Seit Mittwochabend protestieren zwei Menschen in der Nähe der ehemaligen iranischen Botschaft an der Godesberger Allee gegen die iranische Regierung. Organisatorin Nadja Canderella aus Bonn hat bei der Polizei eine mehrere Tage dauernde Demonstration angemeldet.
Bis Freitagabend will die Deutsch-Iranerin an der Ecke Annaberger Straße, gegenüber von der Aral-Tankstelle, gemeinsam mit einem iranischen Mitprotestierenden Passanten über die aktuelle Situation im Iran informieren und mit ihnen ins Gespräch kommen. Grund ist die brutale Reaktion des iranischen Regimes auf die anhaltenden Proteste im Land, in dem Canderella selbst Familie hat. „Wir wollen ein Zeichen setzen und den Menschen im Iran eine Stimme geben.“ Mehrere Menschen, Freunde und Passanten, hätten ihnen bereits Essen und Trinken gebracht.
Die Aktivistin und ihr Begleiter übernachten vor Ort in einem Zelt. Die Polizei sei schon vorbeigekommen, „um zu schauen, ob es uns gut geht“, so Canderella. Polizeisprecher Simon Rott bestätigt, dass die Polizei diese „Versammlung“ genauso begleite wie andere Demonstrationen oder Kundgebungen auch und dementsprechend dort Präsenz zeige. Seit Beginn der Demonstration am Mittwochabend habe es keine besonderen Vorfälle gegeben.
Im Dezember gab es bereits eine Demonstration gegen eine mögliche Eröffnung eines iranischen Konsulats in Bonn. Am 13. Januar fand eine Eilkundgebung auf dem Marktplatz statt. Sie bezog sich nicht auf das geplante Konsulat, sondern auf die aktuelle Situation im Iran. Für den 17. Januar ist bei der Bonner Polizei eine weitere Kundgebung angemeldet. Auch sie bezieht sich auf die aktuelle Lage und soll auf dem Münsterplatz stattfinden.