem sei gleich ein Skandal, nicht jede Schwierigkeit ein Versagen.
Im Publikum wird zustimmend genickt. Den Rest des Abends verbringen die Gäste am Buffet bei Live-Jazzmusik. Sternsinger gehen umher, um Geld für den guten Zweck zu sammeln: Hier und da werden zwischendurch die Geldscheine gezückt. Und wer sich an diesem Abend umhört, bekommt in fränkisch typischer Manier gespiegelt: Unser Nürnberg – das passt schon.
