Alba Berlin hat gute Chancen, beim geplanten Start der NBA Europe im Herbst 2027 dabei zu sein. „Ich werde nichts über den Stand der Verhandlungen sagen, aber Alba Berlin ist mir sehr gut bekannt“, sagte NBA-Commissioner Adam Silver in einer Pressekonferenz im Rahmen des ersten NBA-Spiels in Deutschland am Donnerstag. „Alba ist das Modell eines Klubs, wie wir ihn in der NBA Europe sehen wollen.“
Silver, der am Mittwoch bei einem Empfang im Roten Rathaus auch mit Alba-Manager Marco Baldi und Präsident Axel Schweitzer gesprochen hat, lobte vor allem die Jugendarbeit des elffachen Deutschen Meisters, aus der auch die Magic-Stars Moritz und Franz Wagner hervorgegangen sind. „Ich habe mit Marco über Jugendbasketball gesprochen“, sagte Silver und die USA könnten hier viel von Europa lernen.
Dass die NBA eine europäische Liga aufbauen will, ist schon länger bekannt. Im November sprach George Aivazoglou, Geschäftsführer der NBA für den europäischen Markt, erstmals über das Grundgerüst der Pläne. Losgehen soll es im Herbst 2027 mit zwölf festen Teilnehmern sowie vier Mannschaften, die sich über europäische Wettbewerbe oder nationale Ligen qualifizieren können.
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Die dauerhaften Standorte sollen Berlin, München, Barcelona, Madrid, London, Manchester, Lyon, Paris, Mailand, Rom, Athen und Istanbul sein. Welche Klubs in den Städten aber Teil der NBA Europe werden sollen, darüber hatten sich bisher weder die Liga noch die Vereine geäußert.
Laut Aivazoglou beginnt die NBA in dieser Woche die Gespräche mit Interessenten. „Dazu gehören Investoren und Teams. Einige dieser Teams sind bestehende Basketballteams, andere sind Fußballteams, die sehr daran interessiert sind, ein Basketballprogramm als Teil der NBA Europe aufzubauen“, sagte er.
Während in Städten wie Athen, Madrid oder München etablierte Vereine existieren, die aus der Euroleague in die neue Liga wechseln könnten, gibt es in London, Rom und Manchester bisher keinen hochklassigen Basketball.
Die NBA ist davon überzeugt, dass der europäische Basketball sein Potenzial bisher nicht ausschöpft – insbesondere finanziell. Viele Euroleague-Teams machen jede Saison Verluste in zweistelliger Millionenhöhe, gerade die Einnahmen aus der Fernsehrechtevermarktung sind teilweise lächerlich niedrig.
Die NBA hat 2024 einen TV-Vertrag über elf Jahre und 77 Milliarden Dollar abgeschlossen. Das Geld für die Expansion nach Europa fehlt der größten Basketballliga der Welt nicht. „Ich glaube nicht, dass der europäische Basketball das vielfältige und große globale Publikum erreicht, das er erreichen könnte und das die NBA erreicht. Basketball in Europa macht weniger als 0,5 Prozent der 50 Milliarden US-Dollar schweren Sportindustrie aus“, sagte Aivazoglou.
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Alba hat sich schon mehrfach klar zur NBA Europe bekannt. Nach Jahrzehnten im Kosmos der Euroleague sind die Berliner im Sommer in die Champions League gewechselt. Diese ist qualitativ zwar deutlich schwächer, wird aber vom Weltverband Fiba ausgerichtet, der auch in die Planungen der NBA Europe involviert ist. „Die NBA Europe ist kein Hirngespinst mehr. Sie wird kommen und wir wollen dabei sein“, hatte Albas Manager Marco Baldi im September gesagt. (mit dpa)