Trotz des Infrastruktur-Sondervermögens wird die sogenannte Mitte-Deutschland-Verbindung zwischen Weimar, Gera und Gößnitz vorerst nicht gebaut. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der Grünen im Sächsischen Landtag hervor. Grund sei die fehlende Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Deutscher Bahn. Dadurch würden sich die Ausbaupläne im Fern- und Güterverkehr, insbesondere die bessere Anbindung von Chemnitz sowie wichtige Routen nach Polen und Tschechien, erneut verzögern.
„Chance, Chemnitz an Fernverkehr anzubinden“
Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Katja Meier, bezeichnete die Streichung als „Wortbruch“ von CDU und SPD im Bund. Fertig geplante Projekte würden trotz verfügbarer Mittel nicht umgesetzt, was eine „verkehrspolitische Offenbarung“ darstelle. Sie fordert die Bundesregierung auf, ihr Versprechen einzuhalten und ostdeutsche Schienenverbindungen prioritär auszubauen.
„Die Mitte-Deutschland-Verbindung ist aus sächsischer Sicht mehr als nur ein Projekt in Thüringen.“ Sie sei die große Chance, Chemnitz endlich an eine leistungsfähige Fernverkehrsachse anzubinden und Reisen zwischen den Städten in Mitteldeutschland spürbar zu beschleunigen, so Meier. Die Verbindung ist eine zentrale Ost-West-Achse für Personen- und Güterverkehr. Sie verbindet Thüringen mit Hessen und Sachsen.