Musikproduzent und ESC-Legende Ralph Siegel muss nach dem Flop seines Musicals „N bisschen Frieden – Rock ’n‘ Roll Summer“ 105.000 Euro an den Insolvenzverwalter der Produktion zahlen. Das hat das Landgericht Duisburg am Donnerstag entschieden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Siegel selbst war zur Verhandlung nicht erschienen.
Das Musical feierte im Herbst 2022 am Theater am Marientor (TaM) in Duisburg Premiere und sollte eigentlich nach der Coronapandemie eine Art Neustart für die Musical-Szene sein. Allerdings wurden nur wenige Tickets verkauft, die Vorstellungen mussten deshalb bereits in den ersten Tagen abgebrochen werden. Die Betreibergesellschaft bestand aus drei Gesellschaftern: Siegel und die Eigentümer des Theaters hielten jeweils 45 Prozent, Theaterdirektor Wolfgang DeMarco zehn Prozent.
Der Insolvenzverwalter begründete seine Klage mit einer Vereinbarung aus dem Sommer 2022, nach der die beiden Hauptgesellschafter jeweils 300.000 Euro in die Produktion einbringen sollten. Siegel hatte demnach bis zum Abbruch der Vorstellungen lediglich 195.000 Euro gezahlt. Im November 2025 hatte das Gericht die Mitgesellschafter als Zeugen vernommen. Die Richterin wertete die Aussagen als Bestätigung der Vereinbarung, die auch trotz der Insolvenz gültig bleibt.
Die Premiere des Musicals hatte im Oktober 2022 viele Prominente nach Duisburg gelockt, darunter Schauspielerin Jenny Elvers, den früheren CDU-Politiker Wolfgang Bosbach und Ballermann-Star Bert Wollersheim. Das Stück sollte an den Erfolg von Siegels ESC-Sieg 1982 mit Nicole anknüpfen, konnte beim Publikum jedoch kaum punkten. Schon im Vorfeld hatte es Streit über Gagen und die Unterbringung der Darsteller gegeben,Kostenpflichtiger Inhalt darüber hatte unter anderem unsere Redaktion berichtet. (mit dpa)